Wie geht's, Kool Savas? - Folge 18
Shownotes
Kool Savas ist einer der einflussreichsten Rapper Deutschlands – und einer der reflektiertesten. Im Gespräch mit Robin Gosens und Nils Straatmann spricht er über Wut, Verlust und die Suche nach Balance. Über die Narben einer Kindheit, die ihn früh gelehrt hat, dass Kontrolle überleben bedeutet – und warum genau diese Kontrolle ihm später oft im Weg stand. Er erzählt, wie Hip-Hop für ihn zur Therapie wurde, lange bevor er wusste, dass er überhaupt Hilfe brauchte. Wie er als Vater gelernt hat, Konflikte auszuhalten statt sie zu vermeiden. Und warum er heute über Männlichkeit, Schwäche und Trauer ganz anders denkt als früher. Ein Gespräch über toxische Texte, fehlende Mentoren, den Tod seines besten Freundes und um das Loslassen – von Menschen, Erwartungen und Dämonen.
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Aufnahmedatum: 23.09.2025
Transkript anzeigen
00:00:01: Mein Vater war halt im Knast, absolute Ungewissheit, ob er überhaupt noch mal wiederkommt.
00:00:05: Ich hatte das Gefühl ja, vielleicht stirbt er auch da drin, vielleicht wird er umgebracht.
00:00:10: Das klingt halt so super kacke.
00:00:11: Man will eigentlich sowas gar nicht aussprechen, aber ich würde schon sagen, dass ich hier und da irgendwie Minderwertigkeitskomplexe hatte und auch hier und da irgendwie Hubsonne.
00:00:21: Vielleicht auch aus diesem Ding, dass ich halt mich nie intensiv geschlagen habe und nie intensiv kaputtgeschlagen wurde.
00:00:27: Also ich wurde schon geschlagen, aber das sehr persönlich jetzt.
00:00:30: Aber ich glaube, das fehlt mir schon so auch ein bisschen in meiner Männlichkeit.
00:00:34: Dieses Zeit halt alle wunden, dass in meinem Fall trifft das nicht zu.
00:00:38: Vielleicht bin ich auch sehr sensibel.
00:00:40: Ich vermisse ihn ständig.
00:00:42: So, das war auf jeden Fall der schwerste Verluste in meinem Leben, definitiv.
00:00:47: Wenn ich an meine Jugend zurückdenke, muss ich sagen, dass Rap dort eine unglaublich große Rolle gespielt hat.
00:00:52: Zwangsläufig hat deswegen auch unser heutiger Gast eine prägende Rolle eingenommen in dieser Zeit.
00:00:57: Coolster Wasch.
00:00:58: Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich seine Muka als Teenie hoch und runter gepumpt habe und sie mich einfach intensiv durch die Jugend begleitet hat.
00:01:05: Es ist irgendwie absurd, dass wir uns jetzt Jahre später zum Interview verabredet haben und über mentale Gesundheit sprechen.
00:01:11: Träumen lohnt sich uns so.
00:01:13: In unserem Gespräch geht es um die großen Fragen, Wer bin ich?
00:01:16: Wo gehöre ich hin?
00:01:17: Und was möchte ich später aus meinem Leben machen?
00:01:20: Kuzawa schaut eine alles andere als leichte Kindheit hinter sich.
00:01:23: Früher Umzug in ein schwieriges Berlin, Vater im Gefängnis und schon sehr früh Verantwortung für die gesamte Familie.
00:01:29: Wie hat ihn das geprägt?
00:01:31: Wie ist aus dem Kind das aufgrund seiner Herkunft oft ausgegrenzt wurde, der King of Rep geworden?
00:01:36: Wir sprechen über sein Leben als Rapper, seine Ansichten als Mensch und wie sie sich verändert haben.
00:01:41: Und beantworten die Frage ob und warum er sich für den besten Rapper Deutschland zählt.
00:01:45: Es ist ein wirklich intensives Gespräch geworden, weil ich schon währenddessen gemerkt habe, wie unterschiedliche Welten sein können, in denen man aufwächst und wie anders sie einen Menschen demnach prägen.
00:01:54: Ich bin unfassbar beeindruckt von Cool Savage.
00:01:56: Das war ich zwar schon immer aufgrund seiner Musik, jetzt bin ich es
00:02:00: auch
00:02:00: und das ist vermutlich noch viel viel wichtiger aufgrund des tollen Menschen, der er ist.
00:02:04: Ich wünsche euch ganz viel
00:02:05: Spaß
00:02:05: bei Wie geht's?
00:02:10: Das ist Wie geht's?
00:02:12: Cool Savage.
00:02:18: Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge Wie geht's?
00:02:21: Mein Name ist Nils Stratmann.
00:02:22: Vor mir auf dem Bildschirm sehe ich natürlich wie immer Robin.
00:02:26: Und bei uns ist der wichtigste Rapper oder sagen wir ein bisschen kleiner, einer der wichtigsten Rapper der deutschen Rap-Szene Cool Savas Sitz bei uns.
00:02:35: Schönen guten Tag.
00:02:36: Dank für die Einladung.
00:02:37: Es gibt wahrscheinlich wenig Rapper, die die Szene so geprägt haben wie du.
00:02:41: Es gibt wahrscheinlich auch wenig Rapper, die die Fußball-Kabinen in Deutschland so geprägt haben wie du.
00:02:45: Bevor wir aber zu dir kommen, natürlich wir immer erstmal an dich, Robin, die Frage, wie geht's?
00:02:49: Ja, mir geht's gut tatsächlich.
00:02:51: Ich komme aus einer sehr turbulenten Phase, wo relativ viel los war bei mir im Leben, sowohl privat als auch sportlich, irgendwie so ein bisschen viele Negativ-Einflüsse gerade, aber das heutige Gespräch, bin ich mir ganz sicher, wird mich da so ein bisschen rausziehen.
00:03:06: Verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass ich großer Fan von unserem heutigen Gast bin.
00:03:10: Kulzawasch hat mich so ein bisschen durch meine Kindheit getragen mit seiner Musik.
00:03:13: Das kann ich wirklich so sagen und das ist nicht ein Eingeschleime.
00:03:16: Deswegen freue ich mich sehr auf das Gespräch.
00:03:18: Kulzawasch, schön dich hier zu haben.
00:03:19: Wie geht es dir denn mal, lieber?
00:03:21: Erst mal danke für die lieben Worte.
00:03:22: Das habe ich natürlich nicht erwartet jetzt, aber vielen Dank.
00:03:25: Ich fühle mich geehrt.
00:03:27: Wie geht es jetzt gerade eigentlich auch ganz gut?
00:03:30: Ich habe mein Album jetzt fertig und mein Kopf ist eigentlich schon wieder beim nächsten Projekt.
00:03:35: Das Einzige, was nicht so gut ist, ist, ich muss jetzt meinen Studio verlassen, in dem ich jetzt zehn Jahre lang war.
00:03:40: Und da ist eine Menge Zeug passiert und da steht jetzt so ein Umzug bevor und so weiter.
00:03:46: Das war so ein bisschen Stress.
00:03:47: Da war ich so unsicher, wo geht das hin?
00:03:51: Weil die Gegend, wo mein Studio ist, das ist in der Nähe von Bamberg, mitten auf dem Land.
00:03:54: Ich habe mich da sehr dran gewöhnt.
00:03:56: Und dann hat mir fast das Gefühl, dass das für immer weg ist.
00:04:00: Das Schicksal hat dann seine Finger ins Spiel gebracht und hat mir dann quasi ein Studio gegenüber, genau eine Hausnummer weiter beschert.
00:04:08: Aber ist das so?
00:04:09: Ich mein, dein Album kommt heute in acht Tagen raus und du sagst, du bist jetzt schon beim nächsten Projekt.
00:04:16: Ja, also für mich ist das Album jetzt schon thematisch durch.
00:04:18: Also ich habe heute nochmal zwei, drei Songs im Auto gehört, aber im Großen und Ganzen ist es dann so, ich höre da meistens die Songs auch gar nicht mehr, bis ich damit live auftreten muss.
00:04:27: Diese Rastlosigkeit, die wird nie befriedigt.
00:04:28: Da ist dann immer nur okay, wie geht es jetzt weiter, was machst du als nächstes?
00:04:32: Das ist nicht auch irgendwie belasten, weil ich kenne diese Rastlosigkeit von mir auch.
00:04:35: Bei mir geht es dann eher in diesem Fußballkontext immer weiter und ich will mehr erreichen, ich will höher kommen und möchte bei besseren Vereinen spielen.
00:04:42: Ist es nicht irgendwie für dich auch total eine belastende Situation im Kopf, wenn du jetzt eigentlich auf der einen Seite sagst, ich habe jetzt so hart an dem Album gearbeitet, das ist ein richtig geiles Ding geworden und auf der anderen Seite sagst du aber auch, okay, ich hake das ab, weil ich möchte jetzt direkt weitermachen.
00:04:55: Wo bleibt dann dieser Moment, wo du quasi stillstehst und genießt?
00:05:00: Also die stillen Momente, ich nehme die schon.
00:05:02: Es ist jetzt nicht so, dass ich nonstop nur am Arbeiten bin, aber... Ich glaube, ich habe mich einfach daran total gewöhnt, dass ich immer irgendwie was im Hinterkopf brauche, womit ich mich beschäftige.
00:05:12: Und das gibt mir ja auch, das ist ja meine Form der Freiheit, auch zu wissen, dass ich das machen darf und das machen kann und dass das mein Leben auch bestimmt.
00:05:20: Aber natürlich ist es auch so, also wir haben ganz klar auch mit meinem Team, haben wir abgesprochen, wenn was Privates im Kalender steht, zum Beispiel, dann ist das absoluter, das Vorrang vor allem.
00:05:29: Also mein Booker weiß mittlerweile in den Schulführigen, brauchen wir gar nichts einzutragen, weil ich das sowieso nicht mache.
00:05:34: Also ich habe ganz bewusst... auch wirklich längere Zeiträume, die ich nur mit Frau und Kind verbringe.
00:05:39: Aber war dieses Getrieben sein, wie du es gerade aber sehr positiv beschreibst?
00:05:44: War das was, was sich durch dein Leben getrieben hat?
00:05:46: Und jetzt bist du einfach an dem Punkt, wo du sagen kannst, geil, ich bin soweit, dass ich einfach wirklich diese ganzen Dinge, die ich machen will, auch realisieren kann?
00:05:54: Oder ist es eher so, dass es sich andersrum entwickelt hat?
00:05:56: Geil, ich hab die Möglichkeiten und jetzt hab ich auch Bock, Zeug zu machen.
00:06:00: Ich glaub so vom Gefühl her, es schwang immer irgendwie mit.
00:06:04: Aber mir war nicht bewusst, was das ist.
00:06:06: Ich glaube, das hat viel mit unserer Flucht zu tun und dieses Gefühl von Unsicherheit, okay, wo bleibt man?
00:06:12: Was ist jetzt überhaupt los?
00:06:13: Befinden wir uns in Gefahr?
00:06:15: Das hat sich irgendwie so transpiriert in so ein Gefühl von irgendwas.
00:06:19: in mir brennt die ganze Zeit.
00:06:21: Ich weiß nicht genau, was es ist.
00:06:22: Und als ich dann die Musik für mich entdeckt habe, hatte ich dann tatsächlich das sogenannte Ventil und konnte das dann da drin alles ausleben und dann halt auch zu Positiven umwandeln.
00:06:31: Jetzt sprichst du ein großes Thema schon an, diese Flucht.
00:06:34: die du damals hattest.
00:06:35: Und das ist sicherlich ein Thema, was sich durch dein gesamtes Leben zieht bis heute.
00:06:39: Das hast du gesagt, mal ganz offen gefragt.
00:06:42: Wie hast du deinen sechsten Geburtstag gefeiert?
00:06:45: An meinen Sechsten kann ich mich nicht so gut erinnern, wie ich ihn gefeiert habe, weil das war so... eine sehr turbulente Zeit, weil kurz vor meinem sechsten Geburtstag, tatsächlich an dem Tag, als mein Vater rausgehen wollte, mir ein Geburtstagsgeschenk holen, wurde er verhaftet, wurde er abgeholt von der türkischen Polizei.
00:07:02: Ab dem Punkt habe ich ihn fünf Jahre lang dann nicht mehr gesehen.
00:07:04: Dann war er fünf Jahre lang weg, verschwunden und dann erinnere ich mich nur noch, dass mein Opa vorbeikam, dass wir bei Rechtsanwälten waren und dann war es so eine Woche später, saßen wir auf einmal im Zug nach Aachen.
00:07:17: ganz neues Umfeld, auf einmal dort eingeschult werden.
00:07:21: Also es ging alles Schlag auf Schlag.
00:07:23: Ich hatte nicht so viel Zeit, mich mit der Situation anzufreunden.
00:07:25: Und ich glaube, das hat mich nachhaltig traumatisiert.
00:07:28: Und damals gab es das nicht so, dass man gesagt hat, jetzt geht man mit dem Kind zum Therapeuten oder so und schaut, was da los ist, sondern meine Mutter hat weitergearbeitet.
00:07:36: Mein Vater war halt im Knast, absolute Ungewissheit, ob er vielleicht überhaupt noch mal wieder kommt.
00:07:41: Dann hat meine Mutter da auch relativ transparent immer mit mir kommuniziert.
00:07:45: Und ich hatte das Gefühl, ja, vielleicht stirbt er auch da drin, vielleicht wird er umgebracht.
00:07:49: Und diese Angst, da mein Vater für immer auch zu verlieren, das hat sich irgendwie schon auch damals sehr manifestiert.
00:07:55: Und ich musste damit irgendwie lernen, klarzukommen, mehr oder weniger.
00:07:59: Du bist ja ein Aachen geboren.
00:08:00: Warum seid ihr überhaupt zurück in die Türkei gegangen?
