Wie geht's, Jan-Lennard Struff? - Folge 17
Shownotes
In dieser Folge trifft Fußball-Nationalspieler Robin Gosens auf Tennis-Profi Jan-Lennard Struff – jemanden, der das Leben im Leistungssport in all seinen Extremen kennt: Einsamkeit, Reisen, Druck, Verletzungen – und ungebrochene Leidenschaft. Ein ehrlicher Austausch zweier Profis, die wissen, was es heißt, allein zu kämpfen – und trotzdem dankbar sind, ihren Traum zu leben. Struffi spricht offen über die Schattenseiten seines Sports: das ständige Reisen, die hohe Fehlerquote im Tennis und die Momente, in denen man sich selbst etwas vormacht – fast wie ein Schauspieler. Ein Gespräch über mentale Stärke, Disziplin, Demut und die Freude, trotz aller Rückschläge weiterzumachen.
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Aufnahmedatum: 29.07.2025
Transkript anzeigen
00:00:00: Ja, Tennis ist ein Fehler-Sport, ganz klar.
00:00:03: Ich glaube, siebzig Prozent sind Fehler.
00:00:05: Es geht ja auch im Tennis ein Herr damit, dass jetzt ein Grand Slam-Tournier mit hundert-achtenszwanzig Spielern beginnt und einer gewinnt das Ding.
00:00:14: Und alle anderen verlieren.
00:00:16: Schlimmst ist, irgendwo im Hotelzimmer, irgendwo fernab zu sein und dazu liegen, nicht schlafen zu können.
00:00:24: Und dann hast du eine Woche Zeit bis zum nächsten Match.
00:00:26: Das reist dich ja, finde ich auch.
00:00:29: Leistungssport generell und Tennis-Sport an sich ist auch einsam.
00:00:35: Man ist alleine auf dem Platz, aber die bionzseligen Stunden, die man alleine auch verbringt, die sind einfach da.
00:00:44: Es gibt wohl kaum eine Sportart, die einen vor größere mentale Herausforderung stellt als das Tennis.
00:00:49: Ich glaube, das ist auch der Grund, warum mich der Sport so interessiert.
00:00:53: Unser heutiger Gast, Jan-Lennard Stroff oder aus Stroffi genannt, spielt Tennis auf absolutem Top-Niveau.
00:00:59: Er hat in seiner Karriere geführt, alles erlebt.
00:01:01: Top-Fünfundzwanzig der Welt, aber auch weit abgeschlagen irgendwo im Ranking.
00:01:05: Wie schafft man es, jeden Fehler einfach so wegzustecken?
00:01:08: Wie ist das, wenn man nur sich selbst Physik oder Niederlage verantwortlich machen kann?
00:01:13: Wie schwer ist ein Leben, das fast ausschließlich in irgendwelchen Hotels dieser Welt stattfindet, meist weit weg von der Familie?
00:01:19: Struffi und ich hatten ein unglaublich intensives Gespräch über die Schattenseiten unseres Berufes und die mentalen Belastungen darin.
00:01:26: Es geht um das große Thema der Einsamkeit und die Frage, wie abhängig sind wir eigentlich von unserem Körper und wo ist das Limit?
00:01:33: Noch heute bin ich sehr beeindruckt von der Intensität des Gespräches und dem Menschen Stoffi.
00:01:38: Freut euch auf eine wahnsinnig reflektierte, ehrliche und nachdenkliche Person, die uns die Sportart Tennis nochmal ganz anders sehen lässt und uns mitnimmt auf die Reise in seinen Kopf als Top Athlet.
00:01:49: Viel Spaß bei Wie geht's?
00:02:02: Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Wie geht's?
00:02:07: Heute eine besondere Folge für mich selber.
00:02:09: Muss ich tatsächlich sagen, es geht zu einem ganz kleiner Traum in Erfüllung, weil ich bin sehr, sehr großer Tennis-Fan.
00:02:14: Mich hat dieser Sport schon immer sehr interessiert und deswegen bin ich sehr froh, dass ich heute hier mit Struffi zusammensitze und der mir hoffentlich einiges über den Sport berichten wird, aber der sicherlich auch einiges zu seiner Karriere zu sagen hat und vor allem auch über die Struggle, die ihn so während seiner Karriere und auch im privaten Leben ein bisschen begleitet haben mit mir reden wird.
00:02:32: Unsere erste Frage ist natürlich immer dieselbe.
00:02:36: Struffi, grüß dich.
00:02:37: Schön, dass du da bist.
00:02:38: Wie geht's dir?
00:02:39: Hallo Robin, ich freue mich sehr, da zu sein.
00:02:42: Ich habe schon einige Folgen hier gehört.
00:02:44: Wir haben uns persönlich schon mal gesehen, auch beim Tennis.
00:02:47: Deswegen freue ich mich sehr, hier zu sein.
00:02:49: Mir geht es gut.
00:02:50: Bin ein bisschen aufgeregt.
00:02:52: Ich finde es sehr, sehr spannend, mit dir hier zu reden.
00:02:55: Ich habe, wie gesagt, schon sehr, sehr viele Folgen hier angehört auch.
00:02:59: Sehr, sehr viele Persönlichkeiten gehört, was ich sehr spannend fand.
00:03:04: Dieses Format finde ich wirklich sehr cool.
00:03:07: Deswegen, ja, hier bin ich.
00:03:10: Ich freue mich wirklich sehr und ich weiß gar nicht, wie es bei dir ist, aber ich kenne dich wahrscheinlich schon tatsächlich deutlich länger, als du vermutest.
00:03:16: Wir haben uns schon in Bergamo gesehen beim Tennis-Spiel und wir kennen uns über unsere berühmte Kick-Bass-Gruppe auch ein Stück weit, wo es tagtäglich heiß hergeht, wo es dann um Diets geht und Diets machen geht.
00:03:26: Aber da ich ja gerade schon so ein bisschen angeteasert habe, dass ich großer Tennis-Fan bin und man daher auch immer so ein besonderes Auge auch auf unsere deutschen Jungs hat, verfolge ich tatsächlich dich schon sehr, sehr lange.
00:03:36: Deswegen danke, dass du dir heute die Zeit nimmst.
00:03:39: Und vor allem auch schön, dass man dich mal zu Hause antrifft.
00:03:41: Du bist ja in einem Sport unterwegs und tätig, wo man sehr viel am Reisen ist, wo man sehr viel unterwegs ist und man nicht so wirklich Family-Time hat.
00:03:49: Deswegen meine erste Frage vielleicht auch direkt.
00:03:52: Welchen Bezug hast du zum Wort zu Hause?
00:03:54: Was bedeutet dir zu Hause sein?
00:03:55: Vor allem dann, wenn man das ja eigentlich gar nicht so oft hat durch das ganze Reisen.
00:04:01: schon extrem viel du hast angesprochen.
00:04:03: ich bin sehr sehr viel unterwegs.
00:04:05: ich glaube zwei neunzehn war der peak.
00:04:07: zweitfünfzig tage im jahr nicht zuhause spricht nicht zuhause schlafen in hotelzimmern schlafen fern sein.
00:04:17: es tut gut immer so eine basis zu haben wo man hin zurückgehen kann.
00:04:20: das hilft einem.
00:04:21: das hilft mir speziell.
00:04:23: Man kann sich immer darauf konzentrieren, wenn man mal weit weg ist.
00:04:26: Man verliert so ein bisschen im Bezug, würde ich schon sagen, weil man weiß manchmal gar nicht, wo ich aufwache.
00:04:33: Ist dir wahrscheinlich auch schon mal passiert, dass du irgendwo im Hotelzimmer saerst, irgendwie nachts auf Toilette gehen musstest und dich verlaufen hast oder morgens aufgewacht bist, in welcher Stadt bin ich.
00:04:44: Das bringt der Ufalt mit sich, aber deswegen ist es immer wieder gut, diesen Bezug nicht zu verlieren und immer wieder zu seiner Basis zurückkehren zu dürfen.
00:04:53: Ja, das glaube ich dir.
00:04:54: Du hast gerade angesprochen.
00:04:55: Das sind natürlich Wahnsinnszahlen, zweihundertfünfzig Tage im Jahr weg zu sein.
00:04:59: Vielleicht kannst du uns da mal ein bisschen konkreter mit reinnehmen.
00:05:02: Wie ist das eigentlich dieses Leben aus dem Koffer?
00:05:05: Ich meine, wir kennen das alle, wenn wir dann mal unseren Koffer packen müssen und irgendwie irgendwo hinreisen müssen.
00:05:11: Für dich ist das ja eigentlich Standard.
00:05:13: Nimmst du deine Familie damit, musst die oftmals auch zu Hause bleiben.
00:05:15: Ich stelle mir das schwierig vor.
00:05:16: Du hast zwei Kids, die Kindergarten Schule gehen.
00:05:19: Das heißt also, dieses Reisen ist ja auch wahrscheinlich oft mit dem.
00:05:22: Alleinsein verbunden.
00:05:23: Also wie ist das so, wenn man ganz oft einfach mit sich selbst ist und auf Reisen ist?
00:05:28: Ja, ich habe irgendwann angefangen, Tennis zu spielen, mit dem Traum einfach Profi zu werden.
00:05:33: Ich finde... Man hat da so ein bisschen falschen Blick drauf, weil man einfach nicht weiß, was alles drumherum dazugehört.
00:05:39: Man sieht die Spieler im Fernsehen gut spielen.
00:05:42: Wow, der ist jetzt in New York.
00:05:43: Wow, der ist in Melbourne.
00:05:45: Aber das ganze Drumherum, das Warten, das kennt man natürlich nicht.
00:05:49: Da kommt man Stück für Stück erst rein in den Beruf.
00:05:53: Natürlich habe ich es auch schon mal versucht, die Familie mitzunehmen.
00:05:57: gewisser Belongsakt, würde ich sagen, zwischen Leistung für die Familie da zu sein.
00:06:03: Das ist nicht immer ganz leicht.
00:06:06: Ohne ist es unmöglich, finde ich.
00:06:08: Deswegen waren es bei ausgewählten Turnieren vielleicht mit kurzer Anreise häufiger möglich, die Familie mitzunehmen.
00:06:15: Jetzt hast du es angesprochen.
00:06:16: Unser Kleiner kommt jetzt in die Schule.
00:06:18: Da wird es ein bisschen weniger mit reisen.
00:06:20: Es ist das unbeschwerte Reisen mit der Kita erstmal vorbei.
00:06:24: Für mich war es auch häufig so, die Kinder aus der gewohnten Umgebung hier rauszunehmen, von zu Hause, was du eben gesagt hast, zu Hause für die Kinder, den Freundeskreis, den geregelten Ablauf, dass es auf den Turnieren halt nicht so wirklich gewährleistet und dann muss man als Reisender auch mal zurückstecken, auch wenn man halt alle zu Hause vermisst.
00:06:45: Das verstehe ich voll und irgendwie kommt jetzt schon für mich so durch, dass so dieser Alltag, wonach man ja eigentlich auch strebt und der einem auch so ein Stück weit halt.
00:06:53: gibt, eigentlich bei dir gar nicht so richtig vorhanden ist.
00:06:56: Du wachst in anderen Hotels auf, du musst von Stadt zu Stadt, von Totenier zu Turnier.
00:07:00: Dein Alltag wird ja eigentlich bestimmt durch diesen Tenniskalender, durch diesen Jahreskalender, den euch der Tennis vorgibt.
00:07:05: Wie ist das, wenn man keinen Alltag hat und dementsprechend auch so mit ein Stück weit Stabilität ja auch im Leben fehlt?
00:07:11: Da bin ich einfach von klein auf aufgewachsen.
00:07:14: Ja gut, verloren, morgen geht's zum nächsten Turnier.
00:07:18: Ich kann immer ein Beispiel geben.
00:07:20: Ich war beim Turnier vor vielleicht sagen wir mal fünf, sechs Jahren in Marrakesch.
00:07:24: Ich habe Freitag gespielt, wusste okay, wenn ich das Match jetzt hier verliere, gab es noch eine Woodside, eine Deadline vor neun Uhr abends.
00:07:34: Darf ich verlieren?
00:07:35: Theoretisch noch, wenn ich danach verliere, darf ich in der nächsten Woche keine Qualifikation mehr spielen.
00:07:40: Natürlich habe ich versucht das Spiel zu gewinnen.
00:07:42: Ist leider drei, sechs im dritten ausgegangen.