00:08:03: Also mein Vater ist Türke, meine Mutter ist Deutsche, mein Vater kam zum Studieren nach Aachen und hat sich dann dort politisiert und war dann irgendwann so politisch aktiv, als er meine Mutter kennengelernt hat.
00:08:13: Das war ja so nach der Hippie-Bewegung, wo eh schon alles sehr politisch war, aber meine Eltern waren halt oder sind Sozialisten, Slash-Kommunisten, wie auch immer man das jetzt ausdrücken möchte.
00:08:24: Und dann war klar, in der Türkei, da besteht Handlungsbedarf.
00:08:28: Und da war ja gerade dieser Militärputsch.
00:08:30: Und meine Eltern hatten das Gefühl, die müssen dort sein vor Ort in der Türkei und müssen da was machen, müssen da arbeiten.
00:08:36: Mein Vater hatte eine Druckerei und hat da halt auch kritische Sachen gedruckt.
00:08:41: Und er war jetzt nicht militant in dem Sinne.
00:08:44: Es war keine bewaffnete Organisation oder so, aber eine hochpolitische Organisation.
00:08:50: Im Endeffekt wurde dann ein Mitarbeiter von ihm festgenommen.
00:08:53: Und dann hat man den ausgequetscht und am ersten Tag, glaube ich, der Freuter hat er direkt auch damit er da rauskommt, den Namen meines Vaters genannt und meinte, der wär ein hohes Tier.
00:09:01: Und ich hab dann später auch noch so Zeitungsartikel gefunden, wo mein Vater mit seinen Genossen stand und dann tatsächlich auf den Tischen irgendwie ohne Ende Waffen, die hatten halt nie was mit Waffen zu tun.
00:09:10: Also mein Vater ist ja auch sehr offen, was das angeht.
00:09:13: Und das war gar nicht deren Film.
00:09:14: Es gab auch Organisationen, die auch militant waren und die sich auch bewaffnet haben.
00:09:19: Aber der Weg vor meinem Vater war ein anderer.
00:09:21: Da ging's mehr darum.
00:09:22: um das Proletariat aufzuwecken und einen Bewusstsein zu schaffen und auf die Straße zu gehen und den politischen Wandel dann irgendwie anzuregen.
00:09:31: Das klingt für mich irgendwie so unglaublich weit weg.
00:09:33: Ich denke nicht, wir können das gar nicht begreifen, was du da eigentlich gerade beschreibst.
00:09:37: So, wenn ich jetzt an meine Kindheit zurückdenke, dann sehe ich da ein kleines Dorf vor mir und sehe einfach wie draußen auf der Straße Spiele, viel Felder und ansonsten weit und breit gar nichts.
00:09:46: Wenn du jetzt so zurückschaust, welche Erinnerungen gibt es auch an?
00:09:49: an deine Kindheit, die du bis heute mitnimmst.
00:09:53: Vieles habe ich auch vergessen tatsächlich, aber es gibt so ein paar Kernerinnerungen oder so Momente.
00:09:58: Aber ich glaube schon, dass die Angst, die ich von damals mitgenommen habe, dass die irgendwie Teil meines Lebens und meines Bewusstseins wurde so.
00:10:06: Das habe ich dann später auch versucht, irgendwie so gut es geht, aufzuarbeiten.
00:10:09: Aber ich habe das Gefühl, man hätte das auch früher irgendwie anpacken sollen.
00:10:13: Ich glaube schon, dass das irgendwie so meine Art, wie ich mich verhalte und so nachhaltig geprägt hat.
00:10:19: Ich hab mir das irgendwann so erklärt, ich tendiere halt zu Nierenstein und wenn man sich so ein bisschen mit chinesische Medizin und so weiter auseinandersetzt, die Nierensteine entstehen auch oft aus Angst, aus so einer unterschwelligen Angst, die da ist, kann damit zu tun haben.
00:10:33: Ich weiß nicht, ich will jetzt auch nicht zu esoterisch werden.
00:10:36: Aber das eine ist, dass wir jetzt über deinen Vater gesprochen haben, dass der plötzlich einfach weg war und du wirst Ideen davon gehabt haben, was dahinter steht.
00:10:44: Aber das andere ist, ich stell mir vor, dass das auch ... deine Mutter vor enorme Herausforderungen gestellt hat und auch was bedeutet hat für deine Beziehung zu deiner Mutter, weil plötzlich ist auch da eine Person einfach weg und ich stelle mir vor, dass damit ja auch ein Teil von ihr einfach verschwindet.
00:11:01: Ja, auf jeden Fall.
00:11:02: Also ich glaube, für meine Mutter war sie ein sehr großes Pflichtbewusstsein.
00:11:05: Nach wie vor ein sehr pflichtbewusster Mensch und ich glaube für sie war es so jetzt erst recht und sie hat sich total in die Arbeit gestürzt.
00:11:13: Da hat ganz viel dann in Deutschland jahrelang irgendwie auch ehrenamtlich quasi übersetzt und gemacht und getan und unser gesamtes Umfeld in Aachen bestand eigentlich nur aus türkischen, kurdischen Genossen irgendwie von uns.
00:11:24: Also da gab es auch nicht so viel.
00:11:26: nach außen irgendwie und das war auch so ein bisschen, weil du erzählt hast von deinen Kindern, es war so eine Welt, die mir so ein bisschen verborgen blieb, höchstens wenn wir mal bei meiner Oma waren oder so, dann gab es dieses Stück normale Welt irgendwie und das sind jetzt halt auch Sachen, die ich versuche natürlich als Vater auch irgendwie anders zu machen, weil ich mir auch eine andere Kindheit gewünscht hätte und ich hatte oft das Gefühl, ich sitze da irgendwie im Nebenraum und dann sind da irgendwie so... fünf oder zehn Leute bei uns im Wohnzimmer und dann wird diskutiert und ich habe verstanden, warum die politisch sind und habe auch irgendwie diese Ideale erstmal übernommen bis zum gewissen Maß, aber ich wurde dann auch schnell sehr unpolitisch und habe dann irgendwie so mit der Pubertät auch angefangen, so ein bisschen dagegen zu rebellieren und dann eigentlich in eine ganz andere Richtung zu gehen und zu sagen, ja, die Scheiße, die hat mich meinen Vater gekostet irgendwie und ich mag das nicht, ich finde das scheiße.
00:12:13: Du hast es jetzt gerade schon in einem Nebensatz angesprochen.
00:12:15: Du meintest, dass dir die normale Welt in Anführungszeichen ein bisschen vor Borg geblieben ist.
00:12:20: Impliziert das quasi, dass dir damals schon bewusst war, dass das, was du da gerade erlebst und durchlebst mit deiner Familie und deiner Mama, nicht normal war?
00:12:28: Weiß ich nicht.
00:12:28: Ob es mir so ganz bewusst war?
00:12:31: Keine Ahnung, vielleicht.
00:12:32: Also ich glaube, bis zum gewissen Mars schon, weil es gab so einfache Sachen, wie.
00:12:37: meine Eltern hatten ja unfassbar viele Bücher zu Hause, von Lenin, Karl Marx, was auch immer.
00:12:42: Ich konnte nicht einfach so Freunde mit nach Hause bringen, weil es dann immer hieß, wenn die das sehen.
00:12:45: Weil meine Eltern haben natürlich auch so eine Paraneu aus der Türkei mitgenommen.
00:12:48: In der Türkei ging es da echt um Leben und Tod.
00:12:51: Und die haben das irgendwie so mit nach Deutschland genommen.
00:12:54: Und das war dann so, wenn die Leute das sehen, nicht dass hier irgendwie keine Ahnung der Geheimdienst bei uns einreitet und so.
00:13:01: Selbst als mein Vater zurückgekommen ist, waren die ersten Dinge, die ich so erlebter war, keine Ahnung, Mnesi International war bei uns zu Hause, hat mit ihm gesprochen über die Folter und ich hab das dann ja auch als Jugendlicher dann immer wieder irgendwie gehört und durchlebt.
00:13:16: Das heißt, dein Vater kommt wieder und im Grunde hast aber nicht du ihn für dich.
00:13:21: Sondern du musst ihn erst mal mit allem und allem voran mit einer Öffentlichkeit teilen.
00:13:25: Das stimmt und ich musste ihm ja auch die Zeit lassen, dass er wieder er selbst werden kann.
00:13:29: Also er war ja total geprägt.
00:13:31: Also mein Vater ist der liebenswürdigste und ruhigste Mensch eigentlich und er kam wieder und war sehr, sehr je zornig auch.
00:13:36: Hatte auch immer irgendwie so ein Schuldbewusstsein seinen Leuten gegenüber, dass es ihm jetzt gut geht, dass er sicher ist und er wusste seine Genossen sind im Knast, die werden nach wie vor gefoltert, die sterben, deren Familien werden entführt, deren... Kinder werden vergewaltigt und so weiter.
00:13:51: Und das waren alles Sachen, die für ihn sehr, sehr schwer waren.
00:13:54: Und mein Thema war halt, ja, jeder in der Schule hat Nikes.
00:13:57: Warum kann ich nicht auch Nikes tragen oder New Balance oder all die das?
00:14:01: Das konnte halt nicht nachvollziehen.
00:14:02: Für ihn war es so, ja, trag doch meine Sandalen.
00:14:04: Geht doch auch so, ne?
00:14:06: War schwierig.
00:14:07: Ich glaube, es war auch für ihn sehr schwer, sich da reinzufühlen, was ihm sehr hoch anrechnet ist.
00:14:12: Obwohl er sehr jetzig war, er hätte mich nie geschlagen oder so.
00:14:16: Manchmal hätte er Bock gehabt, weil ich natürlich auch.
00:14:18: mein Leben war auch anders.
00:14:19: Ich habe mit Leuten gechillt, die auch gekifft haben, Sachen, die er gar nicht nachvollziehen konnte.
00:14:23: Ich habe in besetzten Häusern rumgehangen, ich habe mich draußen rumbetrieben, ich habe Züge gesprüht, musste mich von der Polizei abholen und all so ein Mist.
00:14:30: Ich habe Einbrüche gemacht, nur so eine Kacke.
00:14:33: Und ich glaube, das war für ihn schwer.
00:14:35: Aber immer, wenn es ernst wurde, mein Vater hat dann immer einen sehr kühlen Kopf bewahrt und hat seine Verantwortung als Vater doch immer sehr ernst genommen und ist dann halt mit mir zur Polizei, hat mich abgeholt, hat sich mit irgendwelchen Eltern getroffen von Jungs zu denen wir kacke waren.
00:14:51: Also der hat alles gegeben.
00:14:53: Und hat mich dann aber auch tatsächlich bei den größeren Sachen nie richtig abgefuckt.
00:14:57: Also er hat mich dann nie auf die Fresse gehauen oder so.
00:15:00: Und hat mir keine Klatsche gegeben.
00:15:02: Und bei den kleineren Sachen hat er mich aber schon angebrüllt, also auch häufig angebrüllt.
00:15:06: Und wir hatten dann so ein Verhältnis irgendwann.
00:15:08: Ich hatte ziemlich viel Angst vor ihm, obwohl er mich gar nicht geschlagen hat oder so.
00:15:12: Aber es war einfach, weil meine Mutter halt nicht so war und er sehr autoritär war und schon auch streng und sehr klare Vorstellung hatte.
00:15:20: Wie
00:15:20: alt warst du da, von welchem Alter sprechen wir gerade?
00:15:22: Mit
00:15:23: elf bis fünfzehn bin ich dann ausgezogen.
00:15:26: Mit elf kam er ja wieder nach Hause.
00:15:28: Genau, ab dem Zeitpunkt.
00:15:29: Also natürlich, wir haben uns gefreut.
00:15:31: Ich hab mich auch sehr gefreut, aber es war halt dann erst mal eine sehr, sehr schwere Phase.
00:15:35: Aber für ihn halt auch.
00:15:36: Und da hab ich dann auch gelernt, okay, oder für mich so gesagt, okay, meine Bedürfnisse sind jetzt nicht so wichtig und hab dann meinen Ding gemacht und versucht, so viel wie möglich auf der Straße rumzuhängen und meinen Freunden meinen Mister abzufeuern.
00:15:49: Aber ja, das war nicht so easy.
00:15:52: Ich kann mich auch an Konflikte mit meinem Vater erinnern, aber in einem ganz anderen Rahmen.
00:15:56: Da ging es echt darum, dass er früher mein Trainer war und er halt nicht zeigen wollte, dass er mich bevorzugt.
00:16:03: Dementsprechend hat er mich immer extra benachteiligt und quasi immer den anderen den Vorzug gegeben.
00:16:07: Und auch dadurch hat sich so eine... Ich will nicht von Hass sprechen, aber es hat sich so eine aggressive Stimmung irgendwie
00:16:13: zwischen uns
00:16:14: beiden entwickelt, dass meine Mama dann irgendwann intervenieren musste und ihm halt ganz klar deutlich machen musste, so dass es so nicht mehr weitergeht, damit man quasi unsere Beziehung noch retten kann.
00:16:25: Und ich finde es gerade irgendwie so spannend, weil du geht es auf der einen Seite irgendwie von Krieg und ein Vater war im Gefängnis und die Situation war total angespannt.
00:16:31: Er kommt zurück.
00:16:32: Oh, jetzt wird mein Sohn hier gerade wach.
00:16:33: Wir müssen da sofort nochmal einsteigen.
00:16:35: Tut mir leid, ich bin ihm zu meiner Frau.
00:16:37: Eine Sekunde und meine Güte.
00:16:40: Thema Fahrer sein.
00:16:42: Sorry Jungs.
00:16:43: Alles gut.
00:16:44: Ja, um das zu Ende zu bringen, ich finde, das macht so ein schönes Bild irgendwie auf, wie absurd diese beiden Welten waren.
00:16:50: Deswegen finde ich es einfach unglaublich, dass du einfach dann trotzdem dann deinen Weg gefunden hast, weil ich weiß, wie schwierig so eine Situation dann für ein anführungszeichen kleines Kind wie mich damals war.
00:17:00: Aber das sind ja dann im Vergleich zu dem, was du dann schon in deiner Kindheit mit deiner Familie durchgemacht hast, ganz andere Bretter, mit denen du dann schon klarkommen musstest.
00:17:09: War dir das auch bewusst halt oder war das halt einfach die Situation, die es damals eben war?
00:17:14: Nee, es war mir nicht bewusst.
00:17:15: Ich habe gesehen, dass es bei anderen vielleicht anders ist, aber das war mir nicht klar.
00:17:21: Aber ich würde auch sagen, ich tendiere auch immer dazu zu sagen, okay, wenn ich dann so rumhäude wegen meiner Kindheit, wie muss ich jetzt irgendwie wirklich ein Kriegsflüchtling fühlen oder so, ne?
00:17:30: Aber ich glaube, am Ende des Tages, die Gefühle kann man ja sowieso nicht gegeneinander aufwiegen, weißt du?
00:17:35: Also, man kann in einer schwierigen Familie irgendwo total behütet aufwachsen und das kann ... einem total zusetzen und kann einen völlig fertig machen.
00:17:44: und man kann auch in einer viel viel extremeren Situation groß werden und vielleicht bleibt der Level des Leids irgendwie vielleicht ähnlich, ne?
00:17:52: Also darum finde ich es auch immer schwer zu sagen so, guck mal, anderen geht es viel schlechter.
00:17:56: Ich finde, das ist auch so ein ganz wehrer Trost, was manchmal Leute versuchen so, ne?
00:18:00: Ja, stell dir mal vor, es könnte auch so und so sein, weil am Ende des Tages, also die Gefühle sind die Gefühle.
00:18:06: Wie viel Einfluss hat man denn darauf?
00:18:07: Ja, und eine Bewertung findet ja vor allen Dingen dann statt, wenn du zurückschaust und sagst, okay, wo hat mich das eigentlich hingebracht?
00:18:13: Was hat mir das bedeutet?
00:18:15: Und wenn du jetzt eben zurückschaust und sagen kannst, hey, aber ich bin mit mir und wie ich mein Leben Ich bin mit dem, wie ich vielleicht auch ein Verhältnis jetzt zu meinen Eltern und zu meinem Kind habe, zufrieden.
00:18:24: Dann ist das ja ein ganz großer und wichtiger Teil dieser Einordnung und dann gehört das einfach auch zu deinem Weg.
00:18:30: Und der Weg, den du dann ja genommen hast, war, das hast du eben schon gesagt, erst mal sowieso so viel wie möglich auf die Straße und dann mit fünfzehn ausgezogen.
00:18:39: Das war eine Zeit, wo nicht nur bei dir eine große Veränderung passiert ist, sondern wo auch in Berlin eine große Veränderung passiert ist.
00:18:44: Und Robin und ich haben festgestellt in der Vorbereitung, Alter, wir haben keine Ahnung, wie Kreuzberg zur Zeit war, als es noch ein Westberlin war.
00:18:52: Und wie sich das dann eben vor allen Dingen auch mit der Maueröffnung entwickelt hat.
00:18:56: Was war das für eine Zeit?
00:18:57: Ich stelle mir so Wilder Westen so ein bisschen vor.
00:18:59: Wie war das damals?
00:19:00: Irgendwie schon.
00:19:01: Also das Ding ist ja, alles war relativ behütet in Aachen.
00:19:05: Klar, Aachen hat auch so seine Probleme, aber ich habe Aachen als total grün und gechillt und behütet wahrgenommen und kam nach Berlin-Kreuzberg.
00:19:14: Vor der Maueröffnung war es ja so.
00:19:16: Niemand, der nicht in Kreuzberg gelebt hat, ist eigentlich nach Kreuzberg gekommen.
00:19:19: Es gab keinen Grund dafür, weil es gab keinen Durchgangsverkehr.
00:19:22: Also Kreuzberg hat nichts miteinander verbunden.
00:19:25: Das heißt, es war wie so eine Sackgasse.
00:19:27: Wenn du dann da gelebt hast, zwangsläufig warst du irgendwie in so einem Kosmos, der relativ klein war.
00:19:33: Obwohl Kreuzberg groß ist, aber gerade wenn du halt in einem bestimmten Alter bist und in die gleichen Jugendzentren gehst und auf den gleichen Spielplätzen schilst oder an der gleichen U-Bahn-Station schilst, dann ist es doch ein sehr enger Kosmos.
00:19:46: und da wurde ich dann das zweite Mal, würde ich sagen, nachhaltig traumatisiert.
00:19:50: Weil da gab es diese Hierarchien, das war die Gang-Zeit und da war es halt ganz klar, du musst zu einer gewissen Gruppierung gehören, ansonsten bist du einfach ausgeliefert, ansonsten wirst du halt jeden Tag abgezogen oder kaputtgeschlagen oder so.
00:20:03: Das war für mich auch schwierig.
00:20:04: Vor allen Dingen, ich war ja nur der Halbtürke, weißt du?
00:20:07: Und ich hatte nicht wirklich die gleichen Wurzeln wie all meine anderen Freunde.
00:20:11: Klar, ich hatte auch einen griechischen Freund und ich hatte einen deutschen Freund, aber selbst meine deutschen Freunde konnten alle türkisch, weil die sich zwangsläufig irgendwie auch anpassen mussten, der Situation anpassen mussten und waren oftmals, manchmal meinen deutschen Freunden waren viel gewalttätiger sogar als die anderen, weil die sich auch gesagt haben, ich muss mich ja hier durchsetzen, ansonsten bleib ich für die immer nur der Allmann und das Opfer.
00:20:30: Deswegen, ich muss denen zeigen, dass ich ... dass ich auch auf der Straße irgendwie mich bewähren kann.
00:20:35: Das konnte ich nicht so gut.
00:20:36: Ich war nie so richtig gewaltbereit und hatte auch durch meine traumatischen Erlebnisse mit der Folter meines Vaters, hatte ich eine sehr große Abneigung gegen Gewalt und hatte auch Angst tatsächlich davor.
00:20:49: Ich hatte Angst davor, in die Fresse zu kriegen und es hat mich im Nachhinein sehr geärgert und da hätte ich mir einen Vater gewünscht, der zu mir sagt, ey, das ist völlig in Ordnung, du kannst auch mal aufs Maul kriegen, aber du musst dich da noch wehren.
00:21:02: Und ein blaues Auge tut nicht so krass weh, wie man denkt, weil richtig dramatisch wird es dann erst später, weil damals wurden jetzt noch nicht so viele Leute abgestochen oder so.
00:21:09: Das ist dann nicht immer in der großen Blutfehle geendet, sondern es war mehr so, wie kann man sich auf dem Schulhof beweisen.
00:21:16: Das hat mir in meiner Jugend sehr gefehlt.
00:21:18: Und dann habe ich das halt durch graffiti gemacht.
00:21:20: oder wenn man mit den Jungs gechillt hat, dann klauen, wer kann mehr klauen, wer kann mehr Züge bemalen.
00:21:26: Das waren so die Sachen, die ich dann für mich brauchte, um mich beweisen zu können irgendwie.
00:21:31: Ich glaube, in diesem Kontext passt jetzt gut dieses Dazwischengefühl, was du mal beschrieben hast.
00:21:36: Kannst du uns sagen, was du damit meinst, dieses Gefühl dazwischen zu sein zwischen diesen beiden Kulturen, den beiden Ländern in Berlin?
00:21:43: Ja, also gerade bei jungen Leuten wüsste ihr selber, da ist immer alles schwarz oder weiß.
00:21:47: Also alles ist immer irgendwie extrem, weil es später öffnet man sich irgendwie, mit dem Alter kommt das, dass man sich anderen Ideen gegenüber öffnet, dass man sagt, jeder hat seine Realität, jeder hat seinen Glauben, jeder hat seine Herkunft, jeder hat seinen Stolz oder was auch immer.
00:22:03: Ich konnte das halt alles nicht so gut bedienen, weil auf der einen Seite meine Eltern sind intellektuelle.
00:22:08: Dazu kommt mein Vater klar, ist Türke, aber war nie nationalistischer Türke.
00:22:13: Bei uns gab es weder eine Deutschlandfahne noch eine Türkei-Fahne.
00:22:16: Da gab es jetzt nicht viele, mit denen ich das teilen konnte.
00:22:20: außer halt die Kinder von den Genossen meiner Eltern.
00:22:22: Aber ansonsten gab es da niemanden, wo so eine Identifikation hätte stattfinden können.
00:22:28: Und die Leute, zu denen ich aufschauen musste oder die ich quasi in der Hierarchie über mir akzeptieren musste, weil sie einfach gefährlicher waren und weil sie größere Familien hatten und so weiter, kam mir oftmals wirklich relativ simpel und relativ blöd vor so.
00:22:41: Aber das war halt dann auch ständig unter seinen eigenen Erwartungen bleiben.
00:22:46: Und sich auch so fühlen nicht ... hochnäsig ich bin schlauer sondern so ey das ist da ist eigentlich viel mehr und wir könnten diese diese thematik ganz anders bearbeiten.
00:22:55: aber sie wird jetzt sehr sehr primitiv und sehr einfach bearbeitet.
00:22:58: aber du hast nichts zu sagen.
00:22:59: deswegen musst du einfach mitziehen und bist dann dabei und bist dann Teil irgendeines movments oder einer gang oder was auch immer.
00:23:06: hat das nicht dann irgendwie auch zu einem?
00:23:08: zumindestens stelle ich mir das gerade in meinem kopf so vor auch in deinem kopf einen inneren konflikt ausgelöst weil es ja zeitgleich auch irgendwo eine zeit wo man wo dieses Streben nach Zugehörigkeit und dieses irgendwie ich möchte jetzt zu dem oder zu dem gehören ja weil man das so automatisch entwickelt in dem Alter ist es nicht was was dich dann auch sozusagen belastet hat weil du eben nicht genau wusstest auf welcher Seite jetzt du standest oder wohin du genau gehörst.
00:23:34: Definitiv.
00:23:35: Deswegen bin ich Hip-Hop so dankbar.
00:23:36: Deswegen werde ich Hip-Hop immer lieben, weil das war meine Heimat.
00:23:39: Das war das, wo ich mich tatsächlich zugehörig gefühlt habe.
00:23:42: Und was dann auch, wo ich das erste Mal bin, ich nach Westdeutschland gefahren wegen Hip-Hop.
00:23:47: Weil ich zu einer Jam gefahren bin und habe das erste Mal Leute kennengelernt, die auch Mischlinge waren wie ich, die auch irgendwie... gesagt haben, es spielt gar keine Rolle, ob du Chilene, bis Türke, bis Kohle, bis Araberdeutscher, spielt gar keine Rolle.
00:23:59: Kannst du gut breaken, kannst du gut sprühen, kannst du gut rappen, kannst du freestylen, das waren die Themen.
00:24:04: Und davon konnte ich eine Sache ganz gut.
00:24:06: und dann auf einmal gehörte ich dazu und auf einmal habe ich Respekt bekommen und wurde für das respektiert, was ich bin und nicht das, was ich versuche, darzustellen.
00:24:14: Und gleichzeitig beschreibst du es ja so, dass quasi der Hip-Hop und erstmal das Sprühen auch und so weiter dein Ausweg aus der Gewalt war.
00:24:22: Und dann kommst du aber zum Battle-Rap und findest da natürlich plötzlich eine Bühne, wo verbale Gewalt das Ding war.
00:24:32: War das quasi deiner Art auf intellektuelle Weise in großen Anführungszeichen da zurückzuschlagen?
00:24:40: hundert pro kann ich genauso unterschreiben.
00:24:42: das gute war natürlich das war dann nicht mehr nur auf einen bezirk reduziert sondern ich bin dann auch in andere bezirke gegangen.
00:24:48: ich bin in andere städte gegangen und da waren natürlich auch leute die jetzt nicht so super heftig unterwegs waren wie bei mir.
00:24:54: das heißt ich konnte dann auch diese Gewalt anwenden, ohne Angst vor Konsequenzen, ohne zu denken, die hauen mich gleich alle kaputt oder ich kriege gleich eine Baseballkeule auf den Kopf, wenn ich jetzt zu frech bin, sondern ich konnte einfach frech sein, ich konnte Huren so und sagen, ich konnte die Beleidigen von oben bis unten auseinander nehmen, aber tatsächlich habe ich dafür dann sogar noch Respekt bekommen.
00:25:13: Und dann haben wir gesagt, ey krass, du hast mich gerade voll platt gemacht und das war natürlich geil.
00:25:16: Es war wie wenn man.
00:25:18: Kampfsport auf einer Gentleman-Ebene macht so, wie ein Boxer, der sich auf der Straße niemals kloppen würde, weil er sagt, das ist mir viel zu primitiv, aber der im Ring dann trotzdem austeilen kann.
00:25:29: Also es war ein Sportplatz.
00:25:30: Definitiv.
00:25:31: Es war natürlich dann aber auch eine Zeit, gerade die Neunziger, du bist Anfang zwanzig, musst natürlich auch gucken, wo du bleibst.
00:25:36: Du hast selber gesagt, du kommst aus einem intellektuellen Haushalt, du bist nicht nur aus dem Zuhause damals raus mit Fünfzehn, sondern Schule wird auch immer schwieriger.
00:25:44: Du hast dann am Ende ein Hauptschulabschluss.
00:25:47: gemacht und ich stelle mir vorher geil, du findest gerade irgendwie zu dir und findest selbstbewusst dann durch einen Hip Hop, aber gleichzeitig musst du ja irgendwie klarkommen und über die Runden kommen außerhalb dessen.
00:25:58: Und musst vor allen Dingen irgendwie auch deinen Eltern erzählen, okay, ihr seid intellektuelle und ich beleidige intellektuelle Leute auf Gentleman Art.
00:26:06: Gewissermaßen.
00:26:08: Ja, das hat auch zu Spannungen geführt.
00:26:10: Also meine Mutter war sehr entspannt mit dem Thema.