00:07:45: Am nächsten Tag musste ich in Monte Carlo die Quali spielen.
00:07:48: Und bin abends nach Casablanca zwei Stunden in den Auto gefahren, nächsten Tag geflogen und habe mittags gespielt auf dem Centercourt.
00:07:55: Und das ist einfach in diesem Sport manchmal so springlos.
00:08:00: Ich glaube, das ist nicht etwas für jeden.
00:08:03: Ich schätze mich trotzdem glücklich und fühle mich sehr privilegiert, das so machen zu dürfen, weil es immer noch mein Traum ist.
00:08:10: Es macht mir sehr viel Spaß.
00:08:11: Tennis hat mir unglaublich viel gegeben und gibt mir immer noch viel, gibt meiner Familie.
00:08:17: eine Grundlage und deswegen, also es ist ein bisschen hasselt schon immer dabei, aber es wäre es auch ein bisschen langweilig manchmal.
00:08:27: Ich kann das total nachvollziehen, ich kann das voll fühlen und ich hatte auch schon zwei, drei andere Gäste, wo wir genau dieses Thema angesprochen haben, du hast diesen Traum, du willst unbedingt Tennis Profi werden und du hast zuerst ja diesen Traum auch nur mit diesen schönen Seiten und diesen tollen Seiten auf dem Centercourt spielen, gegen große Gegner spielen, in vollen Stadien spielen.
00:08:45: Und das, was aber so dazugehört, das hat man ja während man auf diesen Traum hinarbeitet, gar nicht so richtig auf dem Schirm.
00:08:51: Und auf einmal bist du dann Tennis-Profi und du hast es geschafft.
00:08:55: Und du merkst dann auf einmal, ey, aber diese ganzen Sachen, die jetzt auch dazu kommen, ich bin nur unterwegs, ich hab keine Zeit für die Familie, ich weiß manchmal gar nicht, wo ich aufwache, das hast du ja während du auf diesen Traum hinarbeitest gar nicht im Kopf, kennst du dieses Gefühl, dass dann dieser Traum und dann die Realität, in der man lebt, so weit auseinander sind?
00:09:13: Ja, das dockt einen schon ein bisschen um, ne?
00:09:15: Also immer auf der Basis, uns geht es ziemlich gut, finde
00:09:19: ich.
00:09:19: Klar, also das vorneweg.
00:09:22: Das ist so, aber das noctein schon richtig aus.
00:09:25: Also wenn man dann zum Beispiel erstmal in eine andere Kultur kommt, mit den ganzen Flügen, die wir haben und... Ja, dann sitzt du da und weißt auch manchmal nicht, okay, wo soll ich jetzt hin?
00:09:36: Wo geht's mit mir hin?
00:09:37: Was soll ich jetzt machen?
00:09:39: Okay, ich gehe trainieren.
00:09:40: Ich fahre als eine Stunde im Bus mit den anderen Spielern zusammen, gehe trainieren.
00:09:44: Ist ein bisschen stupide, muss man auch ganz ehrlich mal sagen, weil es ist immer Training.
00:09:48: Ich reise sehr viel.
00:09:50: Ich würde mir super gerne viel angucken.
00:09:52: Aber es ist halt mit dem Job geschult nicht möglich.
00:09:55: Du würdest ja wahrscheinlich ganz gerne beim Auswärtsspiel auch mal ganz gerne mit dir die Stadt angucken.
00:10:00: Erstens sprechen dann viele Leute dich wahrscheinlich an, oder aber der Trainer sagt, okay, pass mal auf, Robin, du hast jetzt zwei Stunden Zeit zwingend gemacht, du spitz morgen nicht, du hast müde Beine.
00:10:12: Ja, voll, voll.
00:10:13: Und ich finde an solchen Momenten merkt man immer dann, wie seh man sich dann teilweise auch das so anders vorgestellt hat, weil der Alltag, den wir dann leben, sieht ja dann auch so aus bei dir noch extremer als bei mir, aber du kommst im Hotel an, du bereitest dich dann irgendwie auf das Spiel vor und... sitzt im Hotelzimmer bis es eigentlich losgeht zwischendurch vielleicht noch ein bisschen Training und das war es dann auch und ich finde das ist dann immer so interessant zu sehen wenn man dann so Gespräche führt mit Leuten die halt weit weg sind davon und quasi halt immer nur diese Spiele im Fernsehen sehen die dann einem so suggerieren möchten.
00:10:44: Hey wow, du lebst grad so den Traum von unglaublich vielen Kids und das ist auch so und wir reden, wie du gerade schon gesagt hast, so auf sehr hohem Niveau und das ist alles meckern auf sehr hohem Niveau, aber ich finde es dann trotzdem interessant, wie wenig dann die Leute teilweise davon wissen, was eigentlich noch dazukommt, außer eben diese Spiele, die man dann spielt, was ja die absoluten Highlights für uns sind.
00:11:05: Absolut, also die Spiele auf den Centercourt sind absolut Highlights, aber viele Matches sind halt fern ab auf kleinen Plätzen, manchmal vor weniger Zuschauern, sehr sehr frühener Karriere auch, bei schlechten Bedingungen überall.
00:11:21: Was der Centercourt suggeriert da, das ist leider nicht immer gegeben.
00:11:26: Mich hat gerade eine Aussage, an der ich gerade, jetzt denke ich gerade drüber nach, die du gerade getroffen hast, gerade gesagt hast, dass wenn du das eine Spiel verlieren würdest, dann könntest du noch zur Qualifikation für ein anderes Turnier.
00:11:37: Was sich daraus für mich für eine Frage ergibt, ist es dann manchmal auch so, dass man sogar echt abwägen muss und man will natürlich, man geht in jedes Match rein und möchte unbedingt gewinnen.
00:11:46: Aber gibt es manchmal auch so diesen mentalen Konflikt, dass man sich sogar sagt, ey, wenn ich jetzt dieses Spiel verliere, dann habe ich eine bessere Chance.
00:11:53: Bei irgendwas anderem stellt man sich solche Fragen?
00:11:55: Grundsätzlich
00:11:57: nicht so sehr, weil das wäre halt in dem marakrischen Halbfinale dann gewesen.
00:12:02: Das wäre auf jeden Fall lokrativer geworden als ... Die ganze Reise auf sich zu nehmen nach Monte Carlo, es hat dann.
00:12:11: manchmal ist es einfach verrückt, es hat dann gut geklappt, ich habe mich qualifiziert, habe glaube ich noch zwei Runden im Hauptfeld gewonnen.
00:12:17: Aber ja, manchmal steckt das so im Hinterkopf, was du gesagt hast, die Planung dieses sichere von zu Hause, dass man geregelten Ablauf hat.
00:12:28: Das ist einfach nicht, nicht da.
00:12:29: Da wird man sehr, sehr früh schon in dem Sport mit konfrontiert.
00:12:33: Das ist dann mal, okay, die Woche kannst du dahin.
00:12:36: Dann entscheidet sich mal ein Tag früher.
00:12:38: Ich hatte letzte Woche beispielsweise eine Situation.
00:12:41: Ich war beim Turnier in Kiezbühel seit Mittwoch.
00:12:44: Ich wusste, dass meine Familie am Samstag nach Kiezbühel kommen wollte.
00:12:47: Wir wollten vielleicht noch zwei, drei Tage Urlaub dranhängen.
00:12:50: Und ich war in Umerk beim Turnier.
00:12:52: Und die Meldelisten waren so, weil ... Es ist so ein Tennis, dass die Weltrangliste sich wöchentlich ändert.
00:13:00: Bedeutet so ein bisschen Leistungsdruck eigentlich schon, dass meine Punkte, die aus dem Vorjahr, die man gemacht hat bei Turnieren, die werden halt nach zwölf Monaten einfach rausgelöscht.
00:13:11: Und die muss man sich irgendwie verteidigen und seinerangliste halten.
00:13:16: Das hat den letzten Monaten leider nicht so gut geklappt bei mir.
00:13:19: Dann ist man in Situation, dass man fürs Hauptfeld ein paar Plätze draußen ist.
00:13:24: Und dann stand ich da und wusste nicht, okay, bleibe ich jetzt in Kitzbühel oder gehe ich nach Umarck, nach Kroatien, was nochmal fünf, sechshundert Kilometer ist.
00:13:33: Und es war Freitagabend, dann habe ich einfach den Schluss getroffen, dass ich in der Qualifikation jetzt mich in Kitzbühel durchspielen werde, weil ich meine Familie auch sehen würde.
00:13:41: Und im Endeffekt wäre ich in Umarck im Hauptfeld gewesen.
00:13:43: Das ist manchmal die Spontaneität so ein bisschen zu beschreiben.
00:13:49: Ja, das ist dieser, ich erkenne voll den Struggle, den ich auch manchmal habe und wo ich auch sehr oft mit meiner Frau drüber rede, dieser Struggle dann auch zwischen Beruf und Familie, das alles irgendwie unter einen Hut zu bekommen.
00:13:59: Man möchte auf der einen Seite im Sport maximal erfolgreich sein, aber man möchte auch dieser Familienvater sein und für seine Kinder und für seine Frau da sein.
00:14:06: Und manchmal kriegt man das aber einfach nicht beides hin und du musst dann eine Entscheidung treffen.
00:14:11: Meine Frau sagt mir dann auch immer, ich bin doch dann nicht sauer auf dich, wenn du quasi jetzt für dich eine Entscheidung triffst, um... In deinem Beruf in Anführungszeichen weiterzukommen.
00:14:19: Und trotzdem merke ich aber auch, wenn meine Frau mir gar nicht das Gefühl gibt, dass ich das haben brauche, merke ich bei mir in mir drin so diesen inneren Konflikt.
00:14:27: Ey, ich möchte aber jetzt eigentlich beidem gerecht werden, wohlwissend, aber dass das gar nicht geht.
00:14:32: Kennst du diesen Struggle?
00:14:33: Ja, ein hundert Prozent, ich kenne das.
00:14:37: Ja, Ballonsakt.
00:14:39: Ja, es ist schwierig.
00:14:40: Das wird wahrscheinlich auch immer so bleiben, das sind die Seiten, die auch dazugehören.
00:14:44: Ich möchte gerne nochmal einmal auf dieses Thema zurückkommen, das wir jetzt ganz am Anfang besprochen haben, nämlich dieses Aufreisen sein und oft auch mit sich selbst unterwegs sein und sich mit sich selbst auseinander und beschäftigen müssen, eben einfach aus der Tatsache heraus, dass man eben alleine unterwegs ist, oftmals.
00:15:01: Ganz einfach gefragt, welchen Bezug hast du zur Einsamkeit?
00:15:04: Ja, die ist da.
00:15:05: Das ist schon da, ja.
00:15:07: Leistungssport generell und Tennis-Sport an sich ist auch einsam.
00:15:12: Man ist alleine auf dem Platz.
00:15:14: Die unzähligen Stunden, die man alleine auch verbringt, die sind einfach da.
00:15:19: Ja, wir tun uns alle so ein bisschen gut, indem wir so einen, unseren Team aufbauen dazu.
00:15:25: Wir im Tennis sind ja irgendwie so, der Tennis-Spieler ist schon so eine Art Chef von seinem Team, muss aber einer Wechselwirkung sich vom Trainer was sagen lassen, was auch nicht immer das leichteste ist.
00:15:39: Man kann gute Zeit mit dem Team verbringen, aber ab und zu kommt es dann halt schon mal durch, dass man gerne nach Hause möchte.
00:15:46: Da habe ich aber auch immer einen guten Vergleich.
00:15:49: Wie in Europa, wie Spieler.
00:15:51: Und es geht es bei allem Struggle und allen Reisen, die wir haben, vergleiche ich das mit Spielern aus Südamerika oder Australien, die verlassen Anfang des Jahres.
00:16:03: Z.B.
00:16:04: die Australierverlassen, nach den Australian Open, versuche noch ein bisschen da zu bleiben ein, zwei Wochen, weil dann gehen die anderen Turniere schon los und die kommen teilweise erst im November nach Hause.
00:16:15: Das ist schon absurd.
00:16:16: Da muss man schon ein bisschen schlucken.
00:16:19: Ich bin ganz ehrlich zu dir und deswegen habe ich mich auch so auf dieses Gespräch gefreut.
00:16:22: Ich gucke Tennis auch als Fan und dementsprechend sind diese ganzen Insights für mich jetzt auch gerade neu und da muss ich tatsächlich echt schlucken, ich glaube.