00:26:12: Ich glaube, sie hat sich auch geärgert, dass ich keine Ausbildung abgeschlossen habe und dass ich nicht mal geschafft habe, einen Realschulabschluss nachzumachen, weil für meine Eltern war das irgendwie wichtig.
00:26:21: Mein Vater war sehr abgefuckt davon.
00:26:23: Der fand das wirklich sehr, sehr blöd.
00:26:24: Und das hat lange gedauert, bis er das auf einmal ernst genommen hat.
00:26:29: Das war dann so ein Hergehend mit der ersten Gage oder so oder die ersten Gagen.
00:26:33: Als er dann gemerkt hat, okay, der hat am Wochenende jetzt irgendwie tausend, fünfhundert Mark verdient.
00:26:37: Wie geht das so?
00:26:38: War für ihn natürlich auch Neuland, konnte er nicht nachvollziehen.
00:26:42: Ab wann warst du an dem Punkt?
00:26:44: Ist das schnell passiert?
00:26:45: Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, wie hast du Kohle verdient?
00:26:48: Ich hab Tagesspiegel-Lese-Gutscheine verteilt und Umzüge gemacht.
00:26:51: Das Wierde war, dass manchmal Leute mich beim Umzug oder beim Tagesspiegel gesehen haben und erkannt haben, weil die so deep in der Materie waren.
00:26:59: Selbst wenn ich meine erste Single veröffentlicht hab, hatte ich noch keine Kohle.
00:27:04: Ich hatte keinen geilen Deal und davon konnte ich mir nicht viel leisten von dem.
00:27:07: Und die Abrechnung am teilweise ein Jahr gedauert.
00:27:10: Das heißt, ich hatte eine Single, die hat sich damals Zehntausendmal verkauft, LMS war das.
00:27:14: Und die ganze Underground-Szene wusste, wer Cousin Walsh ist.
00:27:18: Gleichzeitig haben die mich auf der Straße mit einem Blaumann und ich erinnere mich echt daran.
00:27:22: Hackscher Markt hat mich echt einer mal angesprochen, weil er mich erkannt hat.
00:27:25: Und er meinte, ey, kannst du mir sagen, wo das und das ist?
00:27:26: Und hat mich dann so voll lang angeguckt.
00:27:28: Und dann hat er auch so... Aber er fand das, glaube ich, auch total verstörend.
00:27:33: Also für ihn hat das keinen Sinn gemacht.
00:27:35: Dicker, der ist doch ein krasser Rapper.
00:27:36: Was macht der hier im Blaumann?
00:27:41: Wann war das, hast du gefragt?
00:27:42: Ja, ich habe neunundachtzig angefangen zu rappen auf Englisch und habe dann sechsundneunzig auf Deutsch.
00:27:48: Mit erst einmal so ein bisschen vielleicht auch hier und da auftritt ich.
00:27:51: Ich würde sagen, achtundneunzig, neunundneunzig, da habe ich dann ... mit Deutschrap dann Geld verdient das erste Mal, aber auch wirklich sehr zögerlich, sehr, sehr langsam und dann irgendwann nahm es halt Fahrt auf und dann hat es funktioniert und dann konnte ich davon leben halt.
00:28:07: Und das war auch dann schon immer dein Traum und dein Anspruch.
00:28:10: oder bist du da halt einfach so so reingerutscht?
00:28:13: oder hattest du immer schon dieses Bedürfnis oder diesen diesen Wunsch auch Rapper zu werden und damit richtig Kohle zu machen?
00:28:20: Nee, Kohle machen stand nie auf dem Plan.
00:28:22: Also bis zu meinem ersten Deal bei der BMG habe ich noch nie richtig über Kohle nachgedacht.
00:28:26: Ich habe das erste Mal richtig Geld gesehen.
00:28:28: Das war nach heutigen Maßstaben ein sehr, sehr schlechter Deal.
00:28:31: Ein Bandübernahmevertrag bei der BMG.
00:28:33: Da habe ich ein Hundertsechzig-Karf-Vorschuss bekommen.
00:28:36: Da dachte ich mir, dicker, das ist life-changing money so, ne.
00:28:38: Jetzt verändert sich alles.
00:28:40: Aber ja,
00:28:41: ist ja auch so.
00:28:42: Ist ja auch so.
00:28:43: Vor allen Dingen... Wenn du halt auf einem Level lebst, wurde eigentlich zwei Zimmerbutze irgendwie für fünfhundert Euro in Kreuzberg.
00:28:49: Und dann kann das auf jeden Fall life changing sein.
00:28:51: Ich hab dann ja auch einige Sachen gemacht, die dann mein Leben verändert haben.
00:28:54: Erste mal ein Auto, erste mal eine große Wohnung und so weiter.
00:28:57: Ich wollte nie Musiker werden.
00:28:58: Das stand so nie auf meinem Plan.
00:29:00: Rap kam mir halt ... Gelegen, weil ich irgendwie ganz okay mit Sprache umgehen konnte.
00:29:05: Ich habe meine ersten Lyrics mit, vierzehn, tatsächlich mit meiner Tante in San Francisco.
00:29:09: Als sie da besucht habe, habe ich meine ersten Lyrics mit ihr geschrieben.
00:29:12: Das war inspiriert von LL Cool J, I Need Love und das war so ein Bluestacks.
00:29:16: War dann zurück in Kreuzberg, hab das einen Kumpel vorgerappt.
00:29:18: Der meinte echt, ich kenne jemand, der machte dann auch eine Ritze Musik.
00:29:21: Aiden heißt sehr komisch, nehmt sich da einen mit.
00:29:23: Und dann hat mir so ein Griechen am Keyboard.
00:29:25: Aiden hat die Drums programmiert und wir haben dann zusammen darauf mit schlechtem Englisch irgendwie draufgerappt.
00:29:31: Es ging nur um den Respekt erstmal.
00:29:33: Also nach wie vor, klar, davon kann man sich nichts kaufen, aber es ist, deswegen möchte ich auch der Beste sein.
00:29:38: Deswegen möchte ich auch keine Schrottmucke machen.
00:29:40: Und ich hatte zwischendurch auch immer wieder mal die Gelegenheit, Deals unterschreiben, wo man hätte sagen können, ja, das zu dem Zeitpunkt super lukrativ und sinnvoll.
00:29:49: Aber das hätte bedeutet, dass ich schon auch irgendwie was anderes machen muss.
00:29:53: Und darauf hatte ich keinen Bock.
00:29:53: Ich wollte.
00:29:54: ein geiler Rapper sein, nach meinen eigenen Maßstäben und wollte am liebsten so klingen wie Ice Cube, Too Short und so weiter und wollte so wie meine Helden werden.
00:30:02: Jetzt hast du ganz viele verschiedene Themen aufgemacht.
00:30:05: Ich bleibe mal erstmal bei dem Thema, ich wollte der Beste sein.
00:30:09: Ab wann bist du für dich selber wirklich davon ausgegangen, dass du der Beste bist?
00:30:13: Gehst du heute wirklich davon aus oder ist das Attitude?
00:30:16: Nein, das ist ja, das wäre ja nur Image, das ist ja Quatsch, das könnte ich ja auch gar nicht so vertreten.
00:30:20: Ich meine, das hörst du ja auch in den Songs.
00:30:22: Nach meinen Maßstäben, nach... Dem, was ich gelernt habe, was MCing ist, was Rap ist, tatsächlich in Deutschland für mich persönlich bin ich der Beste.
00:30:30: Ich mache die Musik, die ich oder ich rappe so wie ich es von anderen hören möchte.
00:30:33: Also ich kenn keinen Rapper, den ich lieber höre als mich selber.
00:30:36: Das klingt jetzt völlig schwachsinnig und hörenverbrannt, aber... Keine Ahnung, ich hab da wahrscheinlich so ein bisschen, ja.
00:30:41: Ich lieb's.
00:30:44: Ja, ist so, ich lieb's, find ich geil.
00:30:45: Alles andere wär halt auch ein bisschen weird, ne?
00:30:47: Also ich mein, weil für mich war's so, es ist ja auch Competition, wo soll ich denn hin, wenn ich nicht ganz an die Spitze will, so, ne?
00:30:53: Und das hat sich nie definiert über Verkaufszahlen oder so, weil ich hab noch, ich war noch nie in keinem Jahr meines Lebens, ich glaub, einmal wär ich fast der gewesen, der am meisten verkauft hat, dann, glaub ich, Kolle und Farid haben dann viel mehr Boxen verkauft, so.
00:31:04: Und dann war ich auch wieder nur zweiter, aber an, an keinem Punkt meiner Karriere war ich der, der am besten.
00:31:08: verkauft hat.
00:31:09: Insofern war das dann für mich nie so ein Faktor, dass ich gesagt habe, daran mache ich das jetzt fest, das überhaupt nicht.
00:31:15: Aber welcher coolster Wasch ist besser?
00:31:16: Der von zweitausendfünfundzwanzig oder der von zweitausend?
00:31:19: Das kann ich so gar nicht sagen.
00:31:20: Also es ist eigentlich die Energie relativ gleich geblieben und es hat sich verändert.
00:31:24: Ich bin technisch jetzt tausendmal besser.
00:31:26: Ich kann viel besser auf alles Mögliche rappen.
00:31:28: Ich hatte damals einen ganz ganz geringen Output im Verhältnis.
00:31:31: Ich habe viel weniger gemacht.
00:31:33: Und ich habe viel länger gebraucht.
00:31:35: Also die Songs selber gingen schnell, aber ich habe viel mehr Verschleiß gehabt und habe viel mehr Blödsinn produziert.
00:31:41: Und jetzt sehe ich das wie so ein Maler, weil beim Graffiti konnte ich das nie.
00:31:45: Ich konnte mir ein Bild vorstellen, aber konnte nicht dahin, dass ich es zeichnen und es so wird.
00:31:49: Aber ich kann mir ein Song vorstellen und weiß ungefähr, welche Werkzeuge ich nutzen muss, um dahin zu kommen.
00:31:54: Ob jetzt Raptechnik von den Sätzen, von meiner Stimme und so weiter.
00:31:58: Und am Strich natürlich, jetzt bin ich besser, viel gereifter und insofern, ja, der jetzt ist, ist besser.
00:32:03: Aber nee, es ist keine Attitude.
00:32:05: Es ist definitiv für mich immer total ernst gemeint gewesen.
00:32:09: Hat das nicht einen unglaublichen Druck auch mit sich gebracht, eine Erwartungshaltung dir gegenüber, aber auch den Menschen, den du quasi verklickern wolltest, du bist der Beste?
00:32:18: Oder hat dich das nie gejuckt?
00:32:20: Nee, weil ... Ich war so early adopter nennen das glaube ich nicht war ganz früh dran und genau du hattest gefragt ab wann dieser Zeitung war.
00:32:28: das war nämlich.
00:32:29: Als ich angefangen habe auf Deutsch zu rappen und da habe ich gemerkt ich kann auf Deutsch so rappen das sich anfühlt als ob ein Ami auf einmal auf Deutsch rappen würde und das konnte eigentlich in Deutschland niemandes gab so.
00:32:40: als einzigen Rapper aus Frankfurt, den ich auch wirklich sehr respektiert habe.
00:32:43: Assad habe ich auch immer sehr respektiert.
00:32:45: Und Tone hatte auch ein bisschen diesen amerikanischen Flow irgendwie.
00:32:49: Aber sonst kannte ich jetzt niemanden, wo ich das Gefühl hatte, es fühlt sich irgendwie amerikanisch an.
00:32:53: Es war alles sehr, sehr stockig.
00:32:54: Die deutsche Sprache hat man auch früher behauptet, ist sehr stockig und sehr steif, was ich jetzt gar nicht mehr so sehe und empfinde ich auch gar nicht mehr so.
00:33:02: Es war einfach, also es war relativ einfach, der Beste zu sein, weil es war so, als wäre ich in die Zukunft gereist und zurückgekommen und ich wüsste, wie das klingen muss.
00:33:10: und es war also viel mir überhaupt nicht schwer, weil ich musste nur ich selber sein.
00:33:14: Ich habe nur die Sprüche, ich habe die Sachen ja eh für meine Freunde gemacht.
00:33:16: Ich habe die Sprüche gemacht, die ich machen wollte, habe Inside Jokes benutzt und alles, was ich gemacht habe, haben die Leute ja dann, weil das so anders war und neu war, haben die gerne angenommen und fanden das alles fresh irgendwie.
00:33:28: Also ich meine, das Coole bei dir ist auch so, wie du es gerade beschreibst, die wichtigste Referenzgröße vielleicht sogar die einzige Referenzgröße.
00:33:35: dafür, ob du der Beste bist, bist du selbst.
00:33:38: Und das ist natürlich das Gesündeste der Welt, wenn du einfach eine Idee hast, wie du es machen willst und es dann genauso hinkriegst, wie du es dir vorstellst.
00:33:46: Und das Spannende bei dir ist ja tatsächlich, du hast es gesagt, die Energie, die ist gleich geblieben.
00:33:50: Und klar, du hast dich technisch weiterentwickelt und so weiter.
00:33:53: Aber das andere ist natürlich auch, die Themen haben sich natürlich auch irre verändert.
00:33:58: Und gerade Ende neunziger, zweitausender Wende bis in die ... Ja, zwei Tausend Szenar nicht mehr.
00:34:05: Aber da war so eine irre Wut bei dir.
00:34:09: Als ich mich auf das Gespräch vorgereitet hab, hatte ich das Gefühl, okay, da ist einfach so, so, so viel Wut, die sich mal auf den Rapper, mal auf den anderen Rapper, mal auf irgendwas anderes kanalisiert.
00:34:19: Und das muss alles raus.
00:34:22: Hattest du das Gefühl, dass irgendwann deine Wut gestillt ist?
00:34:27: Das ist wirklich eine gute Frage.
00:34:29: Ich hatte mit meinem Freund Nadre darüber ein Gespräch, auch über Wut.