00:16:30: Ich bin auch Leistungssportler und mache das, weil ich meinen Traum lebe.
00:16:33: Aber da muss man dann tatsächlich echt irgendwann schon auch abwägen.
00:16:36: Ist das das Ganze auch irgendwie so wert, oder?
00:16:40: Also hast du auch manchmal, so kommst du an diesen Punkt, wo du dann auch mal sagst, ey, jetzt läuft es auch gerade nicht und ich krieg es gerade irgendwie nicht auf die Platte.
00:16:49: Ist es das überhaupt noch wert, dieses ganze Gereise und diese ganzen Sacrifice, die ich eingehe?
00:16:54: Das habe ich tatsächlich in meiner Karriere sehr selten hinterfragt, weil ich den Sport einfach sehr liebe.
00:17:00: und weil ich mich sehr identifiziere mit dem, was ich tue.
00:17:05: Ich glaube, wenn diese Fragen anfangen zu kommen, ist es nicht gut für diesen berechtigt total da und ist auch wichtig, sich damit auseinanderzusetzen, beziehungsweise die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.
00:17:19: Wenn ich sage, ich möchte gerade nicht da sein, dann bin ich Fehler am Platz, dann tut es vielleicht besser, mal eine Pause zu machen.
00:17:25: Wir wissen aber alle, wir pushen durch diese Pausen leider durch, viel zu häufig, weil es einfach Leistungsdruck da ist.
00:17:33: Man möchte nicht abfallen, man hat seine Jugend dafür fast geopfert, geopfert in einer gewissen Weise.
00:17:39: Man möchte auch da sein und zu dem macht es ja dann auch sehr, sehr häufig wieder super viel Spaß.
00:17:44: Dann sind das vielleicht mal so Momente, wo es schwer fällt und aber so Siege oder gute Phasen oder alles, was man... mit diesen Glücksgefühlen, wenn man ein Match gewinnt, das kennst du ja vom Fußball, wenn du dein Ziel erreichst und wenn du auf etwas hart hintrainierst und wirklich hart dafür arbeitest, nach Vorbereitung, unzählige Läufe machst und du dich dann belohnt, das ist auch, das ist dann all den Sacrifice auch irgendwie wieder wert gewesen.
00:18:12: Das geht mir ganz genauso.
00:18:13: Ich muss aber tatsächlich sagen, dass ich nicht ganz so stabil bin, was das angeht im Sinne von, ich habe die Fragen mir in letzter Zeit immer häufiger gestellt oder ich erwische mich dabei, wie ich diese Fragen zulasse in meinem Kopf.
00:18:24: Ich weiß, ich auch da gerne ein Beispiel.
00:18:26: Ich weiß, noch letzte Saison, da hatten wir ein Auswärtsspiel in der Konferenz League und weil die Flüge irgendwie so bescheiden waren, waren wir insgesamt drei Tage weg.
00:18:33: Und dann saß ich wirklich im Hotel und hat mir so die Frage gestellt, hey, du machst das alles jetzt hier gerade?
00:18:38: für ein Spiel, was neunzig Minuten geht am Donnerstagabend.
00:18:42: Und bist dafür einfach drei volle Tage weg.
00:18:45: So, und wenn du, und das ist genau was du gesagt hast, das ist aber nicht gut, weil wenn du diesen Gedanken zulässt und der wird immer größer so, dann stellst du dir Fragen, die auf einmal alles infrage stellen, weißt du, was ich meine?
00:18:55: Ja,
00:18:55: klar, absolut, ja.
00:18:57: Wie ist das Spiel ausgegangen?
00:18:58: Das Spiel haben wir zum Glück gewonnen.
00:19:00: Und dann fliegst du am nächsten Tag, dann trotzdem mit einem guten Gefühl natürlich nach Hause.
00:19:04: Und dann sind die Gedanken auch wieder weg.
00:19:06: und man muss auch ehrlich sein, man stellt sich die Fragen natürlich vor allem dann, wenn man halt wie gesagt so mit sich alleine ist und gerade einfach das Gedankenkarussell anspringt.
00:19:15: Ich bin zumindest ein Typ, der da einfach sehr viel nachdenkt.
00:19:18: Für mich ergibt sich noch eine Frage aus dem, was du gesagt hast, weil ich das auch gerne auf meine Welt so beziehen wollen würde.
00:19:25: Ich brauche halt meine Familie total als Energiegeber und wenn ich meine Kids um mich rumfliegen habe und meine Frau, dann bin ich einfach so ein glücklicher Mensch und dann weiß ich einfach so, wofür ich es mache und dann gibt mir das unglaublich viel Kraft.
00:19:37: Du hast deine Familie oftmals bei den Turnieren nicht dabei, hast du gerade gesagt.
00:19:41: Meine Familie kommt oft zumindest gucken.
00:19:44: Gerne rein, wenn das.
00:19:45: Ja,
00:19:45: genau.
00:19:45: Also es ist eher weniger.
00:19:48: Ja, das ist richtig.
00:19:50: Genau.
00:19:50: Und ich wollte fragen, ob du unter diesen Umständen kannst du das dann in dem Moment, wo du dann performen musst, dann einfach so beiseite schieben und dich auf den Moment quasi konzentrieren?
00:20:00: Oder ist es unter den Umständen vielleicht sogar manchmal auch echt schwierig, dann so seine beste Leistung abzurufen?
00:20:05: Wenn man weiß, man ist einfach... Ja, so für sich alleine und hat eben das, was einem am meisten bedeutet, dann nicht so dabei.
00:20:11: Es kommt ganz darauf an, auf die Trips, wie die verlaufen sind bei mir.
00:20:16: Ich habe mir diese Fragen natürlich, wie du es gesagt hast, wie bei dem Konfliktspiel.
00:20:21: Die habe ich mir auch ein bisschen gestellt, ab und zu.
00:20:24: Klar, ich glaube, das ist auch so eher so was.
00:20:26: Ich bin jetzt fünfdreißig geworden.
00:20:28: Das neigt sich so langsam, also hoffentlich noch nicht ganz, aber es leigt sich so langsam, der Ziel gerade irgendwann zu oder zu.
00:20:36: Wird sie gerade hin?
00:20:37: Wie soll ich das beschreiben, wenn der Trip nicht gut gelaufen ist oder einfach lang anhält?
00:20:43: Beispielsweise hatte ich einen USA-Trip, wo ich drei Matches gespielt habe, in vierundzwanzig Tagen drei Matches verloren habe.
00:20:52: Es war sehr, sehr viel Lehrlauf, sehr, sehr viel Zeit, sich Gedanken zu machen.
00:20:56: Und ich bin auch ein Mensch, der sehr dazu neigt, sich zu viele Gedanken zu machen.
00:21:02: macht das sehr, sehr gerne mit mir selbst häufig aus und bin sehr introvertiert als Typ und spreche Dinge dann seltener an.
00:21:12: Deswegen fällt mir das dann manchmal nicht so leicht, so lange Trips und versuche da durchzupuschen, gut zu trainieren.
00:21:21: Aber ich merke dann schon, wie man so ein bisschen den, ja, so das Zuhause, den Alltag so ein bisschen vor allem die Wochentage.
00:21:31: aus den Augen verliert.
00:21:33: Ich habe jetzt neulich Kollegen angerufen, ja, musst du halt arbeiten.
00:21:37: Ewa Samstag, nicht so.
00:21:39: Das passiert immer.
00:21:41: Was du sagst mit der Familie, ich glaube bei dir ist es vielleicht ein bisschen einfacher mit der Planung.
00:21:46: Weil bei mir, ich weiß nicht, ob ich zwei Tage weg bin, sechs Tage weg bin.
00:21:53: Ja, ich fliege bald wieder weg und das kann drei Wochen gehen, das kann fünf Wochen gehen.
00:21:58: Das macht schon ein bisschen ungutes Gefühl, muss man auch ganz ehrlich sagen.
00:22:02: Ja, diese Ungewissheit kann ich mir total vorstellen, weil man gar nicht weiß, wie lange man sich jetzt von der Familie verabschiedet.
00:22:08: Lass uns mal kurz in diese Planung reingehen, weil auch da, das interessiert mich einfach auch als Fan, aber auch einfach jetzt in diesem Kontext, weil es total spannend ist.
00:22:15: Diese Planung, nimmst du die selbst vor, übernimmt das quasi dann die ATP.
00:22:20: Wie darf ich mir das vorstellen, diese Planung von den einzelnen Turnieren, legst du das alles selber, macht das einer, der in deinem Team angestellt ist?
00:22:27: Manche Turnierplanung sind vorgeschrieben.
00:22:30: Es ist je nach Ranglistenposition müssen spezielle Turniere gespielt werden, um Punkte zu sammeln.
00:22:37: Wenn man die Turniere nicht spielt, gibt es Strafen oder es gibt fixe Punkte.
00:22:43: Wenn man schlecht performt bei den Turnieren, verliert man die Ranglistenplätze.
00:22:47: Deswegen überlegt man dann gut mit seinem Trainerteam zusammen, welche Turniere könnte man entspielen, welche ist immer zweiter Turniere pro Woche meistens angegeben.
00:22:56: außer die großen Turniere.
00:22:58: In welche Turniere komme ich rein?
00:22:59: In welche Bedingungen liegen mehr?
00:23:02: Ist das jetzt beispielsweise in Kitzbüwalen der Höhe?
00:23:04: Das ist ein bisschen schneller.
00:23:06: Das ist ein bisschen besser als die Meereshöhe gewesen in Umarck.
00:23:09: Und das sind dann so ein paar Faktoren, die da rein spielen.
00:23:12: Im Großen und Ganzen sind wir aber so ein bisschen, wir haben schon Entscheidungsgewalt, aber wir sind ein bisschen in so einem Tennis-Zirkus gefangen, der uns so vorgibt, okay, du musst spielen, du musst Punkte machen.
00:23:23: Der Tennis... Ja, Kalender ist von Januar bis November.
00:23:27: Viele sagen, okay, da macht doch mal Pause.
00:23:30: Gut, dann punkten die Konkurrenten.
00:23:33: Und ich glaube, nur Top-Spieler, die ganz oben sind, so vielleicht die Top-Ten, Top-Twenty, können sich so erlauben.
00:23:42: Ja, gut, jetzt spiele ich mal zwei, drei Wochen nicht.
00:23:45: Mit spielt die Grand Slams.
00:23:46: Ich lege meinen Fokus da drauf.
00:23:49: Und alle anderen sind so ein bisschen am Punkte zusammen krebsen und am Struggle, würde ich sagen.
00:23:54: Stell ich mir unglaublich hart vor, das ist ja, wie du das gerade auch schon besprochen hast oder angesprochen hast, ist ja ein unfassbarer Leistungsdruck auch, oder?
00:24:01: Schon, ja, wenn ich mich nicht gut spiele, verliere ich meinen Ranking, verdiene weniger Geld, habe natürlich das Team, was ich bezahlen muss.
00:24:10: Flüge sind jetzt nicht unbedingt günstiger geworden seit Covid, würde ich sagen.
00:24:14: Absolut.
00:24:15: Und die Verbindungen sind nicht mehr, nicht besser geworden, würde ich sagen.
00:24:19: Das Preiskid ist natürlich deutlich höher geworden, das ist
00:24:22: natürlich
00:24:22: eine super Entwicklung für uns.
00:24:24: gegeben.
00:24:26: Es gibt viele, viele Struggle, aber wie gesagt, also ich liebe immer noch was ich mache.
00:24:30: Ich finde es einfach toll und bin auch dankbar.
00:24:33: Das glaube ich dir zu tausend Prozent.
00:24:34: Ich versuche immer irgendwie so eine Brücke zu bauen, zu meinem Sport und ich glaube, ein Riesenunterschied ist einfach so die Tatsache.
00:24:41: Das klar bei uns ist auch der Fußball beziehungsweise der Sonntag, der Samstag.
00:24:45: Das Spiel ist unsere Bühne und da geht es für uns auch darum, gerade wenn man sich halt hocharbeiten möchte auf der Leiter und zu größeren Verein will, geht es ja darum, dass du diese Bühne nutzt, quasi um dich für bessere Vereine zu empfehlen.
00:24:58: Und trotzdem, wenn man verletzt ist so bei uns oder wenn man sich gerade mal nicht gut fühlt oder das Gefühl hat, man braucht eine Pause, dann kann man sich die Pause auch nehmen, weil wir haben ja trotzdem elf Spiele auf dem Platz, die im Bestfall dann für den Sieg kämpfen und das ist ja erstmal Unabhängig von den individuellen Zielen ist das ja erstmal das das Hauptziel, dass du als Mannschaft performst so.
00:25:17: Und du bist ja ein Einzelkämpfer und kannst ja dementsprechend diese Pausen.
00:25:20: oder wenn du das Gefühl hast, du bist gerade ausgelaut oder dein Körper schreit danach, dass du eigentlich mal eine Woche Urlaub raus in Anführungszeichen kannst du das ja eigentlich nicht erlauben oder?
00:25:29: Schwierig.
00:25:30: Ich bin in den letzten Jahren ein bisschen so... mehr zu den Schlüssen gekommen, okay, ich muss mir das einfach vielleicht mal nehmen.
00:25:37: Das muss man aber auch erst lernen, weil es bringt manchmal nichts durch zu pushen, aber es gab genügend Beispiele auch.
00:25:44: Hey, okay, ich nehme jetzt eine Woche frei und dann spiel ich ja die beiden Turniere, das ist okay.
00:25:49: Dann kriegst du zwei Bretter Auslosungen und verlierst und manchmal schleppst du dich dann auch mit einem schlechten Gefühl auf den Platz.
00:25:57: Ich denke im Fußball ist die Connection ja auch so, dass wenn du... nicht gut performst persönlich nimmst du das auf jeden fall mit ins nächste spiel.
00:26:07: absolut.
00:26:08: und im tennis ist so du bist alleine.
00:26:11: das macht dich fertig dann manchmal.
00:26:12: ich habe jetzt in drei wochentrip angesprochen ich habe drei matches gespielt.
00:26:15: ich habe alle drei verloren.
00:26:17: es war keine schöne zeit.
00:26:25: ich
00:26:27: finde es halt so wahnsinn.
00:26:28: das finde ich Fast das krasseste, ich will da später auch noch mal ein bisschen intensiver drauf einsteigen.
00:26:34: Aber diese Tatsache, dass du ja, wenn du halt nicht funktionierst, dann bist du auf gut Deutsch gesagt einfach am Arsch.
00:26:40: So wenn ich nicht funktioniere am Wochenende, dann habe ich halt noch zehn Jungs, die mich aus der Scheiße ziehen können.
00:26:45: So weiß was ich meine.
00:26:46: Und das finde ich halt an eurem Sport so unglaublich, besonders und so stark einfach, dass ihr ihr seid da draußen mit euch selbst, mit euren Gedanken.
00:26:56: Ihr wisst, wenn ich jetzt einen schlechten Tag habe, so, dann kann da keiner eingewechselt werden, der dann den Karren aus dem Sumpf zieht.
00:27:03: Und das verlangt ja eine unglaubliche mentale Stärke, oder?
00:27:07: Beziehungsweise muss ja dann auch im Anschluss danach auch diese mentale Kraft haben, zu sagen, okay, ich habe das Match verloren, aber das ändert jetzt nichts daran, dass ich ein guter Spieler bin.
00:27:15: So, das muss man sich ja richtig manifestieren, oder?
00:27:18: Ich glaube, wir sind alle gute Schauspieler auch.
00:27:21: Ja, wir Sportler und Tennis-Spieler.
00:27:26: Ich glaube nicht, dass sich jeder gut fühlt zu jeder Zeit auf gar keinen Fall.
00:27:30: Ich glaube jeder hat seine Probleme und dass es hilft, einfach das so auch zu verstehen und so ein bisschen kleine Zeichen zu sehen.
00:27:37: Okay, der macht das jetzt.
00:27:39: Der ruht nicht in sich.
00:27:41: Ich ruhe auch nicht in mir heute.
00:27:43: Mir geht es auch nicht gut.
00:27:45: Also ich würde jetzt mal beschreiben im Jahr, wenn ich so auf fünfzig Matches spiele.
00:27:50: Ich würde sagen so fünf, sechs würde ich sagen, hundert Prozent super.
00:27:55: Krass.
00:27:55: Der Rest ist einfach klarkommen mit dem was zur Verfügung steht, klarkommen mit dem was ich habe heute, was ich spielen kann, wie ich mental drauf bin und durchpuschen.
00:28:08: Das würde ich sagen, hilft in sehr sehr vielen Matchen.
00:28:12: Was danach passiert, was da in der Vorbereitung passiert, das ist in dem Moment erstmal egal, das muss man zur Seite stellen, aber was da im Platz passiert ist sehr wichtig.
00:28:21: Tatsächlich habe ich gerade so ein bisschen darüber nachgedacht über eine Aussage, die mir irgendwie nicht aus dem Kopf gegangen ist.
00:28:26: Du hast nämlich gesagt, dass ihr Tennis-Spieler auch so ein bisschen lügner und Schauspieler seid.
00:28:31: Ich wollte fragen, wie du das meinst bzw.
00:28:34: wie du dich vielleicht selbst auch anlügst in manchen Dingen.
00:28:38: Theoretisch muss ich mir manchmal schon erzählen, dass ich gut und stark bin manchmal, um es einfach auch zu fühlen, auch wenn ich mich in manchen Momenten nicht so fühle.
00:28:47: Das ist glaube ich ganz normal.
00:28:49: Fake it until you make it so ein bisschen in die Richtung und es ist immer das Beste wenn es von tief innen rauskommt und auch da ist und es wirklich dass man spürt.
00:29:00: aber es gibt halt oft auch diese Momente wo es einfach nicht so präsent ist und wo man sich das nochmal wieder ins Leben rufen muss.
00:29:08: Ich finde es interessant was du mehr dazu sagen könntest im Team Sport durch Mitspieler ob an der gepusht wird ob das vielleicht auch manchmal dich hemmt.
00:29:16: Wenn alle gut performen, du aber nicht oder zieh nie einen mit.
00:29:20: Bei mir kann der Trainer manchmal ein bisschen Einfluss haben, aber es gibt auch Momente, wo man sich auf den Platz fühlt und komplett allein ist und so speziellen Druck empfindet, wo es auch mal in die andere Richtung gehen kann.
00:29:34: Manchmal zieht es ein hoch, manchmal nicht.
00:29:37: Ja voll, ich kann das gerne auf meine Situation beziehen und muss da sagen, dass... Ich da glaube ich sehr froh bin, in einem Teamsport unterwegs zu sein, weil du hast halt immer eine Gruppe um dich herum, die dich mit rausziehen kann, die dir das natürlich auch ansieht, wenn du gerade nicht performst oder wenn du gerade vielleicht einfach schlecht drauf bist.
00:29:54: Und dann muss ich sagen, habe ich in meinem Mannschaften schon immer so wahrgenommen, dass einem da dann doch echt geholfen wird und dass mir das dann auch geholfen hat, so von wegen einfach nur ganz banal gesagt.
00:30:05: Heute ein richtig blödes Training gehabt und dann kommt nach einem Training mit Spieler zu dir.
00:30:09: Das machen nicht alle, aber das machen welche.
00:30:11: und dann sagen, ey, Junge, es ist halt einfach ein blödes Training.
00:30:13: Morgen machst du wieder auf und du bist doch deswegen jetzt kein schlechter Spieler.
00:30:17: Und das manchmal hilft einfach, um einem zu signalisieren, ey, pass auf.
00:30:20: Schlechte Tage hat jeder mal und man muss sich da jetzt nicht so sehr einen Kopf drüber machen.
00:30:25: Und da bin ich tatsächlich echt sehr froh, dass ich in einem Teamsport unterwegs bin und kann mir vorstellen, dass das bei dir manchmal echt komplizierter ist.
00:30:33: Ja, absolut.
00:30:34: Also ich mag es auch total in den Teams zu spielen.
00:30:38: Bei uns im Davis Cup Team ist es schon schön.
00:30:40: Wir haben auch manchmal eine Person zur Bundesliga.
00:30:42: Ich glaube, dass es nicht so präsent so wirklich ist, dass es eine Tennis Bundesliga gibt, so für viele.
00:30:49: Aber es macht sehr viel Spaß, einfach als Team aufzutreten.
00:30:52: Wir haben es ja im Doppel in so einer kleineren Form
00:30:54: zu
00:30:54: zweitern zu spielen, aber so im Team beim Davis Cup dazu sein mit so einem Betreuerstab.
00:31:00: Es sind mal so fünfzehn Leute dabei.
00:31:03: Das ist schon schön.
00:31:04: Das sind schon mit die schönsten Wochen im Jahr.
00:31:07: Ich kann mir vorstellen, dass in so einem Team so Dynamiken auch sich entwickeln können, die vielleicht mal nicht so cool sind auch.
00:31:13: Speziell, wenn es jetzt nicht so gut läuft auch, dass man bestimmt ein paar schwierige Charaktere auch dabei hat.
00:31:19: Aber ich mag auch den Einzelsport teilweise, weil ich selbst dafür verantwortlich bin, was passiert.
00:31:25: Ich kann niemanden blämen sozusagen, wenn ich schlecht performe.
00:31:29: und weiß, dass ich selbst verantwortlich bin.
00:31:32: Aber dieser Team Sport, das fehlt mir auch.
00:31:34: Ich habe selbst Fußball gespielt, bis ich zwölf war.
00:31:37: Dann habe ich mich entschieden, mehr Tennis zu machen.
00:31:40: Aber ja, dieser Teamgeist, das ist schon was ganz Tolles.
00:31:44: Und wenn ich mir das so überlege, so, ich denke jetzt sehr viel nach, seitdem ich Vater geworden bin und ob ich da mir so ein Leben wünsche.
00:31:54: Also viele positive Dinge des Tennis-Sports für meine Kinder, aber ich würde mir auch eher wünschen, dass sie ein Mannschaftssport machen.
00:32:03: Ja, das glaube ich.
00:32:04: Das ist ja auch das ganze soziale Umfeld, was damit so einhergeht.
00:32:08: Du bist im Bestfall mit deinen Freunden auf dem Platz und machst das, was du liebst.
00:32:12: Das ist natürlich schon was Schönes.
00:32:14: Auf der anderen Seite kann ich mir auch gut vorstellen, dass das was du sagst.
00:32:18: Man ist selber für seinen Erfolg oder Misserfolg verantwortlich, das kann natürlich Fluch und Segen zugleich sein, aber du hast gerade die schweren Charaktere in einer Mannschaft angesprochen.
00:32:26: In einer Mannschaft musst du natürlich immer irgendwie ein Kompromiss finden.
00:32:30: Und ein Kompromiss wird dir manchmal halt nicht gefallen und du hast manchmal sogar auch das Gefühl, dass dieser Kompromiss jetzt für dich persönlich sich auch schlecht auswirken könnte auf deine eigene Leistung.
00:32:39: Aber du musst halt Rücksicht nehmen auf die Mannschaft und du musst immer irgendwie das große Ganze sehen und dadurch irgendwie zum Erfolg kommen.
00:32:45: Und da habe ich auch mir manchmal schon gesagt, es wäre jetzt schon cool, wenn ich jetzt einfach nur mein eigenes Ding machen könnte, weil dann bin ich eben aber auch selber dafür verantwortlich, ob es dann klappt oder nicht.
00:32:54: Aber ich habe dann wenigstens eine eigene Entscheidung getroffen und diese eigene Entscheidung kann man halt im Teamsport wiederum manchmal nicht so treffen, wie man das wahrscheinlich gerne wollen würde.
00:33:02: Bevor wir gleich, du hast gerade schon angesprochen, du hast bis zu zwölf Jahre auch noch Fußball gespielt.
00:33:06: Bevor wir so ein bisschen das Feld von hinten nochmal aufräumen, eine letzte Frage noch zu diesem Thema.
00:33:12: Erstens sind, du hast gerade gesagt, die schönsten Wochen sind auch die manchmal, wo du in Davies Cup unterwegs bist, also wo du im Team bist.
00:33:18: Frage dazu, ist das dann vielleicht auch so ein bisschen ein Stück weit schön, weil das so ein Familienersatz ist in dem Moment?
00:33:25: Es ist einfach schön, mit einer Gruppe von Leuten zusammen zu sein, die man mag.
00:33:31: Wir sind ja sonst... relativ häufig Konkurrenten und es ist schwierig, wie nah lässt man jemanden an sich heran in so einer Konkurrenzsituation.
00:33:40: Es ist ja gut möglich, dass wir gegeneinander spielen.
00:33:43: Es ist manchmal so ein bisschen zusammengewürfelt, jeder geht mit seinem kleinen Team, mit seinem kleinen Team, so ein bisschen Grüppchenbildung zum Abendessen, macht was so, wir verabreden uns mal, hey, komm, lass uns mal heute zu viert so Abendessen gehen.