00:34:33: Und er hat mir aus diesem Buch des Samurais erzählt und er meinte zum Beispiel für den Samurai ist es total wichtig, dass man sich dessen bewusst ist, dass man wütend ist oder wütend sein kann, aber dass man diese Wut in sich behält und im richtigen Moment rauslässt.
00:34:46: Ich glaube, das habe ich besser gelernt.
00:34:48: Davor war es halt so, ich habe halt auch alles und jeden beleidigt, egal in welche Richtung.
00:34:54: Klar, das sind auch jetzt keine Lyrics, die man jetzt auf die Goldwaage legen sollte und sagen sollte.
00:34:58: Das war ja seine Meinung.
00:35:00: Also ich war immer noch ein super junger Mann.
00:35:02: Wie gefestigt kann denn meine Meinung da sein?
00:35:04: Aber ich habe natürlich auch rap entsprechend eine sehr grobe Sprache genutzt.
00:35:09: Und ich meine, ich habe Two Short gehört.
00:35:10: Jedes zweite Wort bei Two Short war immer Bitch, Ice Cube gehört.
00:35:13: Immer nur auf die Kackehauen, immer auf ... Die Wut war nie gestillt.
00:35:19: Aber ich glaube, ich habe gelernt, sie, so wie mein Vater, seinen Jezorn gut im Griff hat, habe ich auch gelernt, meine Wut besser im Griff zu haben.
00:35:26: Es gibt vielleicht Momente und Situationen, die mich triggern, wo es dann vielleicht rauskommt.
00:35:30: Aber wobei das auch teilweise sehr heilsam ist, weil ich ja als Kind meine Wut immer und als Jugendlicher immer für mich behalten musste.
00:35:37: Ich war ja auch wütend auf die Leute und auf das Schicksal und das Leben.
00:35:41: Aber ... Am Mikrofon ist es tatsächlich so, das ist immer noch da.
00:35:46: Beyoncé hat mal gesagt, wenn sie auf die Bühne geht, dann kommt das nicht mehr Beyoncé, sondern Sasha Fiers.
00:35:50: Das fand ich irgendwie ganz interessant, weil ich tatsächlich auf der Bühne und Freunde von mir oder Leute, die mich erst mal nur aus dem Privatleben kennen und dann später, ein, zwei Jahre später auf der Bühne sind, sagen oft, du bist ein ganz anderer Mensch.
00:36:02: Ich kann das nicht so richtig, lässt sich nicht vereinbaren mit der Person, aber ja, also dann kommt schon was anderes raus.
00:36:08: Also da passiert dann schon was.
00:36:10: Interessant.
00:36:11: Ich hatte mir gerade noch die Frage dazu notiert im Kopf, inwiefern dann diese Musik, weil da hast du öfter von gesprochen, Therapie für dich war.
00:36:18: Jetzt hat Denise gerade dieses Fass mit der Wut schon aufgemacht.
00:36:21: Also es war dann schon von Anfang an der Fall, dass du mit deiner Musik Sachen verarbeiten wolltest oder war er gings dir am Anfang gar nicht um, okay, ich habe hier ein Thema, das möchte ich gerne in meinen Texten verarbeiten, sondern ich will halt einfach nur Respekt von den anderen Leuten.
00:36:36: Inwiefern war Musik Therapie von Anfang an?
00:36:38: oder hat sich das erst entwickelt?
00:36:41: Ich denke, es hat sich entwickelt, aber klar war sie auch therapeutisch für mich, weil ich etwas hatte, wo ich dran glauben konnte, etwas, woran ich mich festhalten konnte.
00:36:50: Und bei jedem ist das was anderes.
00:36:51: Der eine findet zu Jesus, der nächste.
00:36:53: Keine Ahnung, macht seinen Sport.
00:36:55: Und der Dritte kann das dann halt über die Musik kanalisieren.
00:36:58: Aber mir war das jetzt nicht bewusst.
00:37:00: Ich hatte jetzt nicht das Gefühl, oh, ich brauche unbedingt Hilfe.
00:37:02: Ich hatte gar keine Ahnung, dass ich einen Knacks habe.
00:37:03: Und ich dachte einfach, ich bin so wie ich bin.
00:37:06: Und für mich funktioniert das ganz gut.
00:37:08: Und ich kann das gut und ich mach das.
00:37:11: Es ging immer um Respekt innerhalb der Hip-Hop-Szene.
00:37:14: Mir war klar, ich nehme von Hip-Hop und gebe auch an Hip-Hop zurück.
00:37:17: Und das ist für mich heute auch schon meine Meinung geblieben.
00:37:21: Und das ist auch nach wie vor ein Gefühl.
00:37:24: Wenn man sich umhört in der deutschen Rap-Szene, dann gibt es kaum Rapper, die nicht sagen, dass sie in irgendeiner Weise von dir inspiriert wurden.
00:37:33: Du hast alle möglichen Preise gewonnen.
00:37:35: Ich würde sagen alle, außer vielleicht ein Bambi.
00:37:39: Echo hab ich auch.
00:37:40: Ich glaub, ich hab kein Echo gewonnen.
00:37:41: Nee, aber war auch nicht so wichtig.
00:37:44: Ja, aber generell, was bedeutet es dir?
00:37:47: Vor allen Dingen, Menschen so inspiriert zwar.
00:37:49: Ich find's faszinierend nach wie vor, aber ich merke, dass das nicht so richtig bei mir ankommt.
00:37:55: Weil ich glaube, sonst wär ich noch ein bisschen selbstsicherer.
00:37:58: Ich glaub, nach wie vor wirklich meine Unsicherheiten und meine Dämonen, mit denen ich kämpfe und Sachen, wo ich mich irgendwie klein fühle.
00:38:07: Momente, Situation, keine Ahnung.
00:38:10: Und da haben weder die Preise noch die Anerkennung der Menschen da irgendwie geholfen.
00:38:15: Ich schöpfe jetzt sehr viel Kraft aus dem Vater sein und aus dem Ding, dass ich sage, deswegen werden die Sachen bedeutender aus dem Aspekt, dass ich sage, ich möchte meinem Sohn was bieten, ich möchte ihm ein Leben bieten können und auch nachhaltig ein Leben ermöglichen, was ich so nicht hatte.
00:38:30: Und deswegen ist es für mich wichtig.
00:38:32: irgendwie nicht neben der Anerkennung natürlich auch das ganze wirtschaftliche und auch dazu gehören, dann halt auch Preise und so weiter und so fort, weil das ja irgendwie alles Teil der Karriere ist.
00:38:42: Aber wenn ich nachher bei Insta gucke, wird mir irgendjemand irgendwas Krasses schreiben und es ist jetzt nicht so, ich bin nicht verwöhnt davon, sondern ich verstehe es, aber fühle es nicht so, ich kann es nicht so nachempfinden, weil ich ja... nur ich selber bin.
00:38:57: Und wenn jemand das dann sagt, beste Tag hat das und das für mich gemacht oder da und da oder vor der Prüfung oder keine Ahnung vor irgendeiner Sache.
00:39:05: oder kannst du mir einen Gruß schicken für meine Freunde, die heiraten, die hören seit fünfzehn Jahre zusammen, beide deine Musik.
00:39:12: ist halt weird für mich, dass das so ist, weil ich kenne das nur von meinen Helden.
00:39:16: Also ich stand in LA mit Two Short im Studio, das war für mich eine der krassesten Momente, dass einfach der Typ, den ich vergöttert habe, einfach mit mir im Studio ist und meinen Namen in seinem Verse sagt so, oder irgendwann hat mich ein Homie zu einem Ice Cube Interview mitgenommen.
00:39:31: Es war halt super krass, aber ich habe selber diese Position nicht eingenommen.
00:39:36: Und wie genau passt das jetzt zusammen?
00:39:37: Weil ich finde es gerade ein bisschen paradox, weil auf der einen Seite sagst du ... Ich hab den Anspruch der Beste zu sein und ich bin auch der Beste und auf der anderen Seite sprichst du von selbst Zweifeln und Dämonen.
00:39:48: Wie bringst du das zusammen?
00:39:49: Ich weiß selber nicht.
00:39:51: Ich arbeite auch noch dran.
00:39:52: Was sind das für Dämonen?
00:39:56: Also vor allen Dingen diese Zweifel, ne?
00:39:58: Ich weiß nicht.
00:39:59: Ich würde denken, weil, es klingt halt so super, kacke, man will eigentlich sowas gar nicht aussprechen, aber ich würde schon sagen, dass ich hier und da irgendwie Minderwertigkeitskomplexe hatte und auch hier und da irgendwie habe so, ne?
00:40:12: vielleicht auch aus diesem Ding, dass ich halt mich nie intensiv geschlagen hab und nie intensiv kaputtgeschlagen wurde.
00:40:19: Also ich wurde schon geschlagen, aber auch sowas, ne?
00:40:22: Das fehlt mir irgendwie, glaub ich, sehr persönlich jetzt, aber ich glaub, das fehlt mir schon so auch ein bisschen in meiner Männlichkeit.
00:40:28: Ich glaub, ich hätte schon gerne schon Leuten auch in die Fresse gehauen, ab und zu, Alter.
00:40:32: Nee, mach ich ernst.
00:40:32: Es ist einfach so ... einfach, um das als Mann auch so abzuhaken, so, ne?
00:40:36: Und das gemacht zu haben.
00:40:38: Und das halt so komisch, weil ich auf der einen Seite denke ... Ich habe die Wut und die Kraft, das zu tun.
00:40:43: Und trotzdem hat mich irgendwie die Angst davor, das zu tun.
00:40:47: Und die Angst vor den Konsequenzen hat das verhindert irgendwie.
00:40:49: Und mich nervt das irgendwie.
00:40:51: Mich stresst das.
00:40:52: Aber
00:40:52: das ist krass, weil du es eben tatsächlich auch in Bezug auf deinen Vater angesprochen hast, dass du dir einen Vater gewünscht hättest, der mal sagt, so ist nicht schlimm, wenn du dich glaubst.
00:40:59: Und so ein blaues Auge tut auch nicht so weh.
00:41:01: Also ich muss ganz ehrlich sagen, jetzt muss ich kurz in mich rein denken, ob ich wirklich nie das bedürfen ... Also ich hab durchaus häufiger das Bedürfnis, Leuten eine zu hauen.
00:41:11: Aber
00:41:12: ich bin schon auch ganz froh darüber, dass ich es nicht gemacht habe.
00:41:14: Also ich hab nicht diesen inneren Drang, ich brauch das.
00:41:16: Ich mein jetzt aber nicht unschuldig, ne?
00:41:18: Ich mein nicht auf der Straße jemanden anreppeln und sagen, du wohnen, sondern den Bekopf muss gehen, klar.
00:41:23: Sollte nach Möglichkeit schon Grund geben.
00:41:25: Aber selbst wenn es einen Grund gibt, ist natürlich in dem Moment der Impulster, weil die Wut da ist, aber dass ich jetzt im Nachhinein sage, boah, ich hätte ihm gerne eine gefetzt.
00:41:35: Was ich allerdings mache, also ich versuche auch immer, Lösungsorientiert irgendwie zu denken, was ich mache, ich begebe mich absichtlich auch in Situationen, wo ich mich mit solchen Dingen konfrontieren muss.
00:41:46: Also auch in Konflikte.
00:41:48: Ich habe wirklich die Konflikte mit meinem Vater, die Konflikte mit meinem Umfeld, habe ich immer vermieden.
00:41:53: Und das ging dann auch soweit, dass ich so auch... Irgendwann war ich hier auch in so einer Position als Labelchef quasi, die Konflikte mit anderen Künstlern und so weiter.
00:42:01: Habe ich auch vermieden, also diesen direkten Konflikt oder auch jemandem zu sagen.
00:42:05: Und ich meine jetzt nicht mit anderen Rappern im Battle, aber so wirklich auch mal einen zu nehmen und zu sagen, ey so und so und so, nein oder überhaupt nein auch mal zu sagen.
00:42:13: Ich habe voll viele Features gemacht, wo ich keinen Bock drauf hatte, weil ich einfach den Leuten nicht auf die Füße treten wollte oder weil ich dachte, ey, der ist nett zu mir.
00:42:20: Ich kann gar nicht sagen, dass das kacke ist.
00:42:22: Zum Beispiel mein Kollege Assad, der hat damals, wenn ich dem Sachen vorgespielt hat, die ihm nicht gefallen hat.
00:42:26: Der hat gesagt, ne, törn mich nicht.
00:42:28: Gefällt mir das Müll der Beat.
00:42:29: Und das fand ich irgendwie erschreckend, aber auch geil, dass er das so konnte.
00:42:32: Und was ich jetzt mache ist, ich sage halt, okay, ich hab meine Grenzen so, ich lauf nicht rum, breitschuldrig und mach die Überwelle, aber ich lass mir nicht mehr auf der Nase rumtanzen.
00:42:42: Und ich gehe halt direkt in den Konflikten und ich hab gemerkt, das ist für mich ... sehr heilsam, das tut sehr gut, dass ich Leuten einfach auch die Meinung sage und vor allen Dingen auch Menschen, die mir nahestehen, zum Beispiel mit meinem jetzigen Manager.
00:42:54: Ich habe mich irgendwann vor ein paar Jahren von meinem damaligen Manager getrennt und da war das auch so.
00:42:58: Wir sind beide den Konflikten aus dem Weg gegangen, besonders ich, weil ich mir auch dachte, oh Mann, man arbeitet so lange und blau und man ist ja irgendwie auch befreundet.
00:43:06: Und das hat mir auch nicht gut getan.
00:43:08: und meinem jetzigen Manager habe ich echt von Anfang an, als wir angefangen haben, miteinander zu arbeiten, habe ich zu ihm gesagt, ey, mir ist wichtig, dass wir uns gegenseitig auch abfangen.
00:43:16: dass wir auch einander sagen können, ey, das stört mich, das ist scheiße, darauf habe ich keinen Bock.
00:43:20: Und ich habe gesagt, ey, von mir aus können wir es auch anbrüllen.
00:43:22: Du kannst mich auch anbrüllen, wenn die Emotionen das gerade in dem Moment zulässt.