00:33:55: Aber dann gibt es halt auch Momente, wenn du einfach dann geschlossen mit dem Team gehen kannst, das ist schon ein grüß Gefühl.
00:34:01: Ja, vielleicht ist ein bisschen dann Ersatz einfach dieses Gemeinschaftsgefühl und jemanden in so eine große Gruppe zu haben, wo man mal wirklich ... Ach cool, da freu ich mich jetzt drauf und ich muss heute nicht organisieren.
00:34:15: Okay, wo gehen wir heute essen?
00:34:16: Was machen wir heute?
00:34:17: Guck ich mir noch an in der Stadt, wo wir hingehen?
00:34:21: Sind wir zu zweit?
00:34:21: Wer kommt mit?
00:34:22: Ja, der spielt morgen früh.
00:34:24: Der kann nicht mit.
00:34:25: Das ist dann, ja gut, ich muss heute alleine gehen.
00:34:28: Ich spiele morgen um zehn.
00:34:30: Ja, dann bin ich nicht so lange.
00:34:32: Was esse ich so?
00:34:34: Das ist dann einfach schön, wenn wir so einen geregelten Ablauf dann manchmal haben.
00:34:37: Das kann ich total nachvollziehen.
00:34:39: Ich möchte trotzdem noch einmal eben, weil dieser Gedanke, der geht mir gerade nicht aus dem Kopf und ist eher auch das Schöne an diesem Podcast, wenn wir über dieses Schauspielern reden.
00:34:47: Und wir haben ganz am Anfang darüber gesprochen, dass man dann diese Situation akzeptiert, auch einsam zu sein und ohne Familie zu sein.
00:34:54: Also ich stelle mir die Frage für mich selber gerade auch, aber auch direkt an dich jetzt gestellt, muss man sich da nicht manchmal auch anlügen und sich einreden.
00:35:01: Man macht das für das große Ganze, man macht das für den Erfolg, man macht das für den Sport.
00:35:05: ... für das, wovon man immer geträumt hat.
00:35:08: Also weißt du, was ich meine?
00:35:09: Also dieses, ... ... ich muss mir jetzt einreden, ... ... dass das okay ist, ... ... dass ich gerade ohne Familie ... ... hier zweiundfünfzig Tage im Jahr ... ... unterwegs bin, ... ... lügt man sich da nicht auch ein Stück weit an, ... ... dass man das dann einfach gut finden muss ... ... oder gut zu finden hat.
00:35:21: Teilweise schon, ja.
00:35:22: Das ganze Sozialleben, ... ... nicht nur Familie, ... ... sondern auch Freunde drum herum, ... ... einfach zu Hause zu sein, ... ... ist natürlich anders, ne.
00:35:30: Wir haben zwei Wochen Urlaub im Jahr gefühlt.
00:35:32: Man muss sich schon vielleicht manchmal eine positive Geschichte erzählen, die aber auch sehr häufig sehr positiv ist.
00:35:40: Ohne das geht es nicht.
00:35:42: Es gibt viele Orte, wo ich auch sehr gerne bin, abgesehen davon.
00:35:45: Aber es gibt auch Orte, wo manche reisen, die man nicht so gerne macht.
00:35:49: Wo jetzt weiß, okay, die drei Wochen, das wird jetzt eine sehr Nummer.
00:35:53: Vielleicht kann ich durch Performance gutes Training, kann ich das ein bisschen erfüllender machen.
00:36:00: Aber... Wenn es halt auch dann performenstechnisch nicht läuft, dann kann es sehr zäh werden, so eine Reise.
00:36:07: Ja.
00:36:08: Schöne Geschichten erzählen ist ein wunderschöner Übergang für mich.
00:36:11: Wir sind ja mittlerweile schon sehr weit in diesem Gespräch und intensiv direkt reingegangen müssen, aber trotzdem auch das Feld von hinten einmal ein bisschen aufräumen.
00:36:18: Für mich nicht alles täuscht, bis zum April-Ninzundundneinzig in Warstein geboren.
00:36:21: Du hast mittlerweile sogar zwei Kids.
00:36:23: Erzähl uns doch mal ein bisschen was über deine Kindheit.
00:36:25: Wie bist du aufgewachsen und wie ist dadurch deine Liebe zum Tennis entstanden?
00:36:29: Ich bin, würde ich sagen, sehr behütet aufgewachsen auf dem Land.
00:36:34: Bin sehr glücklich darüber.
00:36:36: In Warstein sehr ruhige Gegend.
00:36:38: Sehr cooler Freundeskreis, würde ich sagen.
00:36:41: Mit meinem besten Freund habe ich immer noch sehr viel Kontakt mit meinem Nachbarn.
00:36:46: Meine Eltern sind beide Tennis Trainer.
00:36:48: Deswegen war es naheliegend, dass ich... Ja, da kann man sagen, dass ich mal irgendwann Schläger in die Hand gedrückt bekomme.
00:36:56: Ich habe im Dorf einen Fußball gespielt.
00:36:58: wollte einfach ein paar Sportarten machen, das habe ich wie gesagt bis zwölf gemacht, hat mir sehr sehr viel Spaß gemacht, doch irgendwann war ich in Tennis ein bisschen besser und dann hat es mir Spaß gemacht.
00:37:09: Ich wurde von meinen Eltern nie gezwungen, Tennis auszuüben, was ich sehr schätze.
00:37:15: Die haben eine unglaubliche Unterstützung für mich gebracht.
00:37:17: Das war wirklich unfassbar, was die geleistet haben für mich, dass ich das überhaupt ausüben konnte und durfte.
00:37:25: Ich habe viel bei ihnen trainiert.
00:37:28: Ich habe dann irgendwann, als Jugendlicher war ich nie so wirklich voll vorne dabei, muss ich ganz ehrlich sagen.
00:37:36: Ich habe da ein Buch gelesen, was du geschrieben hast.
00:37:38: Da habe ich dich auch schon mal ein Feedback zu mir
00:37:40: gegeben, das ich es richtig
00:37:41: cool fand und habe mich da so ein bisschen widererkannt in ein paar kleinen Geschichten, dass ich war nie richtig gut, bin später zugekommen.
00:37:54: Der Traum war immer da.
00:37:56: Ja, aber irgendwann hat es dann so geklappt nach der Schule.
00:37:59: Ich habe Abitur gemacht, dann ein bisschen späteren Weg.
00:38:02: Die ganzen anderen in meinem Alter, in Deutschland, haben die ganzen nicht wieder in Stamps gespielt, waren ganz weit weg, haben kaum Schule gemacht, haben viel trainiert und ich wollte dann einfach mal versuchen und Freiheit haben.
00:38:16: Ich wollte nicht studieren.
00:38:18: In dem Moment, ich brauchte einfach dieses Gefühl von Freiheit.
00:38:22: hab das dann versucht und jetzt war glaube ich sechzehn Jahre später und ich kann auf eine wunderschöne Karriere zurückblicken, die ich mir hätte vorher nie erträumen können, wie das abgelaufen ist und hab zwei wunderschöne, traumhafte Kinder, spreche öffentlich sehr wenig eigentlich davon, bin mega, mega happy darüber, wie das alles so im Großen und Ganzen gelaufen ist.
00:38:49: Wie gesagt, das hätte man sich nicht so erträumen können von vornherein.
00:38:52: Ja, das glaube ich, das glaube ich.
00:38:54: Und auf diese Karriere, die du bisher gehabt hast und auf die Jahre, die dazukommen, kannst du absolut stolz sein.
00:39:00: Du hast gerade gesagt, du bist ein bisschen unterm Radar geschwommen, hast es dann aber trotzdem zum Profi geschafft, bist Tennis-Profi geworden.
00:39:08: Kannst du uns mit in diesem Moment nehmen, wo du das geschafft hast, also wo du quasi dein Hobby zum Beruf gemacht hast und kannst du vielleicht auch beschreiben, was sich dann so verändert hat für dich?
00:39:16: Ich weiß nur, dass ich mit einem anderen guten Kollegen, mit dem ich auch noch sehr gut befreundet bin vom Tennis, einfach gereist bin, einen Sommer lang.
00:39:25: Wir haben uns in Deutschland zu diesen kleinen Turnieren, fünfzehntausenden Turnieren heißen die, fünfzehntausende nicht für den Sieger, sondern für das ganze Turnier.
00:39:35: Alles, was man gespielt hat, außer das Turnier gewonnen, hat mein Minus gemacht und hat draufgezahlt.
00:39:40: Tennis ist halt sehr, sehr viel investieren am Anfang.
00:39:44: und man weiß halt nie, was dabei rauskommt.
00:39:45: Deswegen hatte ich das eben so erwähnt von meinen Eltern, dass sie mir das überhaupt ermöglicht hatten, aber auch nicht mit extrem vielen Mitteln.
00:39:55: Tennis ist halt einfach ein teurer Sport auch.
00:39:57: Der Moment, wo man so sagt, okay, jetzt habe ich es geschafft, so ist es ja immer schwierig.
00:40:04: Beim Fußball wäre es glaube ich okay, ich habe einen größeren Vertrag jetzt mal unterschrieben.
00:40:09: Beim Tennis ist ja so okay.
00:40:10: Ich habe jetzt zum ersten Mal vielleicht die Grand Slam-Quali erreicht.
00:40:13: Okay.
00:40:14: Oder
00:40:14: ich habe das erste Mal Hauptfeld gespielt beim Grand Slam.
00:40:17: Das sind ja bei uns die Turniere, die am prestigesträchtigsten sind, so Wimbledon in Wimbledon qualifiziert, stand ich vielleicht zweihundert in der Welt noch weit von der Position, wo man sagen könnte, damals vielleicht erste Hundert, wo man sich das Leben ganz ordentlich gestalten kann, sagen wir mal so.
00:40:36: Aber Geld war im Anfall nie der... nie der Anreiz dazu.
00:40:42: Ist es aber dann trotzdem in der Konsequenz so, dass man dann nicht eben wie bei uns im Fußball sagen kann, ey ich spiele jetzt hier bei AC Florentz und ich habe hier ein vier Jahresvertrag, also habe ich es geschafft.
00:40:51: Ich bin jetzt Offiziell Profi.
00:40:53: Es geht es bei euch dann automatisch immer damit ein Herr es geschafft zu haben erst dann, wenn man halt ein gewisses Einkommen hat beziehungsweise sich sein Leben damit so richtig finanzieren kann?
00:41:03: Ich glaube die Schallmauer war so.
00:41:05: oder ist für viele das... zweistellige ranking die top hundred sozusagen zu knacken das ist so gefühlt so ein illiterer kreis.
00:41:15: oder viele sagen okay jetzt habe ich es geschafft so eigentlich zumindest habe ich den ersten schritt geschafft.
00:41:23: wenn es nicht weiter geht fällt man schnell wieder da raus wenn man ein schlechtes jahr dann halbes jahr spielt fällt man raus ist nicht mehr in den turnieren drin.
00:41:32: das verdient weniger geld.
00:41:33: das ist der ziel.
00:41:35: ja so ein bisschen so ein kreislauf ja Das
00:41:38: finde ich auch nach wie vor echt unglaublich.
00:41:40: Das kann man auch einfach gar nicht vergleichen mit der Fußballwelt, wo man halt einfach so, keine Ahnung, gefühlt.
00:41:45: Ich habe jetzt hier einen vier Jahresvertrag bei AC Florence unterschrieben und ich weiß, dass ich im Prinzip jetzt vier Jahre dieses Gehalt bekomme bei diesen Vereinen unter Vertrag bin und da kann mir erstmal nichts passieren.
00:41:55: Das stelle ich mir bei euch so unglaublich hart vor, dass du halt nicht so richtig Planungssicherheit hast.
00:42:00: Und ich dachte schon, mein Business ist ein Geschäft, wo ich quasi in den Transferperioden von Siehe letztes Jahr, Union Berlin, am letzten Transfertag zu Arze Florence gewechselt und innerhalb von einem Moment sozusagen hat sich mein Leben komplett verändert.
00:42:14: Und ich dachte schon, dass das ein Geschäft ist, wo man mit nichts rechnen kann und wo man sich auf nichts einstellen kann.
00:42:19: Aber das ist bei euch in eurem Geschäft ja noch mal eine ganz andere Hausnummer, oder?
00:42:24: Ja, man muss sich so ein bisschen darauf einstellen, dass nichts planbar ist, wirklich.
00:42:28: Ja, man wird halt sehr, sehr häufig überrascht auf dem Weg, was passieren kann.
00:42:33: Man kann den Erfolg wahrscheinlicher machen, aber eine Garantie gibt es halt nie.
00:42:37: Es ist einfach, ja.
00:42:39: Man braucht auch ein bisschen Glück.
00:42:41: Das gehört immer dazu.
00:42:42: Klar.
00:42:42: Man kann so viel arbeiten, wie man möchte, aber man muss auch echt viel Glück haben.
00:42:47: Das verstehe ich.
00:42:49: Wir haben jetzt gerade schon darüber gesprochen, dass du mit Stolz auf deine Karriere zurückblicken kannst.
00:42:53: Aus der Ferne würde ich trotzdem mal sagen, dass deine Karriere ein bisschen so ein Auf und Ab.
00:42:57: gewesen ist.
00:43:06: Das ist ja erst mal das, was das steht.
00:43:13: Schon gesagt, die Schallmauer ist diese zweistellige Rangliste.
00:43:16: Du warst im Jahr zwanzig, einzwanzig.
00:43:19: Da gehört es zu den einzwanzig Besten der Welt.
00:43:21: Das ist ja einfach mal ein Fakt.
00:43:23: Gleichzeitig guckst du aber auch natürlich gemessen an den Zahlen und der Rangliste auf schwere Zeiten zurück.
00:43:28: Wie blickst du und wie schaust du auf deine Karriere?
00:43:31: Sehr stolz.
00:43:32: Es gibt immer was, was man aussetzen kann, finde ich.
00:43:35: Das ist auch, glaube ich, was mich und was viele Sportler antreibt, wo das Gefühl ist.
00:43:42: Ich hätte noch mehr machen können oder ich möchte doch mehr.
00:43:45: Das ist was Gutes, was Positives, solange das in der Balance ist.
00:43:51: Weil es gibt einfach mal in der Karriere schlechte Phasen, die gönnen dazu.
00:43:56: Das Wichtigste ist immer, wie man so ein bisschen daraus kommt, was man daraus lernen kann.
00:44:01: Und es hat sich gezeigt, dass ich da halt wieder zurückkommen konnte in gewissen Phasen.
00:44:06: Viele Schwierigkeiten auch einfach dabei sind.
00:44:09: Es geht halt nicht immer gerade aus, nur nach oben.
00:44:12: würde ich schon sagen, dass ich relativ konstant gut ordentlich gespielt habe in Top-Hundert, nie richtig in den Top-Top-Bereich, so Top-Ten.
00:44:22: Für Top-Zwanzig hatte ich ein Matchball in Stuttgart, aber mein Gegner hatte ein Matchball für die Top-Ten.
00:44:28: Er hat ihn genutzt, aber trotzdem ist es was absolut Positives, richtig positiv.
00:44:36: Hat mir so viel gegeben, bisher schon in meinem Leben, mir so viel ermöglicht alles.
00:44:40: glaube ich gehe ich komplett mit was mich trotzdem interessieren würde weil ich auch da glaube dass es ganz anders ist als beim fußball.
00:44:48: kannst du die erklär oder hast du eine erklärung dafür wie diese schwankungen zustande kommen?
00:44:53: ja absolut ich glaube es gibt wenig spieler die ein ja konstant unglaublich gut durchspielen.
00:45:01: das sind ausnahmespieler die das schaffen.
00:45:03: für die anderen ist es halt auch.
00:45:06: der kalender ist lang Und es ist so voll.
00:45:09: Es ist einfach nicht möglich, das ganze Jahr auf Top-Niveau so zu spielen.
00:45:14: Jeder hat mal sein Peak, jeder hat Niederlagen-Serien.
00:45:18: Ich habe eine Statistik gelesen, glaube ich.
00:45:22: Roger Federer hat, glaube ich, fifty-fünfzig Prozent der Punkte in seiner Karriere gewonnen.
00:45:27: Da sieht man mal, wie eng das beieinander ist.
00:45:29: Man würde jetzt sagen so, okay, wow, der hat ja so viel gewonnen, der müsste ja viel, viel mehr gewonnen haben.
00:45:35: Prozentual, aber... es ist halt echt sehr sehr eng beieinander.
00:45:40: es ist viel.
00:45:41: ich hatte vorhin auch schon mal gesagt so man fühlt sich halt vielleicht bei fünf bis sechs matchen bei hundert prozent dass man wirklich sagt wow heute war echt ein super tag.
00:45:51: ich habe alles so abgerufen wie es mir gewünscht habe aber es gehört halt immer auch ein gegner dazu.
00:45:56: es ist ein kampf von zwei spielern bei uns.
00:46:01: deswegen Manchmal spielt man sich auch so ein bisschen in so ein Lauf rein.
00:46:05: Der mentale Aspekt hat sehr sehr viel damit zu tun.
00:46:08: Wenn man ein bisschen gewinnt Matches, kommt man in so ein Flow rein.
00:46:13: Gleichzeitig kann man auch in Abwärtsstrudel reinkommen.
00:46:15: Es geht sehr schnell.
00:46:17: Lass uns doch sehr gerne mal genau in diesen Moment reinkommen, den du gerade beschrieben hast von diesen fünf, sechs Matchen, wo du bei hundert Prozent bist.
00:46:24: Was muss alles zusammenkommen, damit du diese beste Leistung abrufen kannst?
00:46:28: Ich würde in dem Kontext sehr, sehr gerne die Jahre dreiundzwanzig und vierundzwanzig von dir mit aufgreifen, weil du da, auch da werden die Infos stimmen, von hundertsechzig auf eben einzwanzig gesprungen bist.
00:46:38: Du bist damals als Lucky Loser ins Turnier in Madrid.
00:46:41: Ich kenne mich noch sehr, sehr gut erinnern, gegangen und hast dann nur ganz, ganz knapp nach einem riesen Match ging.
00:46:46: Alkaras im Finale verloren.
00:46:48: Vierundzwanzig geht es dann weiter, dass du das Einzelturnier in München gewinnst und auf einmal bist du ein Zwanzigster.
00:46:54: Was ist da passiert?
00:46:55: Also, wie gut hast du dich da gefühlt und worauf basierst du das?
00:46:59: Ja, manchmal kann man das nicht einhundertprozentig erklären, wieso solche Dinge passieren.
00:47:04: Ich glaube, dass es sehr, sehr häufig die Arbeit ist, die man vorher reingesteckt hat und es klickt in manchen Momenten einfach.
00:47:10: Man fühlt sich so ein bisschen im Flow, dass vieles gelingt.
00:47:15: Beispielsweise in München beim Turnier waren alle Matches sehr gut.
00:47:20: Ich habe im Halbfinale eines der besten Matches gespielt.
00:47:24: Ich habe am Halbfinaltag, glaube ich, mein Viertelfinal zu Ende gespielt, was abends abgebrochen wurde.
00:47:29: Ich habe das Halbfinale gespielt, habe noch ein Doppelhalbfinale nachgespielt und am nächsten Tag das Finale zu spielen.
00:47:35: Bei vier Grad, das ist für Tennis Verhältnisse, jetzt bei Niese Regen, das ist jetzt... Eigentlich nicht die Bedingungen, die mir liegen würden, weil ich eigentlich ein bisschen wärmere Bedingungen bräuchte für ein schnelleres Spiel.
00:47:49: Aber da hat es einfach geklickt und für mich war das so der erste Titel, den ich dann, ich glaube, ich war da gewonnen habe, extrem spät in der Karriere.
00:48:00: Das hat mir absolut gefehlt, muss ich auch sagen.
00:48:02: Also hätte ich die nicht gewonnen, das wäre... Es hätte mir richtig wehgetan.
00:48:06: Vor allem das Match, wo ich gesagt habe, wo ich für die Top-Zwanzig gespielt habe, war auch noch das Finale in Stuttgart vor Heimpublikum, volles Haus.
00:48:16: Elfneuern im Teibrik, verloren.
00:48:18: Ich dachte nach der Niederlage, wow, okay, aber das ist meine letzte Chance, jetzt hier einen Titel zu gewinnen.
00:48:23: Aber ja, es hat geklappt.
00:48:25: Aber in Madrid, zwanzig, dreinzwanzig, war es auch verrückt, etwas.
00:48:30: Ich habe in der Quali verloren, am meinem Geburtstag.
00:48:33: Ein richtig schlechtes Spiel gespielt, zwei, sechs, vier, sechs, zwei, sechs verloren.
00:48:38: Oder abends, hat irgendwer aus dem Hauptfeld abgesagt, dann wurden aus drei Leuten, wurden zwei rausgezogen, die ins Hauptfeld gerutscht sind.
00:48:47: Ich war einer von den zwei.
00:48:49: Zumindest habe ich dann eine zweite Chance gekriegt.
00:48:51: Und dass sich das dann so entwickelt, ist absurd gewesen.
00:48:54: Irgendwie war das ein bisschen wut, weil es nicht so gut gelaufen ist.
00:48:58: Es war jetzt erst recht, so das Gefühl.
00:49:02: Ich wollte es mir auf eine gewisse Art noch mal beweisen, dass noch nicht so da waren, in dem Ende zweiundzwanzig waren schon einige Zweifel da, was du auch am Anfang angesprochen hast, ob das jetzt das war, so für
00:49:16: mich
00:49:16: persönlich.
00:49:17: oder warum mache ich das denn jetzt?
00:49:20: Ich bin wieder auf kleineren Turnieren hier, Spiel auf Challenger Turnieren vor weniger Leuten, man gewöhnt sich relativ schnell.
00:49:27: Leider an höhere Standards, finde ich.
00:49:30: Man ist auf guten Turnieren unterwegs, spielt vor guten vielen Leuten, spielt gegen Top-Gegner, hat gutes Essen, es gibt gute Hotels, dann geht man auf eine Ebenen niedriger, hat vielleicht nicht mehr das beste Hotel und da muss man halt auf jeden Fall bodenständig bleiben.
00:49:49: Aber da habe ich am Anfang gestruggelt natürlich, weil das Switch war nicht leicht wieder.
00:49:54: Nicht, dass ich jetzt gesagt hätte, okay, das Hotel gefällt mir jetzt nicht so unbedingt, sondern, okay, ich spiele es gegen Gegner, der steht in der Weltrangliste, der aber jetzt gerade nicht schlechter spielt und der mich eigentlich hier dominiert gerade.
00:50:05: Und wenn ich nicht meinen Leistung nicht abrufe, dann kriege ich einen mit und das ist auch dann passiert ein paar mal.
00:50:11: Und da muss man manchmal auf den Fresse fallen, leider, es ist so.
00:50:14: Daraus kann man nur lernen.
00:50:16: Ja, dass die Erfolge sich dann ergeben haben, war... Ja, das war nicht planbar und das hätte ich auch vor dem Jahr gesagt, wow, wie soll das denn jetzt gehen, aber es ist passiert.
00:50:29: Ja, es ist passiert und es ist vielleicht ja auch einfach die Video am Anfang eingangs gesagt, dass die Belohnung für die Arbeit, die man im Vorfeld halt eben geleistet hat, dass es sich dann einfach alles dann auf den Punkt genauso auszahlt, wie man sich das wünscht.
00:50:43: Es ist jetzt gerade in der... In der Beschreibung bei dir auch so ein bisschen durchgeklungen, dass die mentale Ebene, und da möchte ich unbedingt gerne noch mit dir darüber sprechen, eine unfassbare große Rolle einnimmt in eurem Sport.
00:50:55: Du hast gerade von diesem Switch gesprochen, dass man sich dann wieder an kleine Turniere gewöhnen muss.
00:50:59: Und wir wissen alle, dass hat überhaupt nichts mit Arroganz zu tun, sondern der Mensch ist halt einfach jemand, der sich sehr, sehr schnell an etwas gewöhnt, im Guten wie im Schlechten.
00:51:07: Mal ganz grob und groß gefragt erst mal, wie mental ist euer Sport?
00:51:11: Welche Bedeutung hat der mentale Aspekt in eurem Sport?
00:51:14: unfassbar groß.
00:51:15: es gibt im mentalen aspekt es gibt den technisch taktisch würde ich sagen und es gibt den fitnessaspekt.
00:51:22: das ist in den letzten jahren alles sehr sehr extrem.
00:51:26: also es war immer schon professionell.