00:43:26: Natürlich nicht einfach so.
00:43:27: Du kannst mich jetzt nicht beleidigen aus dem Nichts.
00:43:30: Und das tut sehr gut.
00:43:31: Und ich merke, dass das eigentlich für alle Seiten, weil ich finde, dass das auch anderen gegenüber fair, wenn man auch relativ straight ist und wenn man offen ist.
00:43:39: und das nicht so in sich reinbrütet, weil dann entsteht auch nicht so der Abfack auf Menschen.
00:43:43: Und seitdem führe ich viel bessere Freundschaften, merke ich.
00:43:47: Ja, ich glaube jetzt hast du es nochmal ganz gut beschrieben, weil also dieses Leuten aufs Maulhauen ist ja quasi ein Konflikt zu Ende bringen in allerletzter Konsequenz.
00:43:55: Und genau das, was du aber gerade meinst, es geht vielleicht gar nicht darum, jemand auf die Fresse zu hauen, sondern darum, einfach Konflikte zu bringen.
00:44:02: Nicht einfach zu sagen, komm, damit beschäftige ich jetzt nicht und das schiebe ich zur Seite und natürlich brodelt es noch irgendwo, sondern einfach darum, da ist ein Konflikt und den bringe ich zu Ende und dann gucken wir, wo wir stehen und dann können wir es aber auch abhagen.
00:44:14: Richtig.
00:44:14: Ich nehme das jetzt auf jeden Fall schon wieder mit nach Hause nach dieser Folge, weil ich bin auch gar nicht bin unfassbar schlecht im Nein sagen.
00:44:21: Und ich muss das noch lernen.
00:44:22: Und in der Psychologie sagt man oder definiert man das, was du gerade gesagt hast, mit der Konfrontationstherapie, also sich bewusst diesen Dingen und diesen Situationen auszusetzen, um die dann eben um die Angst davor zu verlieren.
00:44:35: Du hast davon gerade gesprochen, dass es für dich heilsam war.
00:44:38: Deswegen, ich glaube, das versuche ich tatsächlich auch mal, wenn du sagst, das könnte helfen.
00:44:44: Ich will nochmal auch gerade in Bezug auf Selbstbewusstsein, Selbstzweifel, meine Frage von vorhin umdrehen.
00:44:51: Du hast wahnsinnig viele Rapper inspiriert, du hast die Szene verändert, du hast irresgeleistet für den Rap.
00:44:59: Gleichzeitig, du hast ganz früh im Gespräch LMS angesprochen.
00:45:02: Ich erinnere mich an eine Situation, wo mein kleiner Cousin damals, so fünf Jahre alt oder so, durch die Wohnung gelaufen ist.
00:45:08: Die waren bei uns zu Besuch und er rief immer nur, Lodsch, mein Schwanz, Lodsch, mein Schwanz, Lodsch, mein Schwanz.
00:45:14: Ist ganz fantastisch, aber ... Natürlich müssen wir jetzt drauf gucken, wir sprechen davon, Rap war Therapie für dich, Rap war Ventil für dich, Rap hat dir alle Türen geöffnet und du hast mit deinem Rap extrem viele Türen geöffnet.
00:45:27: Gleichzeitig hast du nicht nur irgendwelche anderen Rapper beleidigt, sondern immer subtil und weniger subtil, auch Frauen an sich und Schwule.
00:45:38: Wie groß waren die Kollateralschäden?
00:45:40: Ich
00:45:41: finde, man muss das irgendwie so in Kontext und auch auf die Zeit irgendwie auch beziehen.
00:45:45: Man muss einfach gucken, wo und wann hat das stattgefunden.
00:45:48: Als ich Musik gemacht habe, bin ich davon ausgegangen oder vor allen Dingen auch solche Lyrics brachte.
00:45:53: bin ich nicht davon ausgegangen, dass das mehr als am Anfang fünfzig Leute, danach vielleicht fünfhundert, dann vielleicht tausende Leute.
00:45:58: Und am Ende war es so, okay, es ist die Rap-Szene, die kennen ja nichts anderes, wir reden ja alle so.
00:46:03: Das ist ja irgendwie die Sprache, die wir benutzen.
00:46:05: Ich bin nicht eine Sekunde davon ausgegangen, dass ich damit jemandem wirklich auf die Füße treten könnte.
00:46:11: Und ich glaube auch, dadurch, dass ich auch schon früh in Interviews damit konfrontiert wurde und dann auch gesagt habe, Interview ist eine andere Ebene, da bin ich nicht kurz erwascht, sondern da bin ich Staffa Giuderi und da ... sage ich einfach, wie ich das sehe und die Leute auf einmal gemerkt haben, da ist jemand anders als das, was wir erwartet haben.
00:46:27: Und ich habe schon letztens hat jemand was gepostet, wo ich ganz, ganz, ganz früh schon irgendwie noch vor zweitausend oder zweitausend sage, ich habe nichts gegen schwul, ich habe nichts gegen Frauen.
00:46:37: Das ist einfach Rap so.
00:46:38: Und in dem Moment geht es nur um meinen Gegner und um seine Alte und darum seinen Stolz anzugreifen.
00:46:44: Das
00:46:44: stimmt ja halt nicht ganz tatsächlich.
00:46:46: In dem Moment.
00:46:47: Klar geht es für dich in dem Kontext nur so.
00:46:49: Und du sagst, du wolltest niemanden auf die Füße treten.
00:46:51: Trotzdem, wenn du jetzt so Rückblickend draufschaust, wirst du ja sicherlich feststellen... Du wirst Leuten damit auf die Füße getreten.
00:46:57: Also ich will jetzt gar nicht.
00:46:59: Ich bin niemandem begegnet.
00:47:01: Der meinte, das hat mich voll betroffen gemacht oder das hat mich abgefuckt.
00:47:04: Bei manchen Sachen schon.
00:47:05: Es gab vielleicht auch in meinen Texten Zeilen, die vielleicht irgendwie rassistisch waren, völlig unreflektiert.
00:47:13: Und ja, schwul als Schimpfwort zu benutzen, Katastrophe aus jetziger Sicht völlig inakzeptabel.
00:47:18: Und eine Frau irgendwie unreflektiert, als Wungen oder Bild zu beleidigen, geht auch überhaupt nicht klar.
00:47:25: Insofern doch, bestimmt.
00:47:26: Es kann sein, aber ich bin sehr, sehr wenig Menschen begegnet, die auf musikalischer Ebene sich von mir abgefuckt gefühlt haben.
00:47:34: Auf anderen Ebenen schon, bestimmt.
00:47:37: Ich hab viele Dinge getan, wo ich sage, ich hab mich nicht mit Ruhm bekleckert.
00:47:41: Wo ich sagen würde, im Nachlern, ich hätte lieber ein Mentor gehabt oder eine Person, die mir geholfen hätte, das vielleicht etwas klarer zu sehen.
00:47:49: Aber mein Rap, wie er damals war ... Ich kann im Nachhinein, klar, man kann jetzt großspurig sich entschuldigen und irgendwas, aber der war so, wie er war, weißt du?
00:47:57: Also, das war Teil von mir, das war Teil von Rap und das muss es aber nicht sein.
00:48:02: Mein Rap ist nicht, oder meine Musik ist nicht schlechter, weil ich nicht mehr... so wild beleidige und wild durch die Gegend fluche.
00:48:11: ja ich glaube das ist mega wichtig.
00:48:12: das was passiert ist ist passiert so.
00:48:14: das kann man nicht mehr ändern und man kann eher gucken.
00:48:16: okay wie können wir heute damit umgehen?
00:48:18: so und da fand ich tatsächlich gerade spannend was du gesagt hast mit dem mentor.
00:48:21: so natürlich du warst vorreiter du konntest keinen mentor haben weil du einfach vorangegangen bist.
00:48:27: gibt es eine möglichkeit für dich gerade für andere mentor zu sein?
00:48:31: Natürlich,
00:48:32: aber ich bin ja auch noch am Lernen.
00:48:34: Also ich lerne ja auch von jüngeren Leuten.
00:48:37: Mein Neffe ist achtzehn, neunzehn.
00:48:39: Mein Sohn ist elf.
00:48:40: Ich lerne ja auch von denen.
00:48:41: Ich sehe ja, wie die aufwachsen.
00:48:43: Ich sehe wie Themen, die bei uns ein Thema waren, für die gar kein Thema mehr sind.
00:48:47: Zum Beispiel?
00:48:48: Der Umgang mit Frauen.
00:48:49: Dass mein Neffen ganz klar ist, dass Frauen und Mädchen absolut gleichberechtigt sind.
00:48:54: Und dass ich glaube viele... jüngere Jungs oder auch Jungs im Jugendalter, Pubertät und so weiter, oder auch am Start sein muss, wenn Hilfe benötigt wird und dass man auch respektvoll bleibt, so weißt du, dass man Gentleman bleibt und dass man korrekt bleibt.
00:49:09: Zum Beispiel bei meinem Sohn, was ich interessant fand, war, wir reden voll viel über seine Schule und so weiter und es ging um Spiel, eine andere Mannschaft, er hat einen Zeit lang Fußball im Verein gespielt und er hat mir einen anderen Spieler beschrieben.
00:49:24: Und er hat dann gesagt, der Junge, der hatte so eine Haare, die gehen so und so und bla und blub.
00:49:28: Und die ganze Zeit redet er so rum und er klett und ich wusste nicht mehr, wer das ist.
00:49:32: Und er sagt, ja, der hatte keine Ahnung.
00:49:34: Der hatte ein Bars, hat Trikot und so.
00:49:36: Und dann sage ich irgendwann, meinst du den schwarzen Junge?
00:49:37: Er sagt ja.
00:49:38: Dann sage ich aber, warum sagst du?
00:49:40: Dann habe ich gemerkt, für ihn ... spielt das so in seiner Realität keine Rolle.
00:49:45: Da war das wichtiger, welches Trikot er anhat und wie seine Haare sind so.
00:49:49: Dann habe ich ihn gefragt, okay, wie ist das zum Beispiel bei euch in der Klasse so?
00:49:53: Du hast ja auch deinen Homi Tarek zum Beispiel, ist schwarz, ist aus dem Sudan, werden solche Sachen jemals thematisiert in irgendeiner Form oder diskriminieren thematisiert?
00:50:02: Und er meinte, nein, auf gar keinen Fall, das geht gar nicht.
00:50:04: Und dann sage ich, okay, du hast ja sehr, sehr viele jüdische Kinder in deiner Klasse und du hast, glaube ich, nur zwei Muslime und ein paar Christen.
00:50:11: Und ist das?
00:50:12: Er sagt auch, nein, das darf gar kein Thema sein, das ist bei uns ein Nie-Thema, war es auch noch nie.
00:50:16: Und das fand ich faszinierend, das fand ich voll schön, weil in meiner Jugend war es so, wenn die über meinen Homie Frank gesprochen haben, der wirklich einer der stärksten Typen war, die ich kennenlernen durfte, haben sie immer gesagt, der schwarze so, oder
00:50:28: auch
00:50:29: schlimmere Sachen so.
00:50:30: Und haben ihn beleidigt dafür so.
00:50:32: Aber für mich war er immer Frank, der krasse Rapper und der krasse Schläger, der viel Power hat.
00:50:39: Das finde ich inspirierend.
00:50:41: anscheinend schon ein Bewusstsein entstanden ist, bei jungen Menschen, was klar geht und was nicht klar geht.
00:50:46: Voll geil.
00:50:47: Ja, wunderschön.
00:50:48: Geht mir auch absolut meinen Herz grad auf.
00:50:50: Bevor du fragst, ich will nämlich genau jetzt dich fragen, weil ich bin in den Fussballkabinen aus der Fussballkabine raus.
00:50:56: Und das war die Zeit, wo Battlerap groß war und wo Sexismus und Homophobie auch in der Fussballkabine vollkommen normal war.
00:51:04: Wie ist das heute?
00:51:05: Hat da auch eine Veränderung stattgefunden?
00:51:07: Das passt tatsächlich ganz gut, die Frage, weil ich genau dieses Fass gerade aufmachen wollte, weil ich das so wunderschön fand, was du gesagt hast und das ist auch der Grund, warum ich Fußball so liebe und auch so wichtig finde, auch in seiner sozialen Rolle quasi für die Menschen, weil auch wir eine Kabine haben, wo es einfach einen bunten Mix aus allen gibt.
00:51:24: Es gibt alle Religion, es gibt alle Hautfarben und alles ist völlig okay.
00:51:28: Das ist bei uns nie Thema, das war noch nie Thema.
00:51:31: Ich kenn keine Kabine, in der das jemals Thema war.
00:51:34: und deswegen finde ich, finde ich den Fußball auch so wichtig in dem, was er macht, weil er da einfach keine Unterschiede macht.
00:51:39: Und das sollte er sich unbedingt beibehalten.
00:51:42: Wobei es ja auch immer auf den Verein ankommt und auf die Region.
00:51:45: Es gibt ja auch Vereine, wo es auch problematischer ist.
00:51:48: Aber was ich auch sehe und was ich sehr positiv finde, ist, dass dann wirklich auch... die gesamten Fans dann auch oftmals dagegen halten, Banner machen, Leute dann auch verweisen und sagen, ey, das geht nicht klar, du kannst hier so was kannst du nicht mitbringen.
00:52:01: Aber ich finde das auch großartig, dass mein Sohn irgendwie zwei Drittel seiner Helden schwarzen, so wie bei mir auch, so weißt du.
00:52:09: Und er dann sagt, ey, ich möchte so aussehen wie Ulisse oder möchte das und das tragen oder möchte die gleichen Schuhe wie der und der und so, ne?
00:52:17: Das finde ich dann eben genauso so wichtig, weil diese Bilder werden ja auch nach außen getragen, wenn dann jetzt ... eben keine Ahnung.