00:51:27: aber ich habe das gefühlt dass sie die junge generation die hochkommt die sind alle auf jeden fall total fit die spielen alle hart die schlagen alle hart und sind taffer teilweise in einer gewissen weise taffer Vielleicht ganz oben nicht unbedingt so wie die Big Three die das so dominiert haben früher jetzt halt Outstanding gerade Alcaraz und Sinar.
00:51:53: das ist der Wahnsinn was die da abreißen.
00:51:56: das ist unfassbar wahnsinn wirklich.
00:51:58: aber sonst tennis ist ein sehr mentaler sport.
00:52:02: wir sind allein auf dem platz.
00:52:04: also ich sage jetzt wir der ich theoretisch alleine wir spieler und haben coach von außen.
00:52:10: früher durften wir nochmals coaching bekommen.
00:52:13: Das wurde direkt bestraft.
00:52:14: Jetzt ist das ein bisschen gelockert worden, was glaube ich ganz gut ist.
00:52:19: Und es sind halt zwischen den Punkten.
00:52:20: Fünfzwanzig Sekunden Zeit.
00:52:22: Viel Zeit zum Nachdenken.
00:52:24: Ich stelle mir teilweise sogar wirklich vor, dass es viel zu viel Zeit ist.
00:52:30: Weil ich finde, wenn ich das auf meinen Sport beziehe, dann weiß ich, okay.
00:52:38: Wenn ich wollte, ich bin nicht so ein Spieler, ich war mal so ein Spieler auch, wie wahrscheinlich jeder, wenn er anfängt, aber du kannst ja trotzdem immer irgendwie einen Grund dafür finden, warum du jetzt das Gegentor bekommen hast.
00:52:48: Selbst wenn es offensichtlich deine Schuld ist, kannst du immer noch sagen, wenn du kompensieren möchtest, ja, aber der Fehler ist ja vorne beim Angriff angefangen, weil der hat schlecht angelaufen.
00:52:57: So wenn du es dir selber recht machen möchtest und wenn du selber nicht damit klarkommst, dass du jetzt ein Fehler gemacht hast, was ja völlig okay ist und auch völlig menschlich ist.
00:53:04: Bei euch passieren ständig Fehler.
00:53:07: So anforzt eros und doppelfehler et cetera pp.
00:53:11: Wie schaffst du es.
00:53:13: Diese punkte einfach abzuhaken.
00:53:14: und wie gehst du damit um, dass du einfach keinen die schuld geben kannst.
00:53:19: Ja tennis ist ein fehler sport ganz klar.
00:53:21: Ich glaube siebzig prozent sind fehler.
00:53:23: Das muss einem bewusst sein.
00:53:25: Weil es geht ja auch im tennis ein her damit.
00:53:29: Das jetzt ein grand slam turnier mit hundert und acht zwanzig spielern beginnt und einer gewinnt das.
00:53:34: Und alle anderen verlieren.
00:53:36: Wir spielen kein Unentschieden, wir verlieren dann.
00:53:39: Das ist halt, wobei ich mir manchmal einen Unentschieden wünschen würde.
00:53:43: Also...
00:53:44: Willst du manchmal nehmen?
00:53:45: Ja?
00:53:46: In welchen Momenten würdest du es nehmen?
00:53:48: Wenn ich merke auf dem Platz, das könnte jetzt eng werden.
00:53:50: Ich werde nervös.
00:53:52: Es gibt ja die Momente, wo man merkt, dass Spiel kippt.
00:53:56: Ich bin gerade nicht in meiner Stärke.
00:53:57: Ich weiß gerade nicht, wie ich das händeln kann hier.
00:54:00: Ich kann nicht zurückstecken, weil wenn ich zurückstecke, macht der andere das auf jeden Fall.
00:54:04: Also muss ich ein bisschen was machen.
00:54:07: Und ja, das liegt dann sozusagen an mir.
00:54:09: Das ist wahrscheinlich auch, wenn ich Spiele verliert.
00:54:12: Schlimmst ist irgendwo im Hotelzimmer, irgendwo fernab zu sein und dazu liegen, nicht schlafen zu können.
00:54:20: Schlimmst ist, wenn man Matchspiele hatte oder irgendwas und dann noch dumm Fehler gemacht hat.
00:54:25: Und dann hast du eine Woche Zeit bis zum nächsten Match.
00:54:28: Das zerleist ich.
00:54:29: ja, finde ich
00:54:29: auch.
00:54:29: Ja, voll.
00:54:31: Das kann ich zu tausend Prozent fühlen und deswegen bin ich auch so froh englische Wochen zu haben, vor allem nach einem schlechten Spiel, wenn man dann einfach drei Tage später wieder die Chance hat und zum Glück hat Fußball kein Gedächtnis, Tennis hat wahrscheinlich auch kein Gedächtnis und es zählt immer nur das nächste Spiel und das ist in solchen Momenten so gold wert.
00:54:48: Du hast gerade gesagt, dass du dieses Unentschieden manchmal nehmen würdest und ich finde, dass Tennis vielleicht der Sport ist, wo man am besten sehen kann.
00:54:55: wenn ein Spieler irgendwie so mental blockiert ist, wenn er es einfach gerade nicht umgesetzt bekommt, was er gerne möchte.
00:55:02: Kann man dann eigentlich ein Match schon abhaken oder ist es möglich dann noch so eine Umkehr zu schaffen?
00:55:06: Und wenn ja, wie schafft man das?
00:55:08: Ja,
00:55:09: es geht.
00:55:10: Es geht auf jeden Fall und man sollte auch immer dran bleiben.
00:55:13: Man sollte es niemals aufgeben, weil es wurden schon so viele Matches von aussichtslosem Positionen verloren.
00:55:19: Manchmal kriegt man dann ein Flow, wenn man so ein Match gewinnt und es gab häufig genug, dass man Turnier gewinnt danach.
00:55:25: Deswegen sollte man nie was aufgeben.
00:55:28: Manchmal spürt man aber auf dem Platz.
00:55:30: Egal was ich mache, es geht heute nicht.
00:55:33: Ich versuche es, aber diese Performance heute, ich fühle mich gerade nicht so wohl hier.
00:55:39: Ich möchte eigentlich nur noch hier weg.
00:55:41: Bei mir ist es eher so ein vorheimischen Publikum, wenn ich die Leute, die deutschen Fans nicht enttäuschen wollte.
00:55:48: Das triggert mich ein bisschen mehr noch.
00:55:51: Ich habe gute Matches gespielt in Deutschland, aber beispielsweise in München dieses Jahr habe ich so mit einer der schlimmsten Performances gehabt.
00:55:59: Nach dem Turnier Sieg letztes Jahr, wo ich mir so ein bisschen zu viel Druck vielleicht aufgebaut habe und das überhaupt nicht handeln konnte.
00:56:06: Ich einfach in einer schlechten Phase auch ins Turnier reingegangen bin und wirklich genadenlos ausgeschieden bin.
00:56:14: Also im Tennis ist es ja ein bisschen verrückt, da kriegst du ja eigentlich jeden Kommentar von außen mit.
00:56:19: Ja, stimmt.
00:56:20: Es ist ja eher ein ruhiger Sport, aber so Kommentare wie, ja jetzt fangen wir mal an jetzt hier zu spielen.
00:56:28: Ja, das ist klar.
00:56:29: Das ist da, das ist sein Sohn.
00:56:30: Stellen sich das immer alle so einfach vor?
00:56:32: Ja, es ist schön.
00:56:34: Im Nachhinein kann man drüber lachen und...
00:56:37: Aber im Moment tut es trotzdem weh, oder?
00:56:39: Also der Moment ist dann schon schmerzhaft.
00:56:41: Ja, aber nur weil ich selbst in dem Moment keine Lösung dafür habe.
00:56:46: Okay.
00:56:46: Weil
00:56:46: ich im Moment dann nicht die Lösung gefunden habe.
00:56:50: Das hätte mich ja auch nochmal anstachen können so.
00:56:52: So zeig ich.
00:56:53: Ich zeig mir das jetzt nochmal oder auch ich zeig das auch nochmal.
00:56:56: Aber das gibt halt unterschiedliche Matches und unterschiedliche Mindsets, mit denen man da drin ist.
00:57:03: Manchmal ist der ja mal ein bisschen befangen.
00:57:06: Wenn man jetzt eine schlechte Saison spielt, bei euch bei Union, wo du gespielt hast, du weißt, dann klappt mal was nicht und dann, wow, da fühlt man sich nicht gut auf den Platz, ne?
00:57:16: Ja, vor allem.
00:57:17: Ich fand das brutal, diese Periode bei Union.
00:57:20: Das war so eine Ohnmacht, das war so eine Machtlosigkeit.
00:57:22: Ich glaube, das ist das, was du auch gerade dann beschreibst.
00:57:25: Wenn du einfach keine Lösung hast, du grützt ins Spiel rein, du bist schon unsicher und du hoffst einfach irgendwie nur... dass es irgendwie wird, aber dieses Prinzip hoffen und das funktioniert halt in unserem Sport nicht, dann hast du schon verloren.
00:57:38: Und das habe ich so krass auch am eigenen Körper gespürt, wie ich selbst, aber auch die ganze Mannschaft so mit so einer Ohnmacht schon ins Spiel reingegangen ist.
00:57:47: Und das war brutal.
00:57:48: Darf ich
00:57:48: dich was dazu fragen?
00:57:49: Klar.
00:57:50: Das wird mich total interessieren.
00:57:52: Also ich sage das jetzt mal aus meiner Perspektive.
00:57:55: Mich beschäftigt das dann, ich identifiziere mich sehr mit dem Sport auch.
00:57:59: Ich habe natürlich neben Sport auch sehr viel, aber ich identifiziere mich sehr damit, wenn das im Sport nicht gut läuft.
00:58:10: Das ist schon hart, finde ich.
00:58:12: Dann bin ich neben dem Platz auch nicht so glücklich.
00:58:16: Das zieht einen schon richtig krass mit.
00:58:19: Also so empfinde ich das teilweise.
00:58:22: Geht mir ganz genauso.
00:58:23: Da sind wir, glaube ich, dann von einer Persönlichkeit her sehr ähnlich.
00:58:26: Meine Frau kann da sicherlich ein Lied von singen.
00:58:28: Die Situation in Union, die war halt auf doppelter Ebene, damals sehr, sehr hart, weil wir haben uns halt auf familiärer Ebene auch einfach nicht wohlgefühlt, da wo wir waren.
00:58:37: Also paradoxerweise hat Berlin irgendwie nicht zu uns gepasst.
00:58:40: Es ist okay, ich glaube nicht jede Stadt muss zu einem passen.
00:58:43: Und trotzdem war das ja für mich ein Transfer, den ich unbedingt wollte, damit ich mich in Spotlight stellen kann für die HeimEM, im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im.
00:59:00: Es gibt nur Negativität am Verein.
00:59:00: Ich bin nur scheiße drauf.
00:59:01: Und ich komme dann auch noch nach Hause, wo wir uns auch nicht wohlfühlen.
00:59:06: Das heißt, es gab überhaupt keinen Safe-Place in dieser Zeit.
00:59:08: Und ich fühle das total, was du da sagst, dass man sich ja auch so sehr mit dem Sport indefiziert und alles im Prinzip auch dafür gibt, dass man Erfolg hat.
00:59:19: Und wenn der dann einfach ausbleibt, dann nagt das unglaublich an mir.
00:59:23: Und da sind so ein einsamen Recht, den Hotel zu machen.
00:59:26: Die sind dann die maximale Bestrafung dafür, wenn es gar nicht läuft.
00:59:30: Weil es so ein mentaler Sport ist, hast du auch mentale Unterstützung?
00:59:33: Ich habe mal Mental Coaching gemacht, habe ich mal eingegangen, habe auch was unterschiedliches ausprobiert.
00:59:42: Ich habe aber sehr viele Gespräche mit meinem damaligen Trainer geführt, die mich sehr nach vorne gebracht haben.
00:59:50: Die haben mich nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Persönlichkeit sehr entwickelt.
00:59:55: So, das war unglaublich gut.
00:59:59: Das war so mit das Beste, was mir passieren konnte, fand ich.
01:00:03: Es war wirklich top.
01:00:04: Also, dass ich jemanden hatte, mit dem ich so viel reden konnte, immer ein offenes Ohr.
01:00:09: Das ist im Tennis ein bisschen paradox.
01:00:13: Man hat so wenige Bezugspersonen unterwegs.