00:52:23: Leider gibt es das noch, und das gibt es auch in Italien hier vor allem noch, diese Affengeräusche beispielsweise, wenn ein dukläutiger Spieler irgendwie eine blöde Aktion oder so hat, dann wird er aber mittlerweile vom gesamten Publikum eigentlich zum Schweigen gebracht.
00:52:36: Und ich glaube, dadurch wird schon der Mehrheit oder der Gesellschaft generell mittlerweile immer mehr signalisiert, wie falsch dieses veraltete Bild in Anführungszeichen ist.
00:52:45: Und das finde ich einfach großartig, muss ich ehrlich sagen.
00:52:49: Ich sehe es nicht ganz so positiv wie ihr.
00:52:51: Du hast es ja auch angerissen, Savasche, dass es eben auch viele Vereine gibt, wo ja doch dann Rassismus noch sanofig ist und du hast es auch gerade gesagt.
00:52:59: Ich hoffe sehr, dass das sehr, sehr positive Bild, was ihr gerade zeichnet, dass sich das auch durchsetzen.
00:53:05: Ich bin da ein bisschen skeptischer, müssen wir aber jetzt...
00:53:07: Das muss ich aber auch sagen, ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen.
00:53:10: Wir sind ja bei Bayern München und Hertha waren bei den Spielen bis jetzt in den meisten Fällen so.
00:53:15: Und da war das immer sehr positiv.
00:53:17: Die haben sehr drauf geachtet eigentlich.
00:53:19: Das tun wir ja alle letzten Endes.
00:53:21: Ich kann jetzt auch nur aus den Kabinen sprechen, denen ich Teil war oder das, was ich gehört habe.
00:53:27: Ich glaube trotzdem, dass wir da auf einem sehr, sehr guten Weg sind.
00:53:30: Und der Punkt, der, glaube ich, dafür wichtiger ist, ist einfach, dass Fußball einfach eine riesengroße Verantwortung hat.
00:53:35: Und ich bin froh, dass der Fußball dieser auch nachkommt und sich nicht davor versteckt oder die Themen nicht annimmt.
00:53:40: Das ist, glaube ich, der wichtigere Punkt in dem Kontext.
00:53:43: Und dass es vor allen Dingen immer wieder Figuren gibt, die sich genau dafür startmachen und insofern super, dass wir hier zu dritt sitzen und ihr eben da auch so deutlich da auch sprecht.
00:53:52: Ich würde von dem Thema gerne wegkommen und würde nochmal in deiner Entwicklung schauen.
00:53:57: Wir haben eben schon darüber gesprochen, du hast diese riesen Wut gehabt und du hast auf eine Art diese Wut immer noch in dir und du hast aber besser gelernt sie zu kanalisieren.
00:54:06: Und du hast auch gesagt, dass dieser intellektuelle und vor allen Dingen dieser sehr politische Haushalt zu Hause, dass das eine Gegenreaktion.
00:54:15: in die hervorgerufen hat, was ja super nachvollziehbar war.
00:54:18: Die Reaktion ging ja auch in eine andere Richtung, dass ihr aus der Türkei weg seid.
00:54:23: Und im Grunde hast du dann erst mal gar nicht mehr türkisch gesprochen.
00:54:26: Und für mich war da besonders, das Album Aura erschien.
00:54:32: Und da gab's diesen Track, nichts bleibt mehr.
00:54:36: Der beginnt mit nem türkischen Gedicht von deinem Vater.
00:54:39: Genau.
00:54:40: War das dann auch so ein Moment, wo du quasi der Türkei als Ganzes ... quasi verziehen hast für das, was da passiert ist?
00:54:47: Nee, das habe ich schon viel früher.
00:54:49: Ich war mit meinem Vater und meinem Bruder war ich in der Türkei.
00:54:52: Und wir waren auch tatsächlich an den Orten, wo wir gelebt haben.
00:54:55: Er hat mir uns gezeigt, wo das Gefängnis war.
00:54:57: Der hat uns das eine Gefängnis ist, glaube ich, jetzt in Four Seasons.
00:55:01: Dann konnte er sogar ziemlich genau sagen, wo seine Zelle war.
00:55:04: Und dann habe ich auch gemerkt, dass es bei ihm auch eine körperliche Reaktion hervorgerufen hat.
00:55:08: Und ich habe mich natürlich an ihm orientiert, weil ich habe gesehen, ihm war es irgendwann viel wichtiger.
00:55:14: zurück in die türkai zu können und als deutscher staatsbürger da jetzt hinzukommen und trotzdem in seiner heimat sein zu können als zu sagen der hat überhaupt kein roll mehr auf die türkai.
00:55:23: das ist das interessante.
00:55:24: also erst nach wie vor gegen den Faschismus, hundert Prozent und gegen Regime und gegen Unterdrücker und Diktatoren und so weiter und ist nach wie vor absolut gesellschaftkritisch, aber der hat jetzt nicht das ganze Land irgendwie in Mitschuld genommen irgendwie, ich weiß nicht ob man das so sagt, aber er gibt jetzt nicht dem ganzen Land die Verantwortung dafür, dass er da im Knast gelandet ist und dann gefoltert wurde und so weiter.
00:55:50: Inspiriert durch ihn habe ich das auch für mich irgendwann abgelegt und dann, jetzt ist es mir total wichtig meine türkische Also unabhängig jetzt auch vom türkischen Essen, was ich liebe.
00:55:59: Aber ich habe türkische Freunde, das ist Teil meiner Identität.
00:56:02: Ich gucke mir immer, mein Vater kommt aus Çorum und ich gucke mir immer Videos über Çorum an, wie die Leute da leben und ziehe mir das rein und will da irgendwann mit meinem Sohn natürlich auch hin.
00:56:13: Und wir gehen unheimlich gerne in die Türkei und ich liebe die Türken doch auch.
00:56:18: Ja, und es ist natürlich total nachvollziehbar, dass in dem Moment, wo dein Vater es schafft, zu verzeihen.
00:56:25: dass auch du dann deinen Roll ablegen kannst und auch du da verzeihen kannst.
00:56:29: Oder eben das Positive wieder wertschätzen kannst, weil das ist ja genau das, wofür dein Vater und deine Mutter immer gekämpft haben.
00:56:37: Sie sind ja nicht in die Türkei gegangen, um da irgendwie irgendwas zu machen, sondern sie sind ja dahin gegangen, weil sie das Land lieben und weil sie für ihre Türkei und das, was sie in dem Land leben, kämpfen wollten.
00:56:47: Eigentlich absolute Patrioten, so größermaßen.
00:56:50: Ja, natürlich.
00:56:51: Also ich würde mich auch auf eine Art als sehr patriotisch Deutsch ... bezeichnen, weil mir dieses Land sehr, sehr wichtig ist und viele, viele Werte.
00:56:59: Ich würde aber behaupten, dass die allerwenigsten Werte davon mit Parteien wie der AfD oder so geteilt werden.
00:57:06: Ich lebe in einem Land, für das ich wahnsinnig dankbar bin und wo es mir wichtig ist, die Werte, die in diesem Land gelebt werden, dafür auch ein Teil dieser Podcast eben hochzuhalten.
00:57:17: Ohne Frage.
00:57:18: Bevor wir gleich zum Ende kommen und auch nochmal auf deine tiefsten Momente schauen, weil du eben gesagt hast, du liebst ja auch... Und du liebst das türkische in dir.
00:57:26: Das steckt da ja drinnen.
00:57:28: Wo bist du richtig, Alman?
00:57:29: Und wo bist du richtig?
00:57:30: Ich zitiere Kanacke.
00:57:34: Ich bin bei meiner Arbeit, bin ich schon wirklich sehr Alman.
00:57:37: Ich achte absolut aufs Detail.
00:57:39: Ich bin total detailversessen.
00:57:40: Da kann wirklich eine kleine... Also, dann muss es auch so lange weitergemacht werden und so lange richtiggemacht werden, bis es dann halt stimmt irgendwie.
00:57:48: Ich liebe... Die Natur, ich weiß nicht, ob das sehr allmännisch an mir ist, aber das geht ja auch über Deutschlands Grenzen hinaus.
00:57:53: Ich liebe Österreich, Schweiz genauso.
00:57:55: Aber mein Studio ist mitten auf einem Dorf in Deutschland, in Oberfranken.
00:58:00: Und ich feiere das absolut.
00:58:02: Ich komme so gut mit den Leuten.
00:58:04: Na klar, ich mag die Attitude.
00:58:07: Aber ich bin halt auch, ja, ich bin auch Connect in vielen Sachen, dass ich einfach, ich liebe Besuch, ich lieb, dass wenn bei uns viel zu Hause los ist, sagt meiner Frau immer wieder, meine Frau denkt, also denkt immer, ich hab eine Mais, die sagt, ey, das ist völlig irre einfach, weil... Ich hatte immer Angst, dass du meine persische Familie zu laut findest und zu wild findest.
00:58:25: Und du sagst, die sollen immer kommen.
00:58:26: Und jetzt bin ich sogar so, dass ich eher mehr Ruhe will.
00:58:29: Und du bist derjenige, der sagt, die sollen immer kommen.
00:58:31: Und ich das geil finde, wenn bei uns zu Hause irgendwie zehn Leute rumhängen und nach dem Essen sich alle irgendwo hinlegen und pennen und chillen einfach.
00:58:39: Und ich sag immer, ich will deine Mutter nicht heute hier übernachten.
00:58:41: Und ich liebe dieses Beisammensein.
00:58:45: Ich liebe das zusammen am Tisch zu sitzen und zu essen, dieses gemeinsame Essen.
00:58:49: Das feiere ich total.
00:58:51: was ich auch aus der Kindheit so mitgenommen habe, da gibt es das gar nicht.
00:58:54: Also in der Türkei gibt es das gar nicht, dass jemand separat von den anderen ist.
00:58:57: Es gibt es immer nur zusammen und das ist immer ein Get-together und da schwirren immer Kinder rum und alles passiert irgendwie und man ist miteinander und kommuniziert und lacht und tut.
00:59:08: Ja, aber da gibt es schon noch mehr Sachen.
00:59:11: Dann tut es mir ja fast schon leid, dass wir jetzt von dieser schönen Stimmung noch einmal in eine etwas andere Stimmung rein müssen.
00:59:18: Aber wir sind ja ein Podcast, der sich auch um mentale Gesundheit kümmert.
00:59:22: Deswegen interessiert uns, interessiert mich auch noch sehr, sehr das Thema Schicksalsschläge, die du sicherlich auch schon thematisiert hast, wo du durch musstest, hast auf deinem Weg den einen oder anderen Freund oder Weggefährten verloren.
00:59:35: Allen voran, glaube ich, war das DJ Smooth.
00:59:37: der, glaube ich, sehr, sehr viel bedeutet hat.
00:59:39: Wie bist du durch diese Zeit gegangen?
00:59:41: Welches Verhältnis hast du vielleicht auch zum Tod?
00:59:43: Und was hat dir geholfen in dieser Zeit, wo diese Menschen weggebrochen sind?
00:59:49: Gute Frage.
00:59:50: Ich gehe immer noch durch die Zeit, weil es ist tatsächlich dieses Zeit halt alle Wunden, dass in meinem Fall trifft das nicht zu.
00:59:57: Vielleicht bin ich auch sehr sensibel.
01:00:00: Ich vermisse ihn ständig und immer wieder.
01:00:02: Und es gibt Phasen, wo es mehr ist und Phasen, wo es so ein bisschen in den Hintergrund drückt.
01:00:07: Boah, keine Ahnung, es war wirklich schwierig.
01:00:09: Und das war komisch, weil ich habe Menschen, die mir nahestehen, wo die Gespräche gar nichts gebracht haben.
01:00:15: Und es gibt Leute, die mir nicht so nahestehen, wo ich dann auch gemerkt habe, allein weil die zugehört haben.
01:00:21: Also was mir viel bedeutet hat, das war, ich weiß nicht, ob es da um Anstand oder so ging, aber was mir viel bedeutet hat ist, wenn die Leute das ernst genommen haben und verstanden haben, was das für mich bedeutet so.
01:00:30: Da gab es... Menschen, denen werde ich das nie vergessen.
01:00:33: Also so, wenn jemand so weit weg ist und dann sich die Zeit nimmt, etwas zu schreiben und weißt du so, natürlich bitte keine Floskeln, aber wenn er schreibt, ey, ich hoffe es geht dir gut, es tut mir leid, dass du da durch musst und so, das war sehr, sehr, hat mir viel gegeben so, ne.
01:00:50: Aber ... Boah, ich hab wirklich schwierig.
01:00:54: Also das Thema so Trauer und Bewältigung, Verlust von geliebten Menschen.
01:01:00: Also, meine Frau und ich, wir wüssten jetzt nicht, wenn das noch uns schicksal, manchen Menschen geht das so.
01:01:06: Aber wenn uns was Schlimmeres passieren würde, wüssten wir zum Beispiel nicht, wie wir damit, ich wüsste auch nicht, wie ich damit klarkommen könnte.
01:01:13: Und ich weiß nicht.
01:01:14: Also, ich hatte nie das Gefühl, dass ich dafür eine Therapie muss oder so.
01:01:18: Aber ... Doch, also was gut war für mich im Thema Bewältigung, war, das wirklich auch rauszulassen.
01:01:26: Einfach auch, dass ich mich nicht geschehen habe, dann auch zu heulen, auch zu sagen, ey, das sind meine besten Freunde, wenn ich jetzt vor denen heule, das ist schon okay so.
01:01:32: Also das finde ich jetzt nicht, also ich bin jetzt nicht weniger Mann, nur weil ich jetzt weine, sondern das für die okay.
01:01:38: Das hat gut getan und wir reden immer wieder über ihn.
01:01:40: Also wie mein Freund Dissel zum Beispiel, der kommt auch aus der Region, war mit Smooth auch befreundet, lange vor mir schon und Wir tauschen es immer aus und wir gucken uns Videos an, Fotos an, quatschen über Smooth, halten ihn so am Leben und er ist immer Teil von uns.