01:00:16: Die Frage ist, vertraut man sich da komplett an, nicht mit seinem Team.
01:00:20: Ein gewisser Abstand muss auch da sein, weil wo hört's auf Leistungsdenken und dann, okay, wie ist es, wie geht's dir heute, was ist, aber die Performance wird doch hinkriegen, so ist es halt wieder ein Ballonsakt.
01:00:35: Also ist der Trainer auch im Prinzip so eine Art Psychologe?
01:00:37: für dich dann?
01:00:38: Gewisserweise schon, aber viele sagen, die Physiotherapeuten von den Tennisspielern sind so auch ein bisschen die... Psychologen, so einer gewissen Weise, das kennst du wahrscheinlich auch beim Fußball.
01:00:49: Ja.
01:00:50: Da wird halt über Gott und die Welt geredet und da gibt es dann manchmal Deep Talk, so richtig interessante Gespräche und die bringen ein meistens weiter.
01:01:02: Das kenne ich tatsächlich auch von uns, ja.
01:01:04: Die Physiotherapeuten, die haben nicht nur die Aufgabe irgendwie, den Körper in Schuss zu halten, sondern die haben tatsächlich auch echt die riesengroße Aufgabe und ich habe... erst vor kurzem noch mit meinem drüber gesprochen, einfach dieses offene Ort zu haben.
01:01:18: Nicht nur ich, auch mein Mitspieler.
01:01:20: Wir gehen da manchmal hin und wir laden einfach unsere Scheiße da ab, unsere negativen Gedanken vom Training, vom Spiel, whatever und halten einfach drauf los.
01:01:29: Und die wissen gar nicht, was die für eine wichtige Funktion haben.
01:01:32: Deswegen bin ich ihnen auch so unglaublich dankbar, dass sie da sind, weil die sind echt essentiell.
01:01:37: Ich bin überrascht, dass es bei euch im Sport auch so krass ist.
01:01:40: Ich hab ja meinen Physiotherm, der mit mir reißt auch.
01:01:43: Der nur mit mir reißt.
01:01:44: Deswegen ist das nochmal ein bisschen eine andere Situation.
01:01:47: Wir haben von den Turnieren auch immer welche da, aber den würde ich mich jetzt nicht so anvertrauen.
01:01:53: Weil das einfach, weil die andere Spieler behandeln, das ist ein bisschen zu viel Abstand dann.
01:01:59: Ja, verstehe ich.
01:02:00: Aber ja, es ist wirklich so.
01:02:03: Bevor wir auch dieses Thema zumachen, würde mich noch eine Sache interessieren, nämlich die Kombination.
01:02:08: Verletzung und Rangliste verlieren.
01:02:11: Du hast mal in einem Interview gesagt, dass die Zeit mit der Verletzung besonders schwer war für dich, vor allem auch auf mentaler Ebene.
01:02:19: Du lachst gerade schon, warum?
01:02:21: Ja, du hast mich gefragt, ob Tennis mentaler Sport ist, wie man damit umgeht mit negativen Eignissen.
01:02:29: Ich habe damals beim Turnier aus Wut, da hatte ich so eine Negativ-Serie, da würde ich sagen, im Nachhinein wirst du gleich zustimmen.
01:02:37: bin ich vielleicht nicht so ideal mit umgegangen und habe gegen die Handtuchbox getreten, weil ich einen Break gekriegt habe.
01:02:44: Ich hatte, glaube ich, null sieben in Folge Spiele.
01:02:48: Krass, weil sie nicht wusste, normal sind die aus Holz, die war aus Beton.
01:02:52: Hab dann zu meinem Trainer heraus geguckt, nachdem ich noch so ein, zwei Spiele gespielt habe und so eine Rally mit zwanzig über fünfzehn Schlägen gewonnen habe.
01:02:59: Fühlt sie nicht so gut an.
01:03:02: Hab dann zum ersten meiner Karriere aufgegeben mit zweitens Jahren.
01:03:07: Und ja, mein großer C war gebrochen.
01:03:10: Scheiße.
01:03:12: Und das hat mich dann so zwei, drei Monate gekostet.
01:03:15: Okay, ich hatte nicht gut gespielt.
01:03:16: Ich weiß nicht, ob ich die Kurve gekriegt hätte.
01:03:19: Aber das weiß man nie.
01:03:21: Aber ich war dann fünfzig in der Welt und habe angefangen wieder mit hundertfünfzig.
01:03:26: Das ist ja unfassbar.
01:03:28: Ja, weil du einfach gerade deine Emotionen unter Kontrolle hattest, muss man schon fast sagen.
01:03:32: Hat sich aber ein bisschen aufgestaut, muss man auch sagen.
01:03:34: Okay, nehmen uns mit in diese Zeit.
01:03:36: Was waren dann die Herausforderungen?
01:03:38: Herausforderung Nummer eins war, mit einem kaputten See zu Hause.
01:03:44: Versuchen, dass die Kinder nicht mehr gegen den See hauen.
01:03:46: Das
01:03:46: war schon... Das ist die größte Herausforderung wahrscheinlich.
01:03:49: Das
01:03:49: war schon der knappe Parma, wenn Freunde zu Besuch waren.
01:03:52: Das war nicht leicht.
01:03:54: Einfach positiv bleiben.
01:03:57: Abstand vom Tennis finden war gut.
01:04:00: Tennis gucken konnte ich nicht im Fernsehen.
01:04:02: weil es mich aufgeregt hat, sind die Spieler, dann irgendwann kam so wieder die Lust dazu, aber dieses Bewegen dieser Prozess, dass es dann wieder weht hat, dann kam eine Folgeverletzung, weil ich den Fuß falsch belastet hatte natürlich, war kurz davor wieder zu spielen, dann musste ich wieder zweimal Pause machen.
01:04:19: Wie gut kann man eine Verletzung überhaupt auskurrieren?
01:04:23: Wenn man diesen Druck hat, eigentlich so schnell wie möglich in dieses Tennis-System wieder einzusteigen, du sagst gerade selber, drei Monate und du bist von Top-Fifty auf Hundertfünfzig.
01:04:32: Erzeugt das nicht einen unglaublichen Druck und in der Konsequenz halt auch einfach ein nicht vernünftiges Aushallen von Verletzungen.
01:04:39: Ich glaube, jeder Spieler spielt auch ein paar Mal verletzt.
01:04:43: Okay, ist das ja, Schmerzmittel werden ein bisschen genommen, dann denke ich mal.
01:04:48: Ich persönlich habe jetzt selbst sehr wenig mal Karriere nehmen müssen, dass gut ist.
01:04:52: Ja.
01:04:52: Es ist schon Druck zurückzukommen.
01:04:55: Bei mir war es so, ich hatte schon eine relativ ordentliche Karriere, deswegen war es jetzt nicht finanziell so.
01:05:02: ein Druck direkt da, was natürlich sehr gut war, dass ich dann mir die Zeit geben konnte.
01:05:10: Aber jetzt ein Spieler, der sich das Top-Hundert hochgespielt hätte, bei dem wäre es dann vielleicht ein bisschen schwierig geworden.
01:05:18: zwei, drei und zwanzig hatte ich mich auch verletzt an der Hüfte, konnte dann auch dreimal nicht spielen.
01:05:23: Und es gibt Regularien bei uns, dass manche Turniere gespielt werden müssen.
01:05:28: Und dann habe ich Streichergebnisse, kriegt Strafen, obwohl ich verletzt war.
01:05:31: Es war nicht ideal, aber gehört zum Business dazu dann.
01:05:36: Das
01:05:36: tut es wohl.
01:05:37: Ja, das Business, das Business, das Business.
01:05:39: Ich kann da auch ein Lied von singen.
01:05:41: Wir sind tatsächlich fast am Ende angekommen einer unglaublich interessanten Folge, die ... Noch sehr lange nachhalten wird, da bin ich mir sehr sicher.
01:05:49: Ich bin ja aber zum Glück diesmal gerade.
01:05:51: Alleine hier im Hotel und kann sehr viel darüber nachdenken.
01:05:55: Bevor wir aber zum Abschluss kommen, möchte ich dir noch zwei Fragen stellen, die wir allen unseren Gästen stellen, bevor es da rausgeht.
01:06:01: Stoffy, was brauchst du, um glücklich zu sein?
01:06:04: Mich zu viel.
01:06:05: Ich brauch Spaß.
01:06:07: Für mich persönlich.
01:06:08: Aber das Allerwichtigste ist einfach Gesundheit für die Family.
01:06:13: Sonst eigentlich nicht viel mehr.
01:06:15: So, dass Leben Spaß macht und alle gesund sind.
01:06:19: Kann ich nur zustimmen.
01:06:21: Welcher war der wichtigste Rat, den du in deinem Leben bekommen hast?
01:06:26: Und von wem kam dieser?
01:06:28: Da würde ich sagen, dass ich von meinen Eltern sehr viel mitgekriegt habe.
01:06:31: Dass die mir mal auf den Weg gegeben haben.
01:06:34: Dass sich harte Arbeit auszahlen wird und lohnen wird.
01:06:38: Dass man seinen Träumen folgen soll auch.
01:06:40: Das ist so... mit das was was ich meinen Kindern auf dem weg mitgeben möchte weil ich finde jeder träume und ich glaube dass die jeder die freiheit auch braucht die verwirklichen zu dürfen.
01:06:57: es gibt so viel geschichten wo auch wo ich aus freundeskreisen gehört habe wo die reingesteckt wurden dass sie nicht einfach das leben konnten durften was sie wollten Und das finde ich immer wichtig, dass man seiner Passion folgen darf.
01:07:13: So würde ich es ausdrücken.
01:07:15: Da sprichst du mir auf jeden Fall tief aus dem Herzen.
01:07:17: Und das ist ein wunderschöner Abschluss für diese tolle Folge.
01:07:21: Ich rufe dir so sehr für deine Offenheit, dass du all diese Gedanken mit uns geteilt hast, mit mir geteilt hast, dass du dir die Zeit genommen hast, hier dabei zu sein.
01:07:30: Ich glaube, von diesem Gespräch können wir alle sehr, sehr viel mitnehmen.
01:07:34: Und du kannst so unglaublich stolz sein auf deine Karriere.
01:07:37: Ich hoffe, wir alle hoffen, dass da noch einiges kommt.
01:07:40: Ein paar Jahre wirst du sicherlich noch zu gehen haben, dafür maximal ein Erfolg.
01:07:44: Und vielen, vielen herzlichen Dank, dass du da warst.
01:07:46: Gerne.
01:07:46: Hat sehr, sehr viel Spaß gemacht.
01:07:48: Danke, Robin.
01:07:48: Danke dir.
01:07:51: Ja, und das war auch schon wieder die Neufolge.
01:07:52: Wie geht's mit Jan Lennart-Struff?
01:07:55: Für Struffi geht der Kampf in der Weltrangliste jetzt weiter.
01:07:58: Und wir
01:07:58: schauen in der nächsten Folge auf einen, der auf einer ganz anderen Ebene immer schon ein Kämpfer war.
01:08:03: Cool Savasch ist zu Gast.
01:08:05: Und ich kann jetzt schon verraten, das wird eine meiner Lieblingsfolgen, weil ich selten so überrascht war von einem Gast.
01:08:10: Von dieser ganz sanften, gutherzigen Art, die Savasch hatte, die aber ihren Ursprung in einer für uns, also für mich und Robin, wirklich kaum vorstellbar herausfordernden Jugend hatte.
01:08:22: Eine Folge, da bin ich mir sicher, in der ihr Savasch ganz neu kennenlernen werdet.
01:08:26: So war es zumindest für Robin und mich.
01:08:28: Also, wenn ihr das nicht verpassen wollt, abonniert gerne den Podcast und hört gern mal bis dahin in die alten Folgen rein.
01:08:34: Zum Beispiel, neulich haben wir mit Andreas Wellinger gesprochen, Skispringer, Einzelsportler, aber eben auf einem ganz anderen Feld als Struffi und trotzdem gab's die eine oder andere Parallele.
01:08:44: Hört gern mal rein, vor allem aber genießt den Herbst, achtet auf euch.
01:08:55: Robin Richter und Jonas Hafke.
01:08:59: Produktion und Management.
01:09:01: Julian Brugmann.
01:09:03: Redaktion.
01:09:04: Nils Stratmann und Robin Gosens.
01:09:07: Wie geht's erscheint alle zwei Wochen.
01:09:09: Überall, wo es Podcasts gibt.
01:09:12: Bis zum nächsten Mal.
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