01:01:55: Fühl ich irgendwie eine Anekdote noch dazu, weil Nils, du weißt es gerade auch bei mir, relativ aktuelles Thema durch den Tod meines Opas, der wie so ein zweiter Vater für mich war und wo ich tatsächlich auch große, große Schwierigkeiten hatte in der Verarbeitung.
01:02:08: Und jetzt war aber vor, ja, ich glaube wie lang ist es ja noch, gar nicht so lang, fünf, sechs Tage war dann die Beerdigung von ihm und das hatte so eine... Paradoxerweise eine so eine heilende Wirkung, weil ich hatte dann einen Brief für ihn vorbereitet, den ich dann in der Kirche vorgelesen habe.
01:02:21: Und das war halt so genau das, was du gerade beschrieben hast, dieses Rauslassen und auch nicht sich schämen für das, was man gerade fühlt.
01:02:29: Und ich habe schon gemerkt, dass es mir nach dem Moment klar, der Verlust wird immer bleiben und das wird sich auch nie ändern.
01:02:34: Aber es hat schon irgendwie was in meiner Grundstimmung verändert, weil ich so für mich einen tollen Abschluss einfach damit gefunden habe.
01:02:40: Deswegen fühle ich total, was du sagst, mit diesem Rauslassen und einfach loslassen.
01:02:44: War das der erste große Verlust in deinem Leben?
01:02:47: Ja, auf jeden Fall.
01:02:48: Klar, meine Großeltern sind auch gestorben, aber es fühlt sich definitiv anders an, weil du hast auf der einen Seite, hast du einen Menschen, meine Oma, meine Baba, und er hat mir extrem nah gestanden und ich hab nur gute Erinnerungen an sie.
01:03:02: Und das war trotzdem auch.
01:03:03: zu dem Zeitpunkt, war ich vielleicht auch noch nicht so reif.
01:03:06: Das hat wehgetan, aber das hat sich nie so angefühlt wie bei einem Freund, der sogar noch jünger ist als du und der geht.
01:03:13: So, das war auf jeden Fall der schwerste Verlust in meinem Leben, definitiv.
01:03:18: Ich stelle mir auch vor, dass es einerseits natürlich noch mal Wunden aufreißen kann, so wie plötzlich dein Vater weg war, ist zwanzig, dreißig, vierzig Jahre später, wirkt wieder ein Mensch einfach weg.
01:03:30: Bloß in dem Fall bei deinem Vater wusstest du auch nicht, ob er irgendwann wieder kommt, aber irgendwann war er wieder da.
01:03:35: Und dann gab es einen so happy End, wie es nur happy sein konnte in dem Moment.
01:03:39: Ja, und jetzt bringt hoffen nichts.
01:03:42: Genau.
01:03:42: Scheiße, so ist es.
01:03:44: So ist es manchmal im Leben und ich glaube trotzdem, dass man da gestärkt rausgeht.
01:03:49: Was hat sich ab dem Moment für dich verändert?
01:03:51: Hat sich da auch auf musikalischer Ebene was verändert bzw.
01:03:56: wie war dann der weitere Verlauf dann auch ohne diesen guten Freund und Wegbegleiter?
01:04:00: Es war erst mal sehr schwierig, das Album danach war eine Katastrophe, weil ich bin ja bis Ende des Monats, jetzt läuft der Mietvertrag aus.
01:04:07: Ich war mit Smooth seit im Studium in diesem Studio, er hat mich nach Oberfranken gebracht und hat mir diese Region quasi zu Füßen gelegt und gesagt, hier ist was so.
01:04:17: Und ich durfte das durch ihn entdecken.
01:04:20: Das Album danach war sehr schwierig.
01:04:21: Mein Backup ist gegangen.
01:04:24: Damalige auch Produzent und DJ, mit dem ich auch immer zusammen ging.
01:04:27: Und Engineer ist auch gegangen.
01:04:29: Ich hab mich von meinem Manager getrennt.
01:04:30: Du hattest
01:04:31: auch körperliche Probleme selber, ne?
01:04:32: Genau.
01:04:33: Ich hab Teenie-Tous die ganze Zeit gehabt deswegen und ich stand so.
01:04:36: Das war superweird, weil auf der einen Seite war ich Coussa Wash, der erfolgreiche Rapper.
01:04:40: Ich kann eine Halle voll machen.
01:04:41: Und auf der anderen Seite da hab ich mich wirklich sehr schwach und sehr, sehr ausgeliefert gefühlt.
01:04:46: Ich hatte gar kein Team, dann hab ich angefangen echt so Musikerfreunde von mir anzurufen zu sagen, ey, hast du ein Engineer für mich?
01:04:52: Und bin dann halt mit Leuten ins Studio gegangen, mit denen ich noch nie im Studio war.
01:04:56: Und für mich war das davor immer so ein extrem intimer Prozess.
01:04:59: Auf einmal muss ich den mit Fremden auch irgendwie teilen und muss irgendwie gucken.
01:05:03: Und dann war das auch so umschwungenmusikalisch insgesamt so.
01:05:07: Auf einmal war Spotify so super wichtig und die Leute haben viel gestreamt.
01:05:12: hatte ich auch das Gefühl, okay, ich bekomme gar nicht mehr die Wertschätzung für meine Musik und für das, was ich mache.
01:05:16: Und dann Gottes Hand oder das Universum hat mir dann eine Goldsingle geschenkt und dann auf einmal hat sich das dann wieder gewendet.
01:05:23: Aber das war nicht leicht.
01:05:24: Also das Album danach, das KKS-Album war wirklich schwer, weil es war das erste Album ohne Team, ohne Crew.
01:05:30: Ich stand alleine da, aber es war gleichzeitig beste Erfahrung für mich, zu wissen, dass ich das auch alleine kann.
01:05:36: Also ich kann von heute auf morgen Man kann mir das gar nicht mehr nehmen.
01:05:40: Deswegen haben wir den Song jedes Wortes Gold wert gemacht.
01:05:43: Das habe ich auch Sigi dann erzählt, als wir in LA waren und das Album Royal Bunker aufgenommen haben, habe ich ihm gesagt, hey, weißt du, was so geil ist?
01:05:49: Du kannst theoretisch uns das ganze Konto wegfinden.
01:05:52: Du kannst uns alles wegnehmen, was wir haben.
01:05:54: Und trotzdem könnten wir morgen ab dem morgigen Tag direkt wieder davon leben, Alter, weil am Ende sind es nur unsere Worte und unsere Ideen.
01:06:02: Und ich weiß, ich kann... zu irgendwem in irgendein Stuhl.
01:06:06: Ich könnte jetzt hier mit seinem Laptop und mit dem Mikrofon heute ein Song rekorden, der morgen meine Miete bezahlt.
01:06:12: Das ist so geil.
01:06:12: Und könnte irgendwo hingehen und sagen, gib mir ein Forsches auf die Sachen, die ich die nächsten zehn Jahre mache.
01:06:17: Also, das war eine sehr stärkende Erfahrung.
01:06:20: Und da habe ich auch gelernt, krass so, ich stehe auf eigenen Beinen so.
01:06:24: Also, im Endeffekt kann mich jetzt gar nichts stoppen, Alter.
01:06:28: Und das war sehr, sehr gut.
01:06:30: Ja, ich kann mir vorstellen, dass das wirklich ... im wahrsten Sinne des Wortes das beste Outcome war,
01:06:34: weil
01:06:35: wenn ich mir jetzt noch mal überlege, was du erzählt hast, wenn ich mir auch anschaue, wie du dich hier verhältst, dass die Kabel unbedingt klar liegen müssen und dass da nichts übereinander sein muss, dass du kein Alkohol, Tränens, keine Drogen nimmst, dass du diesen Kontrollverlust nicht magst, dass du das alles Ordnung haben musst und eine Kontrolle haben musst.
01:06:55: Und das ist natürlich auch super easy zu erklären.
01:06:58: Du hast halt die größten Kontrollverluste in deinen ersten Lebensjahren erfahren.
01:07:01: Ja.
01:07:01: So.
01:07:02: Und dann stirbt einfach so.
01:07:04: Einfach so einer der wichtigsten Menschen in deinem Umfeld.
01:07:07: Das ist der maximale Kontrollverlust.
01:07:09: Ja.
01:07:10: Du kannst nichts machen.
01:07:11: Du bist da und kannst nichts tun.
01:07:13: Und sich das zurückzuholen.
01:07:15: Mit einem neuen Team.
01:07:17: Und ganz ganz viel eben aus sich selber heraus.
01:07:20: Und das dann mit so einem Erfolg eben zu krönen.
01:07:24: Denn ist der Mensch nicht zurück, aber dann ist die Kontrolle wieder da.
01:07:27: Hundert pro schön auf den Punkt gebracht.
01:07:29: Danke, Alter.
01:07:30: Wunderschöne Schlusswort doch schon fast an dieser Stelle.
01:07:32: Das kann man doch genauso stehen lassen.
01:07:35: Was für eine beeindruckende Persönlichkeit.
01:07:38: Also ich war ja bisher immer nur wirklich riesengroßer Fanboy und bitte mach genau so weiter.
01:07:42: Das möchte ich einfach an der Stelle nochmal sagen.
01:07:44: Danke,
01:07:44: Mann.
01:07:45: Von Herzen danke für dieses tolle, inspirierende und auch sehr tiefe und emotionale Gespräch.
01:07:50: Danke, dass du diese Tiefe auch zugelassen hast.
01:07:52: War für uns eine riesengroße Freude.
01:07:54: Ich hoffe, dass es dir auch Spaß gemacht hat.
01:07:56: Ja,
01:07:56: vielen Dank wirklich.
01:07:58: Ich freue mich wie ein kleines Kind auf das Album, das jetzt kommende Woche kommt.
01:08:01: Echt, habe richtig Bock drauf.
01:08:02: Und werde dir auf jeden Fall meinen Feedback dalassen, wenn es gewünscht ist, hoffe ich zumindest.
01:08:06: Mach das bitte.
01:08:07: Sehr gerne wirklich.
01:08:09: Absolut.
01:08:09: Kann ich mich wirklich nur anschließen?
01:08:10: Also ich kann auch sagen, für uns beide Robin war das... Ein super Gespräch, was aber vor allen Dingen auch ein echt anspruchsvolles Gespräch, so die Geschichten, die du mitbringst.
01:08:18: Das ist wirklich nichts, womit wir alltäglich zu tun haben.
01:08:21: Und gerade deswegen sind wir dir sehr, sehr dankbar, dass du uns da mitgenommen hast.
01:08:25: Robin, du musst jetzt gleich zu der Familie.
01:08:27: Wir müssen natürlich, bevor wir Savaschan gleich so richtig tschüss sagen, natürlich dir noch die letzte Frage stellen und ein bisschen Druck aufbauen.
01:08:33: Savaschan war Anfang des Jahres mit seinem Sohn auf der Bühne und hat sich da ein Traum erfüllt.
01:08:37: Werden wir das noch erleben?
01:08:39: dass du als Profispieler mit einem deiner Söhne auf dem Platz stehst.
01:08:42: Ich
01:08:42: hoffe ja sogar mit beiden.
01:08:44: Ich hoffe ja tatsächlich sogar
01:08:45: mit beiden.
01:08:46: Also wirklich, dass sie auch aktive Profis sind, meinst du.
01:08:50: Ich dachte als Einlaufkinder.
01:08:53: Das ist ein bisschen realistischer.
01:08:54: Alles andere wird zu einem Millionen Prozent nicht mehr passieren.
01:08:57: Aber ich hoffe,
01:08:59: als Trainer vielleicht.
01:09:00: Ja, okay,
01:09:00: vielleicht als Trainer dann.
01:09:01: Wobei, da will ich eigentlich nicht so viel mit einer Mütze haben, mit Trainer.
01:09:05: Wenn ich einmal raus bin, dann ist auch gut.
01:09:07: Schauen wir mal, was die Zukunft ... Das bringt aber Einlaufkinder schon noch gerne.
01:09:11: Dieses Bild hätte ich schon noch gerne, bevor die Karriere zu Ende geht.
01:09:14: Ey, ihr Lieben, es hat mir ganz großen Spaß gemacht.
01:09:16: Danke von ganzem Herzen.
01:09:18: Wir hören und sehen uns definitiv.
01:09:20: Du bist an die Familie.
01:09:21: Dankeschön.
01:09:22: Auch an deine allesgut, ihr Lieben.
01:09:23: Tschau.
01:09:24: Bis dann,
01:09:24: ciao.
01:09:27: Ja, und das war auch schon wieder die neue Folge.
01:09:28: Wie geht's mit Cool Savas?
01:09:30: Sein Album langen Jax ist mittlerweile übrigens überall zu hören und zu haben, egal ob gestreamt, auf CD oder auf Kassette.
01:09:38: Aber ey, ich glaub nach den Gesprächen heute freuen wir uns vor allem dann irgendwann auch mal auf eine Biografie.
01:09:43: Hier geht's dann in zwei Wochen aber erst mal weiter.
01:09:45: Stefano Zarella ist zu Gast, Creator, Foodblogger und Kochbuchautor.
01:09:50: Dann wieder mit Robin alleine.
01:09:51: Wenn ihr aber bis zur nächsten Folge nicht so lange warten wollt, dann hört gern mal in die alten Folgen rein, zum Beispiel mit Enno.
01:09:57: Oder mit Montez, der tatsächlich damals seine ersten Bühnschritte noch mit Kuhl-Zarrasch gegangen ist.
01:10:03: Außerdem abonniert natürlich gerne den Podcast, schickt uns gerne auch Kritik positiv wie negativ.
01:10:09: Wir freuen uns über alle Verbesserungsvorschläge.
01:10:12: Am wichtigsten aber macht euch eine gute Zeit.
01:10:14: Achtet auf euch!
01:10:32: Nils Stratmann und Robin Gosens.
01:10:35: Wie geht's?
01:10:35: erscheint alle zwei Wochen.
01:10:37: Überall, wo es Podcasts gibt.
01:10:39: Bis zum nächsten Mal.
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